KI-gesteuerte Tiefenhirnstimulation zur Behandlung von psychischen Krankheiten getestet


Tiefenhirnstimulation. Bild: C. Hacking, F. Gaillard/CC BY-SA-4.0
Die Stimulation soll nur dann erfolgen, wenn bestimmte Gehirnaktivitäten auftreten. Bedenken liegen auf der Hand

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Mit der Tiefenhirnstimulation oder einem „Hirnschrittmacher“ werden einem Patienten Elektroden im Gehirn implantiert, die elektrische Impulse an bestimmte Areale abgeben. Behandelt werden damit Krankheiten wie Parkinson, Epilepsie oder das Tourette-Syndrom, aber auch Depressionen, Zwangsstörungen oder sogar Kopfweh.

Denkbar wäre, mit solchen Implantaten (Gehirn am Draht könnte man sagen) nicht nur Symptome von Krankheiten zu lindern, sondern auch die Leistungsfähigkeit von kognitiven Funktionen zu verbessern, wie das etwa auch mit nicht-invasiver Transkranieller Magnetstimulation des motorischen Kortex versucht wird, um motorisches Lernen, z.B. beim Schießen, zu optimieren (US-Spezialeinheiten testen Neurostimulation zur Optimierung).

Auch wenn die Tiefenhirnstimulation in Mode gekommen ist und ausprobiert wird, was man damit in Gehirnen alles therapeutisch und vielleicht auch zum Zweck der Leistungssteigerung (cognitive enhancement) bewirken kann, ist noch nicht ganz klar, wie sie überhaupt wirkt. Insofern könnte man die Tiefenhirnstimulation als eine sanfte, dafür auf Dauer gestellte Elektroschock- bzw. -krampftherapie verstehen, von der man auch nicht weiß, wie sie wirkt, wenn sie dies tut.

Die Darpa, die Forschungsbehörde des Pentagon mit dem derzeitigen Motto „Creating Breakthrough Technologies für National Security), fördert nun erstmals im Rahmen des Programms „Systems-Based Neurotechnology for Emerging Therapies“ (SUBNETS) Versuche mit Gehirnimplantaten an Menschen, um damit Gemüts- und Verhaltensstörungen zu behandeln. Das Programm wurde 2013 von der Darpa ausgeschrieben, um eine „Technik für eine präzise Therapie“ durch Erfassung von neuronalen Signalen und Stimulation für Menschen mit neuropsychiatrischen und neurologischen Krankheiten zu entwickeln.

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