Vergewaltigungsvorwürfe entzweien Frankreichs Linke


foto: afp / jean-sebastien evrard Die Affäre rund um die Vorwürfe der Vergewaltigung und des sexuellen Missbrauchs gegen den Schweizer Islamwissenschafter Tariq Ramadan zieht in Frankreich immer weitere Kreise.
Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs gegen Islamwissenschafter Tariq Ramadan

Von Stefan Brändle | derStandard.at

Wird die Affäre aufgebauscht, weil sie einen umstrittenen Islamforscher trifft? Oder wird selbiger im Gegenteil geschont, weil er sich der muslimischen Sache verschrieben hat? Tatsache ist, dass sich diese Woche eine zweite Frau mit einer Vergewaltigungsklage gegen Tariq Ramadan gemeldet hat. Die zum Islam übergetretene Französin schilderte im TV, wie Ramadan sie 2009 zu einer theologischen Diskussion in sein Hotelzimmer eingeladen, sich dort aber von hinten auf sie gestürzt habe. Über eine Stunde habe er sich an ihr vergangen. „Je mehr ich schrie, desto mehr schlug er zu.“

Danach habe Ramadan sie jahrelang verfolgt, um sie von einer Gerichtsklage abzuhalten, so die heute 34-Jährige. Ein Arztbericht habe Blutergüsse und Verletzungen in der Schamgegend festgehalten. Erst jetzt, im Zuge der Weinstein-Affäre und MeToo-Kampagne, fand die Frau den Mut, an die Öffentlichkeit zu treten. Im Oktober hatte schon eine ehemalige Salafistin einen ähnlichen Vorfall geschildert und Klage eingereicht. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt in beiden Fällen.

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