Muslimische Frauenrechtlerin Ates: „Schweigen macht mich krank“

Frauenrechtlerin Seyran Ates. – (c) Imago
Die muslimische Frauenrechtlerin Seyran Ates kämpft trotz Morddrohungen für einen liberalen Islam. Westliche Demokratien würden sich zu tolerant verhalten, sagt sie beim 11. Mediengipfel in Lech.

Von Isabella Scholda | Die Presse.com

Zum Auftakt des 11. Mediengipfels in Lech hat die Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ates für einen anderen Umgang mit dem radikalen Islam plädiert. Ihrer Ansicht nach verhalten sich westliche Demokratien zu tolerant. Die bekennende Muslimin hat in Berlin eine liberale Moschee gegründet.

Seyran Ates ist deutsche Rechtsanwältin, Autorin, Frauenrechtlerin türkischer und kurdischer Abstammung. Sie ist Mitbegründerin der im Juni 2017 eröffneten Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin. Die liberale Moschee wird von einigen islamischen Institutionen stark kritisiert, doch von vielen Menschen auch als Hoffnung für eine Reformierung des Islam gesehen.

1969 kam sie als 6-jährige mit ihrer Familie aus der Türkei nach Berlin. Ihr Vater war Kurde, ihre Mutter Türkin. Nachdem sie mit 17 Jahren ihre türkische Familie verlässt, beginnt sie 1983 in einer Beratungsstelle für türkische Frauen zu arbeiten.

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Ohrläppchen verblüffen die Genetiker

Hängt das Ohrläppchen frei (links) oder ist es angewachsen? © STephan Bormotov, Kwangmooza/ thinkstock
Angewachsen oder frei hängend? Die Form unserer Ohrläppchen galt bisher als Paradebeispiel für die dominant-rezessive Vererbung eines Gens. Doch jetzt enthüllen DNA-Analysen: An der Ausprägung der Ohrläppchen sind 49 verschiedene Gene beteiligt – mindestens. Erst ihr Zusammenwirken entscheidet, ob dieses fleischige Ende der Ohrmuschel angewachsen ist oder frei herabhängt.

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Dass die Form der Ohrläppchen etwas über den Charakter ihres Trägers verrät, ist ein Mythos – auch wenn im Mittelalter Frauen mit angewachsenen Ohrläppchen sogar als Hexen verfolgt wurden. Klar ist aber, dass es zwei Varianten der Läppchenform gibt: Bei den meisten Menschen hängt der fleischige untere Teil der Ohrmuschel frei und bildet einen Lappen. Deutlich seltener ist die angewachsene Variante. Bei dieser ist der vordere Teil des Läppchens mit der Wange verbunden.

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Der Islam braucht keinen Voltaire

Vernunft muss sich selber kritisch reflektieren. Wer den Islam als voraufklärerisch kritisiert, darf seinen Standpunkt nicht absolut setzen – und damit in eine fundamentalistische Position verfallen. (Bild: Jürg Müller / Visum)
Nicht nur die westliche Welt kennt eine aufklärerische Tradition. Ein Beitrag zur Differenzierung.

Von Ulrich Rudolph | Neue Zürcher Zeitung

In der NZZ findet derzeit eine Debatte über das Erbe der Aufklärung statt. Dabei werden Universalismus, (Multi-)Kulturalismus, das richtige Verständnis von Immanuel Kant und anderes mehr verhandelt – aber zur Debatte steht eigentlich der Islam. Das deutete sich schon in den ersten Diskussionsbeiträgen an und trat vollends zutage, als Bassam Tibi in der NZZ vom 22. 11. die bekannte Formel bemühte, die Muslime müssten endlich eine Phase der Aufklärung durchlaufen, weil sie nur so ihre Probleme, die gewissermassen einem Zustand vor der Aufklärung geschuldet seien, überwinden könnten.

Diese Forderung ist plakativ. So vorgetragen und begründet, geht sie von einem historischen Verständnis aus, das allein aus der europäischen Geschichte beziehungsweise aus einer schematischen Konstruktion derselben abgeleitet ist. Gleichwohl wird man die Forderung als solche nicht einfach zurückweisen können, denn der Anspruch, der sich aus dem Begriff der Aufklärung ergibt, ist ein kategorischer. Er besteht grundsätzlich, unabhängig von historischen Konstruktionen und möglichen kulturellen Differenzen. Hinzu kommt, dass viele Muslime von heute genau dieses Anliegen teilen, weil sie damit eine Absage an verbreitete, ideologisch gesteuerte Fundamentalismen und die Hoffnung auf einen vernunftorientierten Diskurs verbinden.

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„Frankenstein“-Mikrobe erzeugt Protein

Das grüne Leuchten zeigt an, dass diese Bakterien ihren durch zwei künstliche Basen erweiterten Gencode in Aminosäuren und ein Protein übersetzt haben. © Bill Kiosses/ The Scripps Research Institute
Manipuliertes Leben: Erstmals hat ein Bakterium mit zwei zusätzlichen, künstlichen DNA-Basen diese genutzt, um daraus Aminosäuren und ein Protein herzustellen. Die semisynthetische Mikrobe übersetzte den um die Basen X und Y angereicherten Gencode in Aminosäuren, die es normalerweise nicht produzieren kann, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten. Damit haben sie nicht nur das Alphabet des Lebens von vier auf sechs Buchstaben erweitert, sie haben es auch erstmals praktisch genutzt.

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Seit Entstehung des Lebens auf der Erde nutzt die Natur vier Buchstaben für ihr Lebensalphabet: Die genetische Information in der DNA aller Organismen wird über vier DNA-Basen kodiert – Guanin, Cytosin, Thymin und Adenin. Doch bereits im Jahr 21014 gelang es Forschern am Scripps Institute in Kalifornien, diesen Lebenscode zu erweitern. Sie setzten in das Erbgut des Darmbakteriums Escherichia coli zwei zusätzliche, künstliche Basen ein – X und Y.

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KI-Algorithmus kann aus geparkten Autos auf die politische Haltung schließen

Straße in San Francisco. Bild: Google Street View
Mit Maschinensehen und -lernen können aus Google-Street-Views-Bildern demografische und sozioökonomische Merkmale der Bewohner von Stadtbezirken abgeleitet werden

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Wissenschaftler konnten zeigen, dass man keine Erhebungen, Volkszählungen oder Befragungen mehr machen muss, um demografische Fakten zu eruieren. Ein Team von Computerwissenschaftlern vom Artificial Intelligence Laboratory an der Stanford University hat nun vorgeführt, wie sich aus Bildern von Google Street Views für Orte, Stadtteile und Straßen ableiten lassen soll, welches Einkommen und welchen Bildungsgrad die dort lebenden Menschen haben, welcher Ethnie sie angehören und wie sie wählen. Die Studie ist in den Proceedings of the National Academy of Sciences erschienen.

Alles hängt für die Wissenschaftler von den Autos ab, die Aufschluss über die Menschen geben sollen. Ist die Zahl der Limousinen in einer Stadt höher als die der Pick-ups, sollen die Menschen mit einer Wahrscheinlich von 88 Prozent für Demokraten stimmen, umgekehrt sollen sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 82 Prozent für Republikaner stimmen.

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In Burkas gehüllte Taliban stürmen Studentenheim und töten mindestens neun Menschen

Polizisten und Rettungskräfte stehen vor einem Gebäude des Agriculture Institute in Peshawar. (Bild: Reuters /Fayaz Aziz)
In der pakistanischen Stadt Peshawar haben Taliban am Freitag mindestens neun Personen getötet und Dutzende verletzt. Sie stürmten als Frauen verkleidet den Campus einer Hochschule.

Neue Zürcher Zeitung

Bewaffnete Taliban haben am Freitag den Campus einer Hochschule für Landwirtschaft in Peshawar gestürmt. Die in Burkas gehüllten Männer töteten dabei mindestens neun Personen und verwundeten drei Dutzend weitere, wie die Polizei und Spitalangestellte meldeten.

Polizisten und Soldaten töteten nach eigenen Angaben während zweistündiger Gefechte alle Angreifer.

Die pakistanischen Taliban reklamierten die Tat in einer Meldung ihres Sprecher Mohammad Khorasani für sich. Dort heisst es, ihr Ziel sei ein sogenanntes Safe House des militärischen Geheimdienstes gewesen.

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Aus fürs Kirchenmuseum

Das Stadthaus in der neuen Frankfurter Altstadt hat knapp 25 Millionen Euro gekostet und dient als Veranstaltungsort. Foto: Christoph Boeckheler
Wegen des satten Defizits im Frankfurter Haushalt 2018 stellt Kämmerer Uwe Becker (CDU) den Bau des Kirchenmuseums zurück. Weitere Kürzungen könnten folgen.

Von Florian Leclerc | Frankfurter Rundschau

Mit der Ausstellung „794“ sollte das ökumenische Kirchenmuseum im Sommer 2018 eröffnen und den Bogen spannen von Karl dem Großen bis Heute. Aber dazu wird es nicht kommen. Die Stadt spart das Museum im Stadthaus angesichts der Haushaltslage ein. „Ich schlage vor, den Bau für die nächsten Jahre zurückzustellen“, sagte Bürgermeister Uwe Becker (CDU), der auch Kirchendezernent und Stadtkämmerer ist, der Frankfurter Rundschau.

Aufgrund steigender Defizite und Schulden der Stadt habe er die Dezernenten gebeten, jeweils fünf Prozent der Kosten aus ihren jeweiligen Ressorts zu sparen. Er wolle mit guten Beispiel vorangehen und im Kirchendezernat zum Rotstift greifen, sagte Becker.

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Rentnerin bündelt Zorn gegen ARD und ZDF

Nosferatu in Wismar. Bild: TP
Der 77-jährigen elffachen Mutter, die nie einen Fernseher hatte, wird wegen des Rundfunkbeitrags die Rente gepfändet

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Seit einigen Tagen ist Ursula Gierke aus Wismar in Sozialen Medien eine prominente Persönlichkeit: Der 77-jährigen elffachen Mutter wird nämlich jetzt die Rente gepfändet, weil die Nichtfernsehzuschauerin den Rundfunkbeitrag nicht bezahlt hat. Der örtlichen Ostsee-Zeitung zufolge, die über Gierke als erstes berichtete, ist sie nur einer von zahlreichen ähnlichen Fällen: Im Sendegebiet des Norddeutschen Rundfunks laufen den Zahlen der Beitragsstelle nach aktuell etwa 308.000 Vollstreckungsverfahren.

Alleine in Rostock stellte der NDR seit 1. Januar 2017 fast 4000 „Ersuchen auf Vollstreckungshilfe“. Danach werden dem Rostocker Finanzsenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) nach „oft Lohn oder Konto gepfändet, eher selten das Auto“. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass seit der 2013 vorgenommenen Umstellung auf einen geräteunabhängigen Beitrag auch solche Bürger zahlen müssen, die (wie die Rentnerin) gar keinen Fernseher haben und die öffentlich-rechtlichen Sender nicht konsumieren.

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Berliner AfD will weiteren christlichen Feiertag

Der Feiertag am 31. Oktober 2017 zum 500. Jahrestag der Reformation wird wohl eine Ausnahme bleiben.Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Jedes Jahr frei am Reformationstag? Mit diesem Vorschlag ist die AfD im Abgeordnetenhaus gescheitert. Doch die anderen Parteien schlagen alternative Termine vor.

Von Ulrich Zawatka-Gerlach, Stephan Wiehler | DER TAGESSPIEGEL

Ein Antrag der AfD, den Reformationstag am 31. Oktober zum gesetzlichen Feiertag in Berlin zu erheben, wurde am Donnerstag im Abgeordnetenhaus von allen anderen Fraktionen abgelehnt. Die AfD begründete ihren Vorschlag damit, dass der erhebliche Beitrag der Reformation zur Modernisierung der christlichen Kirche, aber auch Europas im „protestantisch geprägten“ Berlin gewürdigt werden solle.

Außerdem sei die Hauptstadt feiertagsmäßig eindeutig das Schlusslicht in Deutschland. Diesen Argumenten folgten die anderen fünf Fraktionen allerdings nicht.

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200 Flugsaurier-Eier auf einen Streich

Mehr als 200 Flugsaurier-Eier sind in diesem Steinblock konserviert – so viele wurden noch nie zuvor gefunden. © Alexander Kellner/ Museu Nacional, UFRJ
Spannender Fund: In China haben Paläontologen die größte bekannte Ansammlung von Flugsaurier-Eiern entdeckt. In einem rund 120 Millionen Jahren alten Steinblock waren neben Pterosaurierknochen mehr als 200 Eier konserviert – viele davon mit erhaltener 3D-Struktur. Nachdem bisher nur eine Handvoll von Flugsaurier-Eiern bekannt waren, bietet dieser Fund wertvolle Einblicke in die Embryonalentwicklung und das Brutverhalten der Pterosaurier.

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Die Pterosaurier waren die urzeitlichen Herrscher der Lüfte. Mit Flügelspannweiten von bis zu zwölf Metern dominierten sie von der späten Trias vor rund 220 Millionen Jahren bis zum Ende der Kreidezeit den Himmel. Doch über ihre Fortpflanzung und ihre Embryonalentwicklung ist nur wenig bekannt – es wurden bisher zu wenig gut erhaltene Eier und Embryos dieser Flugsaurier gefunden. Das erste nicht komplett plattgedrückte Ei entdeckten Paläontologen erst 2014 in einem Pterosaurier-Massengrab in China.

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Conservative Christian Pastor Calls for Executing All Gay People by Christmas Day

Pastor Steven Anderson of Faithful Word Baptist Church in Arizona.
It sounds like a sermon that would be delivered in Uganda, but it’s actually from the mouth of an American pastor in Arizona.

by Stephen D. Foster Jr. originally appeared at Addicting Info | Church and State

Conservative Christian Pastor Steven Anderson openly called for executing every gay person in America during a Sunday sermon at his church in Tempe, Arizona. He claimed from the pulpit that gays need to be put to death in the name of God by Christmas Day in an effort to wipe out AIDS, even though AIDS is not a virus exclusive to the LGBT community. Anderson opined:

Turn to Leviticus 20:13, because I actually discovered the cure for AIDS. If a man also lie with mankind, as he lieth with a woman, both of them have committed an abomination: they shall surely be put to death. Their blood shall be upon them. And that, my friend, is the cure for AIDS. It was right there in the Bible all along — and they’re out spending billions of dollars in research and testing. It’s curable — right there. Because if you executed the homos like God recommends, you wouldn’t have all this AIDS running rampant.

In addition, Anderson went on a hateful tirade about how gay people will never be allowed to step foot inside his church.

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Bedford-Strohm will weiteren gesetzlichen evangelischen Feiertag

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hätte gerne noch einen weiteren gesetzlichen evangelischen Feiertag.

evangelisch.de

Auf einen bestimmten Feiertag wolle er sich nicht festlegen, sagte Bedford-Strohm am Donnerstag zum Abschluss der Herbsttagung der Landessynode in Amberg. Infrage kämen etwa der Buß- und Bettag Mitte November, der 1995 zur Finanzierung der Pflegeversicherung als gesetzlicher Feiertag gestrichen wurde. Der zweite infrage kommende Feiertag wäre der Reformationstag, der in diesem Jahr wegen des 500. Reformationsjubiläums als einmaliger gesetzlicher Feiertag begangen wurde.

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Menschengerichtshof weist Klage von abgeschobenem Gefährder ab

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Die Abschiebung eines Russen, der wegen Islamismus-Verdachts festgenommen worden war, ist rechtmäßig. Das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden.

ZEIT ONLINE

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Klage (Beschwerde-Nr. 54646/17) eines russischen Staatsbürgers für unzulässig erklärt, der wegen des Verdachts auf Verbindungen zum „Islamischen Staat“ von Deutschland nach Russland abgeschoben worden war.  Das Straßburger Gericht teilte mit, es sehe keinen Grund zur Annahme, dass dem Kläger in Russland unmenschliche Behandlung drohe. Die deutschen Gerichte hätten den Fall sorgfältig bearbeitet und die Entscheidung zur Abschiebung umfassend begründet.

Der Kläger stammt aus der russischen Republik Dagestan im Nordkaukasus, ist aber in Bremen aufgewachsen. Im März dieses Jahres hatten deutsche Behörden die Abschiebung des heute 18-Jährigen beschlossen.

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Frankfurter Bibelmuseum sagt Schau mit Qumran-Schriftrollen aus Israel ab

©Imago
Die Bundesregierung verweigert eine rechtsverbindliche Immunitätszusage. Also findet die Ausstellung nicht statt – wegen der Sorge vor Ansprüchen der Palästinenser.

Frankfurter Allgemeine+

Das Frankfurter Bibelhaus hat die geplante Ausstellung von Qumran-Schriftrollen abgesagt. Einige dieser ältesten bekannten Bibel-Manuskripte vom Toten Meer hätten im Herbst 2019 in dem Museum in Sachsenhausen gezeigt werden sollen. „Aufgrund der politischen Entwicklungen“ sei eine solche Ausstellung jedoch „nicht mehr verantwortbar“, sagte Jürgen Schefzyk, der Direktor des Bibelmuseums, dieser Zeitung.

Grund für die Absage ist die Weigerung der Bundesregierung, eine rechtsverbindliche Rückgabezusage für alle Leihgaben der Israelischen Antikenverwaltung abzugeben. Diese sogenannte Immunitätszusage.

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Gottlos im Osten

Als ich geboren wurde, war die DDR gerade gestorben. Trotzdem tat ich alles dafür, nicht als Ostdeutscher zu gelten. Nur auf meinen Atheismus bin ich stolz. Warum?

Von Marcel Laskus | ZEIT Campus

Immer wenn die Sommerferien vorbei waren, dachte ich, dass es Gott vielleicht doch geben muss. Unsere Ethik-Lehrerin kam in die Klasse, um uns zu fragen: Wer von euch geht in den Religionsunterricht? Zögerlich hoben sich drei, vier Hände. Wir anderen drehten uns zu ihnen: Das sind sie also, die Freunde, die zweimal in der Woche aus unserer Klasse verschwinden, um über ihre Bibel, Gebote und Gott zu reden. Der Grund: Ich bin im Osten aufgewachsen.

Gäbe es die DDR noch heute, sie wäre wohl eines der gottlosesten Länder der Welt. In Ostdeutschland glaubt nur einer von zehn Menschen an einen persönlichen Gott. Und die DDR ist schuld daran. Bevor die Mauer 1961 gebaut wurde, sagten noch 90 Prozent der Menschen in Ostdeutschland, sie seien gläubig.

Ich bin 1989 geboren, also eigentlich ein Kind des vereinten Deutschlands. Aber in den Dom, der das Wahrzeichen meiner Heimatstadt Erfurt ist, gehe ich nur, wenn Leute, die mich besuchen, ihn unbedingt sehen wollen. Meist betrachte ich dann still ihre staunenden Gesichter, stecke meine Hände in die Hosentaschen und friere ein bisschen.

Ich bin Atheist. Lange Zeit war mir das egal, aber inzwischen habe ich gemerkt, dass mein Atheismus mehr ist als einfach nur eine Einstellung. Er ist der Teil meiner ostdeutschen Identität, auf den ich stolz sein kann.

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Icy Debris Blobs Are Creeping Closer to Alaska’s Only Road to the Arctic

Alaska’s Dalton Highway, near Atigan Pass. Image: Flickr/Peter Waterman
Twenty three “frozen debris lobes” are nearing Alaska’s Dalton Highway, and climate change could be to blame.

By Sarah Emerson | MOTHERBOARD

Alaska’s main artery to the Arctic, the 414-mile-long Dalton Highway, is being threatened by rapidly thawing „landslides,“ according to a report from Arctic Now.

Twenty three permafrost features, called “frozen debris lobes,” are steadily creeping toward the remote highway. Panned out, these geohazards resemble mudslides. One of them, which is set to reach Dalton Highway by 2022—now 86 feet away from the road—has been approaching 1.5 centimeters each day, according to a team of researchers at the University of Alaska Fairbanks.

But, up close, these moving masses are a mix of boulders, silt, and organic matter, with below-freezing liquid cores. They sit atop permafrost, a frozen layer of carbon-sequestering soil, which allows them to slide along the ground, slowly but surely. Some have exceeded 328 feet in width, 65 feet in height, and 3280 feet in length, found a 2012 study published in Natural Hazards and Earth System Sciences.

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Die Tücken bei der Abschiebung islamistischer Gefährder

Deutsche Behörden haben seit Jahresbeginn mehr als 50 radikale Islamisten in ihre Herkunftsländer abgeschoben.

Von Florian Flade | DIE WELT

  • Abgeschoben wurde unter anderem nach Tunesien, Algerien, Marokko, Serbien, Bosnien-Herzegowina und nach Afghanistan.
  • Unterstützt werden die Behörden durch ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes aus dem Frühjahr.

Ahmet Y. soll weg. Der 21-jährige Türke gilt als Gefahr, als radikaler Islamist, der jederzeit einen Terroranschlag begehen könnte. Deshalb will ihn der deutsche Staat loswerden. Abschieben. In die Türkei. In ein Land, das Y. kaum kennt.

Er stammt aus Ostwestfalen, wurde in Paderborn geboren, wuchs im 9000-Einwohner-Ort Altenbeken auf. Er hat das Gymnasium besucht, sein Abitur gemacht und galt als talentierter Fußballer. Eigentlich wollte er Informatik studieren.

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Wahl Dodo des Monats November 2017

Dodo des Monats November 2017 ©HFR

Das Jubeljahr der Reformationsfeierlichkeiten wurde beendet, was nicht heißt, dass sich religiotischer Unsinn in den Medien niederschlägt. Ob nun der Erzapostel von München, der das BGE als undemokratisch empfindet, bei über 12.500€ Staatsknete monatlich und mietfreiem Wohnen in einem Palais, durchaus verständlich, oder aber das Gerichtsurteil gegen die Ärztin Kristina Hänel, auf der Grundlage eines Paragrafen, der der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik zum Durchbruch verhelfen sollte oder aber das Gerichtsurteil welches der Fluglinie Kuwait Airways den Transport von israelischen Bürgern, von Deutschland aus, zu verweigern. Es ist zum aus der Haut fahren.
Hier sind die Kandidaten für die Wahl.
Die endet am 07.12.2017 um 18:00 Uhr. Der Gewinner wird hier am folgenden Tag gewürdigt
werden. Viel Spaß!

  1.  Islamische Zentrum Freiburg im Breisgau, „fühlt sich als Opfer des Islam-Verleumders Ourghi, fordert des Entlassung.“
  2.  Nora Illi, „Ganzkörper-Kondom verhindert Denken, so dass der Unterschied zwischen Burkaverbot und Holocaust zur Umnachtung führt.“
  3.  Katrin Göring-Eckardt, „sucht neue Freunde unter Bienen, Schmetterlingen und Vögeln.“
  4.  Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), „Islamunterricht für alle, vereinfacht den Unterricht, die Inhalte sind seit über 1000 Jahren die gleichen.“
  5.  Heinrich Bedford-Strohm, „beschwört den Zusammenhalt der Religionen.“
  6.  Joachim Gauck, „Schreckliche Christenverfolgung, falsche Zahlen, evangelikale Statistiken.“
  7.  Stephan Ackermann, „seit Jahren harrt die Aufklärung des Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche ihrer Veröffentlichung.
  8.  Margot Käßmann, „redet sich das Refomationsjubiläum schön.“
  9.  IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin, „es bräuchte einen Beauftragten für Religionsfreiheit.“
  10.  Johannes Huber, „Sex, Promiskuität und Immunsystem, katholisch betrachtet.“
  11.  AfD Berlin, „Reformationstag soll dauerhafter Feiertag in der Stadt werden.“
  12.  Evangelische Landeskirche Württemberg, „gepflegte Homophobie.

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Arabische Debatte über Religion und Säkularismus: Keine Kollision mit religiösen Werten

Der jordanische Publizist Mousa Barhouma kritisiert die immer wiederkehrende Gleichsetzung des Säkularismus mit Apostasie und Ketzerei in den arabischen Diskursen. Dabei steht der Säkularismus gar nicht im Widerspruch zum Glauben und strebt auch nicht danach, dessen Platz einzunehmen.

Von Mousa Barhouma | Qantara.de

Die Veröffentlichung einer das Wesen der Göttlichkeit beleidigenden Karikatur durch einen jordanischen Publizisten hat kürzlich den Streit um Religion und Säkularismus in der arabischen Welt wieder aufleben lassen. Die sozialen Netzwerke explodierten förmlich vor Wut und Erbitterung, Laizisten wurden als Apostaten und Ketzer verunglimpft.

Es kommt leider oft vor, dass der Säkularismus in diesen emotional geführten Debatten insgesamt mit Apostasie gleichsetzt werden. Eine Überzeugung, die zumeist von Personen vertreten wird, die sich dem islamistischen Gedankengut verpflichtet sehen.

Diese Fraktion konstruiert fortwährend und geradezu mechanisch Verbindungen zwischen Säkularismus und Ketzerei – und folgt damit einer Meinung, die sich bei vielen festgesetzt hat. Dabei steht, wie wir im Folgenden zu verdeutlichen suchen, der Säkularismus gar nicht im Widerspruch zum Glauben und strebt nicht danach, dessen Platz einzunehmen.

Notwendige weltanschauliche Neutralität des Staates

Diese „Verteidigung“ des Säkularismus wird, wie wir befürchten, nicht frei sein von einer gewissen belehrenden Tendenz und einer Re-Definition dessen, was zu definieren ist. Doch die Zusammenhänge, die diese Notwendigkeit hervorgebracht haben, erfordern dies, bei aller Vorsicht, die wir versuchen werden walten zu lassen.

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Totgeglaubter Gott

Bild: erf.de
Vor genau 10 Jahren machen die „Brights“ von sich reden. Jene hellen Köpfe rund um Richard Dawkins und Sam Harris, die den Gottesglauben als einen dunklen Wahn identifizieren, der zu gewalttätigen Auswüchsen führt. Das Ende religiöser Vergewaltigung ist für sie ohne den Tod des Glaubens an Gott nicht denkbar.

Von Hans-Joachim Höhn | katholisch.de

Zwar gibt es überzeugende Einwände gegen die These, dass Religion und Gewalt stets miteinander gekoppelt sind. Aber eine religionskritische Grundfrage bleibt aktuell: Was ist geeignet, Gott und den Glauben an ihn in dieser Welt zum Verschwinden zu bringen? Wird Gott nur dort zu Tode geglaubt, wo man von ihm die Lizenz zur Tötung der Anders- und Ungläubigen ableitet?

Der Gottesglaube geht auch auf andere Weise zugrunde. Stiller, unspektakulärer, trivialer. Seine Verfechter müssen keineswegs aggressiv und intolerant auftreten. Im Gegenteil. Sie reden von einem „lieben“ Gott, der nichts verlangt und niemanden aufregt. Vor ihm darf man so sein, wie man ist, und Gott sagt: Gut so!

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