Putin fordert von Industrie schnelle Umstellung auf militärische Produktion


Der immer etwas leidende aussehende Präsident beim Treffen mit Vertretern der russischen militärisch-industriellen Komplexes. Bild: Kreml
Der russische Präsident will mit der Mobilisierung der großen Unternehmen die Lehre aus der großen Militärübung Zapad ziehen: Sieht sich Russland unmittelbar bedroht?

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Der russische Präsident Wladimir Putin will vor den Wahlen im kommenden Jahr offenbar noch schnell seinen Wiederaufstieg von einer Regionalmacht, wie Barack Obama Russland genannt hatte, zu einer auch im Ausland militärisch operierenden Weltmacht mit einem Erfolg der Intervention in Syrien krönen. Ob Putin wieder zur Präsidentschaftswahl antreten wird, hat er noch offen gelassen, es wird allerdings von allen vermutet. Währenddessen scheint der Einfluss auf die beiden separatistischen Volksrepubliken zu zerfallen. In Lugansk sind Konflikte ausgebrochen, gefordert wird eine Vereinigung der beiden „Volksrepubliken“.

Zusammen mit dem iranischen und dem türkischen Präsidenten sucht Putin, der sich zuvor mit dem syrischen Präsidenten Assad in Sotchi getroffen hatte, gegenüber den amerikanischen und saudischen Interessen die Kontrolle über Syrien zu sichern – aber durchaus in weitgespannten diplomatischen Absprachen. In einer gemeinsamen Erklärung wird versichert, dass die militärische Niederschlagung des IS und anderer Terrorgruppen und die Einrichtung von Waffenstillstandszonen die Möglichkeit einer Normalisierung schaffe, um daraus durch einen Nationalen Dialog mit Einbezug großer Teile der Opposition eine politische Nachkriegsordnung zu entwickeln, in der Assad wohl weiter an der Macht bleiben wird. Vom Libanon war dabei zumindest nach außenhin nicht die Rede, wo sich möglicherweise der nächste Konflikt zusammenbraut („Friedensfürst“ Donald Trump: Der große Plan mit Saudi-Arabien und Israel).

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