Sklavenhandel in Libyen: Frankreich drängt auf UN-Sanktionen


Bild: Sea-eye.org
Ein CNN-Video über Migranten, die als Sklaven in Libyen verkauft werden, führt zu internationaler Empörung. In der Kritik stehen auch Italien und die EU

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Das CNN-Video über Migranten, die in Libyen in Auktionen als Arbeitssklaven verkauft werden, löst großen Wirbel aus. Der französische Präsident Macron spricht von einem „Verbrechen gegen die Menschheit“, die durch das Video enthüllt würden. Frankreich ersucht um eine dringende Sitzung des UN-Sicherheitsrats. Wahrscheinlich wird sie nächste Woche abgehalten.

Nach Informationen von Reuters drängt der Außenminister Frankreichs auf Eile und droht mit internationalen Sanktionen gegen die libysche Regierung. Die Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Libyen (Unsmil) zeigte sich in ihrem Bericht entsetzt über das CNN-Filmmaterial. Auch UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich am Montag vor der Presse und am Dienstag bei einer Videokonferenz zum CNN-Video.

Guterres sprach von erschreckenden Bildern afrikanischer Migranten, die als Waren verkauft werden, und betonte die Notwendigkeit den libyschen Behörden dabei zu helfen, „die Kapazitäten zum Schutz und der Versorgung hilfsbedürftiger Männer, Frauen und Kinder zu verstärken“. Anders als Frankreichs Regierung sprach er nicht von Sanktionen. (Die Empörung in Frankreich ist besonders groß, wie hier und hier zu sehen ist).

Wie Macron verlangte er, dass eine Untersuchung eingeleitet werden müsse. Damit ist ein im CNN-Video angesprochenes Ziel erreicht. Das Video enthält zugespieltes Film-Material unbekannter Herkunft, das zeigt wie junge Afrikaner für mehrere hundert Dollar als Arbeitssklaven versteigert werden. Eigene Recherchen des amerikanischen Senders trafen, wie das Video darlegt, auf Schweigen.

weiterlesen