Wenn Unkrautvernichter nicht mehr vernichten


Kanadisches Berufkraut (Conyza canadensis). Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 – Michael Becker

Im Glyphosat-Streit wird oft vergessen: Viele Pflanzen haben bereits Resistenzen gegen das Herbizid entwickelt – auch in Deutschland. Die Landwirte haben in den vergangenen Jahren einen gravierenden Fehler gemacht.

Von Elke Bodderas | DIE WELT

Der Horror hat weiße, flauschige Blüten. Geben dürfte es ihn eigentlich nicht. Aber ein paar Hundert Meter vor seinem Fenster sieht Glyphosat-Experte Frank Telewski ihn stehen, seinen Horror. Er sieht hübsch aus, blüht und gedeiht und hat auch einen Namen: Kanadisches Berufkraut alias Katzenschweif. Es sprießt mit dem Mais auf dem Acker um die Wette. Es sind Hunderte Pflanzen. Ein Albtraum.

Telewski ist US-Botanikprofessor, seit Jahren erforscht er an der Universität East Lansing im Bundesstaat Michigan Unkräuter. Vornehmlich jene, die auf landwirtschaftlichen Nutzflächen um einen Platz an der Sonne ringen. Telewski kennt sie alle, sämtliche Arten und Sorten unter jedweden Klimabedingungen und in allen Erdteilen. Er weiß: Unkraut kann sehr wohl vergehen. Aber das da, was vor seinem Fenster auf den Mais- und Rapsfeldern heranwächst, nimmt er mit einem selten gewordenen Gefühl zur Kenntnis. Es ist Ratlosigkeit.

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