Hinter Gittern mit Extremisten: Ein Imam erzählt


Gefängnis (Public Domain)

Der Imam Ramazan Demir arbeitet im Gefängnis daran, radikalisierte Muslime von ihrem Gedankengut abzubringen. Terroristen wollen ihn deshalb tot sehen. In dem Buch „Unter Extremisten“ erzählt er von dem schwierigen Alltag eines islamischen Gefängnisseelsorgers.

religion.ORF.at

„Gesetzt den Fall, ich stehe auf einer Todesliste … wenn nun also jemand kommt, um mich zu töten … würdest du mich etwa nicht beschützen?“, fragt Demir einen Häftling, den er in dem Buch anonymisiert den Namen Amr gibt. „Warum sollte ich, wenn er doch recht hat“, antwortet dieser. Amr ist ein Extremist, ein 22-jähriger Tschetschene, „radikal bis in die Spitzen der letzten Haarwurzel“ und einer dieser Insassen in der Justizanstalt Josefstadt, bei denen selbst Demir wenig Hoffnung auf Besserung hat.

„Brutstätten des Bösen“

Seit sieben Jahren ist Demir Seelsorger im größten Gefängnis Österreichs. 2016 übernahm er die Leitung der islamischen Gefängnisseelsorge bundesweit. Auf den Schultern des 31-Jährigen lastet viel Verantwortung. 33 islamische Gefängnisseelsorger gibt es insgesamt. Der Bedarf ist viel größer. Allein in der Josefstadt waren Ende Oktober 350 der 1.100 Inhaftierten Muslime.

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