Macron hat einen Plan für Migranten in Libyen


In seiner Rede in der Hauptstadt Burkina Fasos kündigt der französische Staatspräsident eine große Strategie gegen Terrorismus, Waffen- und Menschenhandel an

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Hat Macron dies tatsächlich so gesagt? Der französische Staatspräsident plädiere für eine „massive Evakuierung der Migranten, die in Libyen festsitzen“, zitiert ihn die staatliche türkische Nachrichtenagentur Andalu. Nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration im Mai dieses Jahres beliefe sich ihre Zahl zwischen 700.000 und 1 Million.

Solche Zahlenangaben aus Libyen sind aus vielen Gründen schwer einzuschätzen, zumal ein halbes Jahr vergangen ist, in dem sich einiges verändert hat. Die Migration aus Libyen ist zurückgegangen, möglicherweise hat das auch Einfluss auf den Zuzug von Migranten nach Libyen und die Rückkehr von Migranten in Heimatländer.

Nichtsdestotrotz handelt es sich bei den Migranten, die in Libyen festsitzen, um eine beachtliche Größenordnung. Allein das Angebot von Ruanda, 30.000 Migranten aus Libyen aufzunehmen, ist ein Hinweis darauf. Wie sollte eine „Evakuierung“ in einer Größenordnung von Zehntausenden oder Hunderttausenden umgesetzt werden? Angesichts dessen, dass die EU-Länder mit solchen Dimensionen wohl überfordert sind und Frankreichs Kontingente zur Aufnahme von Migranten, die umgesiedelt werden sollen, bislang auch mit völlig anderen Dimensionen zu tun haben?

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