Minister Schmidt hat Glyphosat-Alleingang monatelang geplant


Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
  • Landwirtschaftsminister Christian Schmidt hat bereits seit Monaten nach Wegen gesucht, auf EU-Ebene für einen längeren Einsatz von Glyphosat stimmen zu können.
  • Er wollte von der Kanzlerin eine Weisung, gegen den Willen des Umweltministeriums zu stimmen. Merkel rügte aber am Dienstag, das Verhalten Schmidts habe „nicht der Weisungslage“ entsprochen.
  • Angela Merkel kann Schmidt nicht ohne Billigung der CSU entlassen und sie könnte als geschäftsführende Bundeskanzlerin keine neuen Minister berufen.

Von Lena Kampf, Robert Roßmann | Süddeutsche Zeitung

Das Bundesagrarministerium hat bereits seit Monaten nach Wegen gesucht, in Brüssel trotz des Vetos des Bundesumweltministeriums für einen längeren Einsatz von Glyphosat stimmen zu können. Das ergibt sich aus Akten, die Süddeutsche Zeitung, WDR und NDR einsehen konnten.

Demnach empfahl das zuständige Fachreferat für Pflanzenschutz Minister Christian Schmidt (CSU) bereits am 7. Juli zu prüfen, ob man ohne das Einverständnis des SPD-geführten Umweltministeriums dem Vorschlag der EU-Kommission „eigenverantwortlich“ zustimmen könne.

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