Katholische Aufklärung: Die betenden Rebellen


Das katholische Spanien war nicht nur finster, antiaufklärerisch: „Sitzung des Inquisitionsgerichtes“ (um 1812/19) von Francisco de Goya. – (c) imago/United Archives International
Sie forderten mehr Experimentalphysik und ein Ende der Sklaverei: Ein Buch erzählt die vergessene Geschichte der katholischen Aufklärung.

Von Anne-Catherine Simon | Die Presse.com

Er war so berühmt wie Cervantes – der Benediktinermönch Benito Feijoo, der 1726 in Spanien die „Verteidigung der Frauen“ schrieb. Dass Frauen keinen komplexen Gedankengängen folgen könnten, sei das Hirngespinst der schreibenden Männer, liest man darin. Man könne ja wohl nicht von ihnen erwarten, Gelehrte zu sein, wenn man sie nicht studieren lasse und ihnen nur Hausarbeit zutraue. Und würden die Frauen schreiben, würden wohl sie die Männer als das „schwache Geschlecht“ bezeichnen . . . Feijoo war ein Vorkämpfer der Frauenemanzipation, Jahrzehnte bevor die ersten Aufklärer wie Jeremy Bentham auf ähnliche Ideen kamen. Und das ausgerechnet in Spanien, jenem Land, das von allen europäischen vielleicht am meisten mit finsterem, antiaufklärerischem Katholizismus verbunden wird.

weiterlesen