Im Bann jihadistischen Terrors


Begräbnis eines Opfers des Attentats in Bir al-Abed (25. November). (Bild: Ahmed Gomaa / Imago)
Das Attentat von Bir al-Abed hat nicht nur Ägypten, sondern die ganze Region zutiefst erschüttert.

Von Ulrich Schmid | Neue Zürcher Zeitung

Das monströse terroristische Massaker von Bir al-Abed vom letzten Freitag hat den Nahen Osten weit mehr aufgerüttelt als den Westen. Während die Medienreaktionen in Europa und Amerika teilweise fast schon verstörend verhalten ausfielen, sind Trauer und Konsternation in Ägypten und in den umliegenden Ländern riesig. In den sozialen Netzwerken zirkulieren Augenzeugenberichte, die das ganze Ausmass der Schlächterei deutlich machen. Daran, dass Muslime Muslime töten, hat man sich zwar gewöhnt. Doch bereits jetzt hat es den Anschein, als könne Bir al-Abed zu einem Fanal für die muslimische Welt werden, ähnlich wie einst im Westen 9/11.

Beispiellose Schlächterei

Es dürften weit mehr als 305 Menschen ermordet worden sein. Ob Rawda, der Ort zwischen al-Arish und Bir al-Abed, an dem sich die überfallene Moschee befand, überhaupt überleben wird, ist ungewiss. Die meisten Männer sind tot. Viele Familien sind ohne Ernährer, viele wollen wegziehen. In einem einzigen Massengrab in Rawda wurden 309 Leichen beerdigt, 18 weitere an andern Orten in Bir al-Abed.

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