Deutsche Ausgabe von Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ wird eingestellt

Themenbild. (Foto: Charlie Hebdo/AFP)

Die deutsche Ausgabe der französischen Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ wird eingestellt. „Morgen erscheinen die vorerst letzten 16 Seiten der deutschen Ausgabe von Charlie Hebdo“, teilten der Chefredakteur des Mutterblattes, Gérard Biard, und die unter dem Pseudonym Minka Schneider auftretende Chefredakteurin der deutschen Ausgabe am Mittwoch auf Facebook mit.

evangelisch.de

Als Grund für die Entscheidung werden niedrige Verkaufszahlen genannt: „Wir selbst wussten nicht, wie viele Leser es braucht, damit eine gedruckte Zeitung heute rentabel ist. Zu viele jedenfalls, um unseren Besuch bei Euch zu verlängern.“

Dennoch bedankte sich die Redaktion bei ihren Lesern: „Wir wollten ‚Danke‘ sagen für Eure große Unterstützung nach dem 7. Januar 2015 und Euch eine Facette französischer Zeichenkultur zeigen. Ihr hattet Gelegenheit kennenzulernen, wer wir sind“, schrieb das Duo. „Wir drehen uns immer wieder um das Abwegige, das Eigenartige, mitunter Perverse und haben einen eigenen Blick auf diese beschissen komplizierte Welt und das Leben, das so oft die beste Satire schreibt.“

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USA: Kirche als Wahlkampfhelferin

Trump sieht irgendwie tot aus. Picture: Tiffany Trump/Facebook

Kirchen könnten in den USA bald zu Wahlkampfhelfern werden. Eine entsprechende Gestzesvorlage wurde bereits vom Repräsentantenhaus beschlossen. Die Gesetzesänderung würde eine Abschaffung des sogenannten Johnson-Amendments von 1954 bedeuten.

Radio Vatikan

Organisationen, die steuerrechtlich als gemeinnützig gelten, also auch Kirchen, ist es bisher untersagt, politische Kandidaten oder Parteien finanziell zu unterstützen. Kritiker des neuen Gesetzesvorhabens befürchten, dass „Scheinkirchen“ entstehen könnten, um die Vorteile des neuen Steuerrechts für politische Einflussnahme auszunutzen.

Evangelische Landeskirche Württemberg hat entschieden: Keine Homo-Segnung in der Kirche

Bild: bpb.de
Zu zweit vor den Altar treten – das wird in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg für gleichgeschlechtliche Paare auch weiterhin nur ein Traum bleiben. Grund ist ein gescheiterter Gesetzentwurf.

SWR-Aktuell

Es wird auch weiterhin keine öffentlichen Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare geben. Das ist das Ergebnis einer Abstimmung der Landessynode am Mittwoch in Stuttgart. Ein Gesetzentwurf des Oberkirchenrats, der solche Feiern ermöglichen sollte, scheiterte knapp an der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit. So stimmten 62 der 96 anwesenden Synodalen dem Entwurf zu, 64 wären aber erforderlich gewesen. Damit gilt in der württembergischen Kirche auch weiter die Regel, dass gleichgeschlechtliche Paare nur im nicht-öffentlichen, seelsorgerlichen Rahmen begleitet werden.

Landesbischof Frank Otfried July zeigte sich enttäuscht. Er will weiter für einen Kompromiss werben. Er wolle im Sinne der Einheit der in diesem Punkt gespaltenen Kirche wirken. Nach Julys Worten ist die kirchliche Basis in weiten Teilen für den Kompromiss. Es gibt in der Landeskirche etliche offen homosexuelle Pfarrer und Pfarrerinnen, die unter bestimmten Umständen auch mit ihren Partnern im Pfarrhaus leben können.

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Wenn Unkrautvernichter nicht mehr vernichten

Kanadisches Berufkraut (Conyza canadensis). Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 – Michael Becker

Im Glyphosat-Streit wird oft vergessen: Viele Pflanzen haben bereits Resistenzen gegen das Herbizid entwickelt – auch in Deutschland. Die Landwirte haben in den vergangenen Jahren einen gravierenden Fehler gemacht.

Von Elke Bodderas | DIE WELT

Der Horror hat weiße, flauschige Blüten. Geben dürfte es ihn eigentlich nicht. Aber ein paar Hundert Meter vor seinem Fenster sieht Glyphosat-Experte Frank Telewski ihn stehen, seinen Horror. Er sieht hübsch aus, blüht und gedeiht und hat auch einen Namen: Kanadisches Berufkraut alias Katzenschweif. Es sprießt mit dem Mais auf dem Acker um die Wette. Es sind Hunderte Pflanzen. Ein Albtraum.

Telewski ist US-Botanikprofessor, seit Jahren erforscht er an der Universität East Lansing im Bundesstaat Michigan Unkräuter. Vornehmlich jene, die auf landwirtschaftlichen Nutzflächen um einen Platz an der Sonne ringen. Telewski kennt sie alle, sämtliche Arten und Sorten unter jedweden Klimabedingungen und in allen Erdteilen. Er weiß: Unkraut kann sehr wohl vergehen. Aber das da, was vor seinem Fenster auf den Mais- und Rapsfeldern heranwächst, nimmt er mit einem selten gewordenen Gefühl zur Kenntnis. Es ist Ratlosigkeit.

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Bundesstaat in Australien verabschiedete Gesetz zur Sterbehilfe

Der australische Bundesstaat Victoria mit der Hauptstadt Melboure hat ein Gesetz zur Sterbehilfe für unheilbar Kranke verabschiedet.

derStandard.at

Medienberichten vom Mittwoch zufolge hatte das Unterhaus die ganze Nacht über die Vorlage debattiert. Das Oberhaus hatte dem Gesetz bereits in der vergangenen Woche zugestimmt. Es wird nun dem Gouverneur vorgelegt.

Das neue Gesetz erlaubt Patienten, sich innerhalb von zehn Tagen nach der Äußerung ihres Sterbewunsches legal ein tödliches Medikament zu beschaffen. Dafür müssen sie zunächst einen dreistufigen Prozess durchlaufen und zwei unabhängige medizinische Gutachten vorweisen. Das Gesetz soll Mitte 2019 in Kraft treten. Victoria ist der erste australische Bundesstaat, der die Sterbehilfe legalisiert.

Hilfe für säkulare Flüchtlinge

Bild: RDF
Ein neu gegründeter Verein unterstützt geflüchtete Ex-Muslime in Deutschland

GBS | Richard-Dawkins-Foundation

„Ich hatte das Gefühl, Saudi-Arabien nie verlassen zu haben!“ Mit diesen Worten charakterisierte die Ex-Muslimin Rana Ahmad die Situation in dem Kölner Flüchtlingslager, in dem man sie nach ihrer Flucht aus Saudi-Arabien untergebracht hatte. Die besonderen Probleme von Ex-Muslimen, die vor dem politischen Islam nach Deutschland geflüchtet sind und in Flüchtlingslagern mit streng gläubigen Muslimen zusammenleben müssen, werden noch immer sträflich ignoriert. Um diesen Missstand zu beheben, wurde in Köln der Verein „Säkulare Flüchtlingshilfe“ gegründet, der am 17. November 2017 beim internationalen Festakt „10 Jahre Ex-Muslime“ der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Mit Unterstützung des Zentralrats der Ex-Muslime und der Giordano-Bruno-Stiftung hat der Verein eine Broschüre herausgebracht, die die „Herausforderungen und Ziele der Säkularen Flüchtlingshilfe“ beschreibt (eine Onlineversion kann hier heruntergeladen werden). Die Broschüre zeigt die politischen Forderungen des Vereins auf, geht aber auch auf die Geschichte von Rana Ahmad ein, die in Köln feststellen musste, dass die Gefahr, vor der sie geflohen war, mit ihr gereist war, nämlich in Gestalt anderer Flüchtlinge. Rana wurde in Deutschland von streng gläubigen Muslimen bedroht – wie zuvor in Saudi-Arabien. Sie musste um ihr Leben fürchten – wie in Saudi-Arabien. In ihrer Verzweiflung nahm sie Kontakt zum Zentralrat der Ex-Muslime und zur gbs Köln auf und entschloss sich, mit ihrer Geschichte in die Öffentlichkeit zu gehen. Schon im Juni 2016 erschien ein erster großer Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, im September war sie gleich zwei Mal in der Sendung sternTV zu Gast.

Durch Ranas Engagement wurden weite Teile der deutschen Bevölkerung erstmals darauf aufmerksam, wie prekär die Lage für religionsfreie Flüchtlinge in Deutschland ist. Zudem war ihr Fall der letzte Anstoß dafür, ein Projekt in Angriff zu nehmen, über das in Kreisen der Ex-Muslime und der Giordano-Bruno-Stiftung schon lange diskutiert wurde, nämlich die Gründung einer Säkularen Flüchtlingshilfe.

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Im Bann jihadistischen Terrors

Begräbnis eines Opfers des Attentats in Bir al-Abed (25. November). (Bild: Ahmed Gomaa / Imago)
Das Attentat von Bir al-Abed hat nicht nur Ägypten, sondern die ganze Region zutiefst erschüttert.

Von Ulrich Schmid | Neue Zürcher Zeitung

Das monströse terroristische Massaker von Bir al-Abed vom letzten Freitag hat den Nahen Osten weit mehr aufgerüttelt als den Westen. Während die Medienreaktionen in Europa und Amerika teilweise fast schon verstörend verhalten ausfielen, sind Trauer und Konsternation in Ägypten und in den umliegenden Ländern riesig. In den sozialen Netzwerken zirkulieren Augenzeugenberichte, die das ganze Ausmass der Schlächterei deutlich machen. Daran, dass Muslime Muslime töten, hat man sich zwar gewöhnt. Doch bereits jetzt hat es den Anschein, als könne Bir al-Abed zu einem Fanal für die muslimische Welt werden, ähnlich wie einst im Westen 9/11.

Beispiellose Schlächterei

Es dürften weit mehr als 305 Menschen ermordet worden sein. Ob Rawda, der Ort zwischen al-Arish und Bir al-Abed, an dem sich die überfallene Moschee befand, überhaupt überleben wird, ist ungewiss. Die meisten Männer sind tot. Viele Familien sind ohne Ernährer, viele wollen wegziehen. In einem einzigen Massengrab in Rawda wurden 309 Leichen beerdigt, 18 weitere an andern Orten in Bir al-Abed.

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Pence erwägt Botschaftsumzug nach Jerusalem

Vizepräsident Mike Pence während seiner Rede im New Yorker Queens Museum. ©AFP
Zieht die amerikanische Botschaft in Israel nach Jerusalem um? Bei einer Rede in New York griff der amerikanische Vizepräsident Mike Pence das Wahlkampfversprechen Donald Trumps abermals auf.

Frankfurter Allgemeine

Der amerikanische Vizepräsident Mike Pence hat die Absicht der Vereinigten Staaten bekräftigt, die amerikanische Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen zu wollen. Das berichtet die israelische Zeitung Haaretz. Auf einer Veranstaltung zum 70-jährigen Bestehen der Resolution 181 der Vereinten Nationen (UN) betonte Pence, dass „Amerika unter Trumps Regierung immer an der Seite Israels steht“.

Mit der Resolution 181 beschlossen die Vereinten Nationen am 29. November 1947 das unter britischem Mandat stehende Palästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat aufzuteilen. Damit legte die UN-Vollversammlung den Grundstein für die Entstehung des israelischen Staates. Gleichzeitig empfahlen die Vereinten Nationen die Städte Jerusalem und Bethlehem unter internationale Verwaltung zu stellen.

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Hessen: Religiöse Toleranz laut Studie gewachsen

Die religiöse Toleranz in Hessen ist laut einer Studie gewachsen (Symbolfoto). Foto: Friso Gentsch (dpa)
„Wie hast du‘s mit der Religion?“ sind Menschen in Hessen bei einer Studie gefragt worden. Im Vergleich zur ersten Untersuchung 2013 sei die religiöse Toleranz noch gestiegen.

Frankfurter Rundschau

Der überwiegende Teil der Menschen in Hessen kann sich einer Studie zufolge vorstellen, mit einem Partner anderen Glaubens zusammenzuleben. Das habe eine Neuauflage der Umfrage „Wie hast du‘s mit der Religion?“ ergeben, sagte der Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Kai Klose, am Dienstag in Wiesbaden. Im Vergleich zu einer ersten Untersuchung 2013 sei die religiöse Toleranz noch gestiegen.

Bei den befragten Männern und Frauen mit ausländischen Wurzeln könnten sich 81 Prozent einen Lebenspartner mit einer anderen Religion vorstellen – 11 Prozentpunkte mehr als noch vor vier Jahren. Bei der übrigen Bevölkerung kletterte die Zustimmung im gleichen Zeitraum um 2 Prozentpunkte auf 78 Prozent.

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Heimliche Ermittlungen im Internet: Behörden übernehmen Accounts

Bild: Bundespolizei

Deutsche Sicherheitsbehörden ermitteln heimlich in Chats, Foren oder Messenger-Diensten. Dabei werden nicht nur eigene „pseudonyme Accounts“ verwendet, sondern bestehende Zugänge übernommen und fortgeführt

Von Matthias Monroy | TELEPOLIS

In zunehmenden Maße nutzen Bundesbehörden verdeckte Accounts zur Ermittlung im Internet. Entsprechende Zahlen hat das Bundesinnenministerium jetzt in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Martina Renner veröffentlicht. Demnach hat die Bundespolizei im Jahr 2017 284 sogenannte pseudonyme Accounts verwendet, im Jahr zuvor waren es noch 174.

Für das Bundeskriminalamt und den Verfassungsschutz werden keine Angaben gemacht, auch in einer früheren Anfrage hat sich das Ministerium hierzu nicht öffentlich geäußert. Zum Bundesamt für Verfassungsschutz hieß es damals lediglich, dass dieser keine Statistiken zur Nutzung von „Fake-Accounts“ in Chats, Foren oder Messenger-Diensten führt. Eine Quantifizierung der Maßnahme sei deshalb nicht möglich. Das Gleiche gilt für den Zoll und dessen angeschlossene Zollkriminalämter. Die Behörde des Finanzministeriums nutzt pseudonyme Accounts „teilweise nur einmalig“. Gemeint sind womöglich Chatgruppen, in denen für jede Sitzung ein neuer Alias-Name eingegeben werden kann.

Anlass der jüngsten Kleinen Anfrage waren Berichte über Ermittlungen von Zollbehörden in einer Handelsplattform im Darknet. Dabei ging es um den Strafprozess gegen Phillip K., der dem Münchner OEZ-Attentäter David S. die beim Attentat am Olympia-Einkaufszentrum München am 22. Juli 2016 verwendete Waffe verkauft haben soll.

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Macron hat einen Plan für Migranten in Libyen

In seiner Rede in der Hauptstadt Burkina Fasos kündigt der französische Staatspräsident eine große Strategie gegen Terrorismus, Waffen- und Menschenhandel an

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Hat Macron dies tatsächlich so gesagt? Der französische Staatspräsident plädiere für eine „massive Evakuierung der Migranten, die in Libyen festsitzen“, zitiert ihn die staatliche türkische Nachrichtenagentur Andalu. Nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration im Mai dieses Jahres beliefe sich ihre Zahl zwischen 700.000 und 1 Million.

Solche Zahlenangaben aus Libyen sind aus vielen Gründen schwer einzuschätzen, zumal ein halbes Jahr vergangen ist, in dem sich einiges verändert hat. Die Migration aus Libyen ist zurückgegangen, möglicherweise hat das auch Einfluss auf den Zuzug von Migranten nach Libyen und die Rückkehr von Migranten in Heimatländer.

Nichtsdestotrotz handelt es sich bei den Migranten, die in Libyen festsitzen, um eine beachtliche Größenordnung. Allein das Angebot von Ruanda, 30.000 Migranten aus Libyen aufzunehmen, ist ein Hinweis darauf. Wie sollte eine „Evakuierung“ in einer Größenordnung von Zehntausenden oder Hunderttausenden umgesetzt werden? Angesichts dessen, dass die EU-Länder mit solchen Dimensionen wohl überfordert sind und Frankreichs Kontingente zur Aufnahme von Migranten, die umgesiedelt werden sollen, bislang auch mit völlig anderen Dimensionen zu tun haben?

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Yeti: Bär statt Fabelkreatur

Dieser in einer Höhle in Tibet gefundene Oberschenkelknochen soll von einem Yeti stammen. Ob das stimmt, haben nun Forscher mit DNA-Analysen überprüft. © Icon Films Ltd.
Von wegen Schneemensch: Forscher haben erneut vermeintliche Relikte des Yeti analysiert – und keinerlei Hinweis auf unbekannte Tiere oder gar Mischwesen gefunden. Stattdessen stammen Haare, Knochen, Hautstücke und Zähne größtenteils von asiatischen Bärenarten. Ein Zahn erwies sich als Relikt eines Hundes. Die DNA-Daten widerlegen auch die Vermutung, dass eine Reliktpopulation von Urzeitbären hinter dem Yeti-Mythos steckt.

scinexx

Ob Yeti oder Schneemensch: Der Legende nach existiert im Himalaya-Gebiet ein rätselhaftes Wesen, das halb Mensch und halb Tier sein soll. Sogar Haare, Zähne und Knochen der aufrecht gehenden, behaarten Kreatur wollen einige Sammler gefunden haben. Doch was steckt dahinter? 2014 ergab eine Analyse von vermeintlichen Yeti-Haaren Überraschendes. Demnach könnte im Himalaya eine vor 40.000 Jahren ausgestorbene urzeitliche Eisbärart überlebt haben. Wenige Monate später jedoch widersprach dem eine Neuanalyse der Funde.

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The Boston Declaration: Über 300 US-Theologen beklagen korruptes Christentum

Bild: Twitter/@kkatyrose
Ein namhafter Zusammenschluss von 300 US-amerikanischen Theologen hat sich in einer gemeinsamen Erklärung für eine Rückbesinnung des Evangelikalismus zu seinen biblischen Wurzeln ausgesprochen. Sprichwörtlich in Sack und Asche riefen die Theologen ihre Landsleute vergangenen Montag in der Bostoner „Old South Church“ zur Buße auf.

jesus.de

Der amerikanische Evangelikalismus befände sich in einer Krise, die er selbst zu verantworten hätte.“Viele evangelikale Christen haben eine Politik der Ausgrenzung und des Hasses gutgeheißen.“, sagte Mitinitiator Dr. Peter Heltzel vom New York Theological Seminary. Ihre ‚Gute Nachricht‘ sei ein Deckmäntelchen für eine soziale und ökonomische Ordnung, die man nur als „schlechte Nachricht“ für viele bezeichnen könne. „Wir beten daher für eine Bekehrung der Bekehrten.“ Dr. Wilhite, Theologieprofessor an der Baylor University, nutzte die Pressekonferenz, um sich in aller Deutlichkeit von dem Bild zu distanzieren, das Evangelikale derzeit abgeben würden. „‚Evangelikal‘ ist eine Kategorie, die ich nicht mehr gebrauche. Evangelikale stellen das Christentum in ein falsches Licht. […] Nach evangelikaler Lesart ist das Christentum weiß und männlich. Dafür müssen wir Abbitte leisten.”

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3,9 Prozent Ausländer: Mehr als die Hälfte der Sachsen fühlt sich überfremdet

Sachsen © MiG
Die Angst vor Überfremdung ist in Sachsen einer aktuellen Umfrage zufolge ausgeprägt. Dabei liegt die Ausländerquote in bei unter vier Prozent. 15 Prozent der Sachsen sind überzeugt, dass Deutsche anderen Völkern von Natur aus überlegen sind.

MiGAZIN

Die meisten Sachsen sind einer Studie zufolge mit ihren Lebensumständen zufrieden, dennoch hat mehr als die Hälfte Angst vor Überfremdung durch Ausländer. Insgesamt 56 Prozent der mehr als 1.000 Befragten hätten im sogenannten Sachsen-Monitor der Aussage zugestimmt, dass „die Bundesrepublik durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet“ sei, sagte der Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts dimap, Reinhard Schlinkert, am Dienstag bei der Vorstellung der Ergebnisse in Dresden. Bundesweit seien es allerdings auch immerhin 53 Prozent, die dies bejahten.

Ende 2015 lebten im Freistaat Sachsen 158.743 Ausländer, das waren 3,9 Prozent der 4,05 Millionen Einwohner in Sachsen. Der Ausländeranteil in Sachsen ist damit im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von 10,5 Prozent gering. Im Vergleich zum Ausländeranteil in den Bundesländern belegt Sachsen dem Statistischen Bundesamt zufolge gemeinsam mit Sachsen-Anhalt den 12. Platz.

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This Antarctic Selfie Is Helping Build the Interplanetary Internet

Image: MOTHERBOARD
Delay Tolerant Networking is the future of getting online in space.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

The selfie above is remarkable for a number of reasons. In the first place, it features three NASA engineers at the National Science Foundation’s McMurdo Station, the largest research base in Antarctica. There’s also the picture inside the picture featuring Vint Cerf, best known as the “father of the internet” for his role in creating the protocols that determine how information is sent on the web.

However the most remarkable thing about this photo is what’s not pictured: the interplanetary internet it is helping to create.

After taking this photo on November 20, the NASA engineers sent it from McMurdo to the International Space Station. Although many of us trade selfies on a daily basis, sending a snapshot between two of the most remote human habitats in existence requires more than just opening up your photo app of choice. In this case, these NASA researchers were reliant on an experimental way of routing data called Delay (or Disruption) Tolerant Networking, and it’s the future of the internet in interplanetary space.

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Prozess in den USA: Erdoğans Albtraum kehrt zurück

foto: reuters / jane rosenberg. Reza Zarrab (ganz rechts), während einer Anhörung in New York gezeichnet.
Alte Korruptionsvorwürfe gegen türkische Regierungskreise werden in New York verhandelt

Von Markus Bernath | derStandard.at

Seiner Frau versprach er einst, den Planeten Mars zu kaufen. Das war, als Reza Zarrab noch an den Hebeln einer wahrhaft wundersamen Geldmaschine saß. In seinen besten Tagen machte Zarrab für den Iran eine Tonne Gold zu Geld – über die Türkei und vorbei an den Finanzsanktionen der USA.

Das Glück hat den 34-jährigen Geschäftsmann seither verlassen. Heute ist Reza Zarrab in den Fängen der US-Justiz und versucht als geständiger Angeklagter, eine lange Haftstrafe zu vermindern. Verheiratet ist er auch nicht mehr. Ebru Gündeş, ein türkischer Popstar, hat sich mittlerweile von ihrem Mann scheiden lassen. Das „Goldbuberl“ ist für die Mächtigen in der Türkei zu einer Belastung geworden.

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Württembergische Landeskirche ist „größte Zahlerkirche in der EKD“

Bild: tilly
In der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist die württembergische Landeskirche die „größte Zahlerkirche“. Von den erwarteten Kirchensteuereinnahmen von 690 Millionen Euro im kommenden Jahr fließen 52,5 Millionen in die „Aufgaben in gemeinsamer Verantwortung“, wie der Finanzdezernent der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Martin Kastrup, am Dienstag vor der Herbstsynode in Stuttgart sagte.

evangelisch.de

Allein mit der Hälfte würden die finanzschwachen EKD-Mitgliedskirchen in Ostdeutschland unterstützt. 15,4 Millionen erhalte die EKD selbst, 7,8 Millionen der Kirchliche Entwicklungsdienst (EWDE) und 1,7 Millionen der Lutherische Weltbund.

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Der israelische Soldat, der schuldig sein will

„Ich bin bereit, Verantwortung für meine Missetaten zu übernehmen“: Dean Issacharoff im Westjordanland Quelle: Tanya Habjouqa / NOOR
Eine Gruppe ehemaliger Soldaten provoziert Jerusalems Regierung, indem sie die Brutalität der Besatzung Palästinas dokumentiert. Ermittlungen gegen den Sprecher bringen nun Israels Botschafter in Berlin in Bedrängnis.

Von Gil Yaron | DIE WELT

So etwas gab es noch nie, hieß es unlängst aus Israels Staatsanwaltschaft. Eigentlich sollte Dean Issacharoff froh sein. Schließlich stellte der Chefankläger Ermittlungen gegen den ehemaligen israelischen Soldaten wegen Verdacht auf einen Gewaltexzess bei der Verhaftung eines palästinensischen Zivilisten ein. Es bestehe „mangelnde Schuld“, Issacharoff habe „im Einklang mit dem Gesetz“ gehandelt.

Aber Issacharoff besteht darauf, schuldig zu sein. Er lehnt den Beschluss des Generalstaatsanwalts ab und fordert, dass ihm der Prozess gemacht wird. Sein Anliegen ist einer der politisch heikelsten Fälle, die derzeit in Israel debattiert werden.

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Minister Schmidt hat Glyphosat-Alleingang monatelang geplant

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
  • Landwirtschaftsminister Christian Schmidt hat bereits seit Monaten nach Wegen gesucht, auf EU-Ebene für einen längeren Einsatz von Glyphosat stimmen zu können.
  • Er wollte von der Kanzlerin eine Weisung, gegen den Willen des Umweltministeriums zu stimmen. Merkel rügte aber am Dienstag, das Verhalten Schmidts habe „nicht der Weisungslage“ entsprochen.
  • Angela Merkel kann Schmidt nicht ohne Billigung der CSU entlassen und sie könnte als geschäftsführende Bundeskanzlerin keine neuen Minister berufen.

Von Lena Kampf, Robert Roßmann | Süddeutsche Zeitung

Das Bundesagrarministerium hat bereits seit Monaten nach Wegen gesucht, in Brüssel trotz des Vetos des Bundesumweltministeriums für einen längeren Einsatz von Glyphosat stimmen zu können. Das ergibt sich aus Akten, die Süddeutsche Zeitung, WDR und NDR einsehen konnten.

Demnach empfahl das zuständige Fachreferat für Pflanzenschutz Minister Christian Schmidt (CSU) bereits am 7. Juli zu prüfen, ob man ohne das Einverständnis des SPD-geführten Umweltministeriums dem Vorschlag der EU-Kommission „eigenverantwortlich“ zustimmen könne.

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DMs From Beyond the Grave Are Changing How We Grieve

Image: Georgie Pauwels/Flickr
“When you experience those feelings and memories, it’s a little bit like losing someone all over again.”

By Michael Waters | MOTHERBOARD

This October, when NaKina Talbert glanced out the window of her temporary home in Guatemala and saw a volcano erupting less than 100 miles away, her first instinct was to snap a photo. “It’s pretty far away, but it booms like a cannon!” she tagged the image, with an arrow pointing to the volcano.

Talbert, a 58-year-old painter and former project manager from Dallas, Texas, then logged into her account on SafeBeyond, a digital legacy platform. Here she uploaded the image to her “vault,” a cache of photos, videos, audio messages, and letters she plans to have sent in installments to various family members after her death. There is the message for when her granddaughter (now 14) turns 21, the video for the first Christmas Talbert’s son (now 37) will spend without her, letters to her future great grandchildren (should there be any), and a slew of recordings from the bucket-list trips she has taken over the last year.

Talbert’s visit to Guatemala is her seventh such trip, though she doesn’t know how many more she will be able to make. According to her doctors, she wasn’t even supposed to live this long.

In 2014, Talbert was diagnosed with progressive supranuclear palsy, or PSP, a rare and fast-acting neurodegenerative disease with symptoms similar to Parkinson’s. She soon began making preparations. She knew she wanted to leave her children and grandchildren recordings of her voice—when Talbert’s father died nearly 40 years ago, that was the thing she forgot first. “I can still see his face as clearly as if it were yesterday,” she told me. “But I can’t quite grasp his voice anymore.”

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