Indischer Gesundheitsminister: Krebs als göttliche Gerechtigkeit


Massiv beanstandete Unterhose mit Ganesha-Abbildung (Foto: spreadshirt.de)

Seit Tagen sorgt eine Aussage von Hismanta Biswa Sarma, dem Gesundheitsminister des indischen Bundesstaates Assam, in Indien für Aufregung. Sarma hatte öffentlich seine Überzeugung zum Ausdruck gebracht, dass Krebs durch Sünden in einem früheren Leben entstünde.

Von Daniela Wakonigg | hpd.de

 

Laut diverser indischer Medien sagte Gesundheitsminister Sarma vergangenen Dienstag während einer Veranstaltung vor Lehrern:

„Gott lässt uns leiden, wenn wir sündigen. Manchmal begegnen wir jungen Männern, denen Krebs auferlegt wurde oder ein Unfall. Wenn man die Hintergründe untersucht, wird man feststellen, dass es sich um göttliche Gerechtigkeit handelt. Nichts anderes. Wir müssen diese göttliche Gerechtigkeit ertragen. In diesem Leben oder in einem früheren Leben hat dieser junge Mann vielleicht nichts getan, aber vielleicht haben sein Vater oder seine Mutter etwas Falsches getan. So steht es in der Gita [die Bhagavad Gita ist die wichtigste heilige Schrift der Hindus – Anmk. d. Ü.] und in der Bibel geschrieben über die Folgen des Handelns. Kein Grund, traurig zu sein. (…) Die göttliche Gerechtigkeit wird immer da sein. Niemand kann der göttlichen Gerechtigkeit entfliehen, die kommen wird.“

Die Äußerungen Sarmas sorgten in Indien für großen Protest. Vor allem von Krebspatienten und ihren Angehörigen, die darin einen unsensiblen Umgang mit ihrem Leiden sehen. Kritik gab es jedoch auch von Oppositionsparteien, die mutmaßten, Gesundheitsminister Sarma, der Mitglied der nationalkonservativen Regierungsparte BJP ist, wolle hiermit sein eigenes Versagen bei der Bekämpfung von Krebs im Bundesstaat Assam vertuschen.

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