Sollen Kirchenglocken mit Nazi-Symbolen weiterläuten?


Ein Kirchenturm © H. Füller @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
In der Herxheimer Jakobskirche wird seit über 80 Jahren eine Glocke geläutet, die ein Hakenkreuz trägt. Das hat jetzt eine kontroverse Diskussion ausgelöst. In vielen Kirchengemeinden Deutschlands wird darüber gestritten, ob Glocken aus der NS-Zeit ersetzt werden sollen.

Von Martina Schwager | MiGAZIN

Eine Kirchenglocke mit Nazisymbolen in einem pfälzischen 750-Einwohner-Dorf hat den Stein ins Rollen gebracht: In Herxheim am Berg wird seit mehr als 80 Jahren in der evangelischen Jakobskirche eine Glocke geläutet, die ein Hakenkreuz trägt. Sie trägt die Inschrift „Alles fuer’s Vaterland – Adolf Hitler“. Obwohl viele Gemeindemitglieder von ihr wussten, wird erst seit einigen Monaten kontrovers diskutiert. Die Medien wurden aufmerksam. Der Bürgermeister trat nach zumindest missverständlichen Äußerungen in einer Fernsehsendung zurück.

In der Folge begannen immer mehr Landeskirchen nach Relikten aus der NS-Zeit in den Glockentürmen ihrer Kirchen zu fahnden. Ergebnis: Es sind nur wenige, aber es gibt sie noch, unter anderem in Niedersachsen – in Schweringen bei Nienburg und in Faßberg bei Celle – sowie im saarländischen Hanweiler. Die betreffenden Kirchenvorstände oder wie in Herxheim die politische Gemeinde haben die Glocken vorerst stillgelegt. Pro und Kontra zum Weiterläuten der Glocken mit Nazisymbolen:

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