Nur Mann und Frau?


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Intersexuelle sollen sich demnächst nicht mehr zwischen „Mann“ und „Frau“ entscheiden müssen, hat das Bundesverfassungsgericht kürzlich beschlossen. Doch wie soll die Kirche damit umgehen? Eine Theologin, die in der Schweizer Regenbogenpastoral arbeitet, und ein Moraltheologe machen Vorschläge.

Von Roland Müller | katholisch.de

Für die Bibel scheint es klar zu sein: Der Mensch ist entweder Mann oder Frau. Heißt es doch im Buch Genesis: „Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie.“ (Gen 1,27) Doch es gibt Personen, bei denen die Zuordnung zu einem Geschlecht nicht eindeutig möglich ist. Intersexuelle haben Merkmale beider Geschlechter und sind daher weder Mann noch Frau, sondern befinden sich zwischen beiden.

Mit dieser Sonderstellung von Intersexuellen hat sich jüngst auch das Bundesverfassungsgericht beschäftigt. Die Karlsruher Richter beschlossen vor rund zwei Wochen, dass es zukünftig eben nicht nur männlich oder weiblich beim Eintrag ins Geburtenregister gibt, sondern auch eine weitere dritte Möglichkeit. Die Klage von Vanja, einer betroffenen Person, stellt einen Erfolg für die Intersexuellen dar, die unter dieser Einschränkung gelitten haben. Ihre Situation rückte durch das Urteil in die breite Öffentlichkeit.

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