Wenn #MeToo die Bibel trifft


Roy Moore ist kurz vor der Senatswahl in Alabama mit Vorwürfen sexueller Belästigung Minderjähriger konfrontiert worden (imago stock&people)
Der Evangelikale Roy Moore kandidiert für die Republikaner in Alabama. Ihm werden sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Seine sittenstrengen Anhänger stört das nicht, nur wenige sind bereit, den betroffenen Frauen zuzuhören.

Von Jürgen Kalwa | Deutschlandfunk

Es hat in den über 200 Jahren der amerikanischen Geschichte schon einige Politiker gegeben, für die ihr Glaube strikte Richtschnur ihres Lebens und Denkens war, doch nur selten jemanden wie Roy Moore.

„Fighting for life, fighting against abortion, fighting for the acknowledgement of God. Most important: he is a Christian.“

Wenn ihn seine Frau Kayla bei Wahlkampfveranstaltungen anpreist, ist nichts wichtiger als Hinweise wie: Er ist Christ, fromm, sanft und liebenswürdig.

„He is the most gentle, most kind man that I have ever known in my entire life. He is godly. He is loving, and everybody in the community knows it …“

Hardcore im doppelten Sinn

Doch selbst für den Bible Belt ist Moore, der Kandidat der Republikanischen Partei in Alabama für den Senat in Washington, eine krasse Ausnahmeerscheinung. Als oberster Richter des Bundesstaates ließ er vor ein paar Jahren eine Skulptur mit den zehn Geboten in das Foyer des Gerichtsgebäudes stellen – obwohl die Verfassung der USA so etwas ausdrücklich zu verhindern trachtet und die Trennung von Staat und Kirche anmahnt.

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