In Berlin-Kreuzberg werden Massenmörder zu Märtyrern erklärt


Brüsseler Attentäter – als „Märtyrer“ präsentiert Quelle: Sort/Hvid
Eine Kunstinstallation im Berliner Bezirk Kreuzberg präsentiert islamistische Terroristen als Märtyrer – und hebt sie auf eine Stufe mit Martin Luther King und anderen Widerstandskämpfern.

Von Philip Kuhn | DIE WELT

Was haben Martin Luther King, Mohammed Atta und Maximillian Kolbe gemeinsam? Alle drei starben für ihre Überzeugungen. Zumindest nach Ansicht eines dänischen Künstlerkollektiv, dass diese so unterschiedlichen Personen der Zeitgeschichte in einer Kreuzberger Kunstinstallation zu Märtyrern erklärt.

Laut Definition handelt es sich bei Märtyrern um Menschen, die ihr eigenes Leben opfern, um ein Zeugnis ihres Glaubens abzulegen. Zur Erinnerung: Martin Luther King setzte sich für die Rechte von Schwarzen in den USA ein. Deshalb ermordete ihn ein weißer Rassist. Der polnische Geistliche Maximillian Kolbe rettete in Auschwitz einem jüngeren Mitgefangenen das Leben, in dem er sich an dessen Stelle einem Mordkommando der Nazis stellte. Und Mohammed Atta flog am 11. September 2001 mit einem entführten Flugzeug in das World Trade Center. Mehr als 3000 Menschen starben.

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