Zeitbombe Pakistan – ein Land im Dauerchaos

Zindabad Pakistan ist alles, was die Verantwortlichen des Dauerchaos der Bevölkerung anzubieten haben. Foto: Gilbert Kolonko
In Pakistan haben ein paar tausend religiöse Fanatiker die Regierung in die Knie gezwungen, weil sich die Armee geweigert hat, die illegale Demonstration aufzulösen – dabei ist untergegangen, wie billig die pakistanischen Verantwortlichen ihr Land an China verkaufen

Von Gilbert Kolonko | TELEPOLIS

Als der Innenminister Pakistans am 25. November die Armee zur Hilfe rief, um eine illegale Demonstration von religiösen Fanatikern in Islamabad aufzulösen, weigerte sich General Javed Bajwa der Bitte nachzukommen, obwohl es eine Anordnung des Obersten Gerichts in Islamabad gab. Die Regierung brach die gewaltsame Räumung der Demonstration ab, bei der sechs Islamisten gestorben waren und erfüllte alle Forderungen der religiösen Fanatiker, die drei Wochen mit ihrer Blockade den Zugang zwischen den Zwillingsstädten Islamabad und Rawalpindi versperrten: Das traf vor allen die einfachen Arbeiter die täglich hin und her pendeln. Der Justizminister Zahid Hamid trat zurück – und die festgenommenen, gewalttätigen Demonstranten wurden nicht nur aus der Haft entlassen, sondern sollen auch noch für ihre „Leiden“ entschädigt werden. Dass sie Polizeiwagen in Brand gesetzt, Polizisten entführt und gefoltert haben – Schwamm drüber.

Auch der Grund für ihre Demonstration war eine Farce: Vor zwei Monaten wurde ein Satz in einem Formular geändert, das Kandidaten unterschreiben müssen, die für ein politisches Mandat kandidieren. Die religiösen Fanatiker behaupteten fälschlicherweise, dass dabei ein Satz gestrichen wurde, der sich auf den Propheten Mohammed bezieht, und das Resultat nun die Glaubensgemeinschaft der Ahmadiyya aufwertet, die in Pakistan per Gesetz als Nicht-Muslime gelten. Doch dies war sicherlich nicht die Absicht der Regierung. Noch vor einem Monat hetzte selbst der Schwiegersohn von Ex-Premier Nawaz Sharif gegen die Ahmadiyya (vgl. Die Sündenböcke Pakistans).

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EKHN-Haushalt über 655 Millionen Euro verabschiedet

Bild: tilly
Die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat am späten Freitagabend in Frankfurt am Main den Haushalt für 2018 beschlossen. Er hat ein Volumen von 655 Millionen Euro.

evangelisch.de

Den größten Einzelposten bilden dabei die Personalkosten mit mehr als 290 Millionen Euro. Für die Arbeit auf Gemeinde- und Dekanatsebene sind insgesamt 334 Millionen Euro eingeplant. 45,6 Millionen Euro an Eigenmitteln sind für die Arbeit in Kindertagesstätten vorgesehen. Für die Bildung sind 40 Millionen Euro veranschlagt. Prognostiziert werden in dem Etat für das kommende Jahr 510 Millionen Euro an Einnahmen durch die Kirchensteuer.

Wichtiger Punkt im Haushalt ist die Umsetzung von Sparauflagen der Synode. Zehn Millionen Euro sollen bis 2020 eingespart werden. Vor allem durch weniger werdende Pfarrstellen werden voraussichtlich die Ausgaben um rund fünf Millionen Euro verringert.

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Zahl der untergetauchten Neonazis nimmt deutlich zu

Mitglieder der rechtsextremistischen Gruppe Sektion Nordland in Berlin Quelle: pa/Paul Zinken/d/dpa
Ende September wurde in Deutschland nach 501 untergetauchten Rechtsextremisten gefahndet, gab die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken bekannt. Das sind mehr als dreimal so viele wie im vergangenen Jahr.

DIE WELT

Die Zahl der untergetauchten Rechtsextremisten hat nach einem Bericht des Berliner „Tagesspiegels“ stark zugenommen. Ende September registrierte die Polizei demnach bundesweit 640 Fahndungen nach 501 Personen, die dem Spektrum „Politisch motivierte Kriminalität – rechts“ zugeordnet werden. Hinzu kämen noch acht Haftbefehle ausländischer Behörden.

Wie die Zeitung schreibt, würden von den 501 verschwundenen Rechtsextremen 108 wegen eines politischen Delikts gesucht. 2016 waren den Angaben zufolge 207 Haftbefehle gegen 161 Rechtsextremisten offen, schreibt der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linke-Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke.

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Papst warnt selbstkritisch vor „Geschwätz-Terror“?

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst Franziskus hat Priestern und Ordensleuten in Bangladesch für ihren Dienst gedankt und ihnen drei Ratschläge für ihr Leben mitgegeben.

kath.net

Anstelle der vorgesehenen Rede sprach er am Samstagmorgen in Dhaka frei und erntete mehrfach Applaus. Es sei wichtig, mit sich selbst liebevoll und umsichtig umzugehen, Einflüsse von außen genau zu prüfen und nicht schlecht über andere zu reden, so seine Botschaft in einer spontanen Rede. Begonnen hatte er die Ansprache am letzten Tag seines Besuchs in Bangladesch mit der Bemerkung, dass die vorbereitete Rede acht Seiten lang sei. „Aber ich will euch nicht langweilen“, sagte er unter Gelächter. Das Manuskript lasse er übersetzen und kopieren.

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Ates: Berliner Politik zeigt nicht genug Interesse

dpa/Bernd von Jutrczenka. Seyran Ates, Mitbegründerin der liberalen Moschee.
Moscheegründerin Seyran Ates hat nach einem umstrittenen Solidaritätsantrag der AfD mangelndes Interesse der Berliner Politik an ihrem Projekt beklagt.

FOCUS ONLINE

„Genauso wie ich mir gewünscht hätte, dass die AfD uns nicht vor ihren politischen Karren spannt und unabgesprochen einen solchen Antrag stellt, wäre es auch schön gewesen, wenn die anderen Parteien mit uns das Gespräch gesucht hätten“, teilte Ates auf Anfrage mit. Die Frauenrechtlerin und Anwältin hatte im Juni eine liberale Moschee gegründet. Dort können Frauen und Männer aus allen Richtungen des Islam gemeinsam beten. Ates erhielt Drohungen und steht unter Polizeischutz. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte das Gotteshaus Ende September besucht.

Am neuen Graben in Europa sind nicht nur die Osteuropäer schuld

Die Binnengrenzen in der EU – im Bild ein Grenzpfosten in Polen – haben an Bedeutung verloren. Grenzen aber gibt es weiterhin. (Bild: Kacper Pempel / Reuters)
Zwischen Osteuropa und Westeuropa nehmen die Spannungen zu. Aber westliche Überheblichkeit ist fehl am Platz. Wenn man das Verhältnis wieder kitten will, braucht es ein Entgegenkommen von beiden Seiten.

Von Matthias Benz | Neue Zürcher Zeitung

In Brüssel herrschte keine Freude, als Anfang dieser Woche in Budapest ein Gipfeltreffen zwischen China und sechzehn Ländern Zentral- und Osteuropas über die Bühne ging. Dass die Chinesen ihren Einfluss in der Region verstärken wollen, schmeckt manchem EU-Politiker nicht. Vordergründig umgarnt China die Osteuropäer mit der «neuen Seidenstrasse». Man will die Handelsrouten ausbauen und Grossprojekte wie eine neue Bahnlinie zwischen Belgrad und Budapest finanzieren. Aber natürlich geht es bei den Expansionsplänen auch um Aussenpolitik. In Brüssel fürchtet man, China wolle die Europäer auseinanderdividieren. Das osteuropäische Sonderzüglein könnte ein gemeinsames Auftreten der EU gegenüber dem Reich der Mitte erschweren.

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Schwämme sind der älteste Tierstamm der Welt

Schwämme im Golf von Akaba im Roten Meer (dpa picture alliance / Stephan Jansen)
Die Frage nach dem ältesten Tierstamm der Welt ist unter Evolutionsbiologen seit Jahren umstritten. Die einen favorisieren die Schwämme, andere die Rippenquallen. Doch jetzt glauben Forscher aus München und Bristol auf Basis neuer Analysen eine klare Entscheidung treffen zu können: Die Schwämme bildeten vor mehr als 600 Millionen Jahren den ersten erkennbaren Seitenast im Stammbaum der Tiere.

Dlf24

Die Wissenschaftler nahmen sich Datensätze früherer Studien zum evolutionären Stammbaum der Tiere noch einmal vor. Diese werteten sie aber mit einer neuen statistischen Methode aus, welche die teils sehr heterogenen Daten laut Angaben der Forscher besser modellieren kann.

Mit diesem Verfahren analysiert, lieferten alle Datensätze das Ergebnis, dass die Schwämme und nicht die Rippenquallen die älteste Tiergruppe sind. Die Ergebnisse könnten helfen, die Diskussion über die Ursprünge der Tierwelt zu beenden, so die Forscher. Die Studie ist im Fachmagazin Current Biology erschienen.

Polizistenmord vor den Augen der Polizei?

Grafik: TP
NSU-Ausschuss von Baden-Württemberg geht Aussagen von Zeugen nach, die vor dem Anschlag in Heilbronn mehrere Streifenwagen um den Tatort herum sahen

Von Thomas Moser | TELEPOLIS

Ein Zeuge kann sich schon mal irren – aber fünf? Als am 25. April 2007 in Heilbronn die Polizeibeamtin Michèle Kiesewetter erschossen und ihr Kollege Martin Arnold lebensgefährlich verletzt wurde, wollen mindestens fünf Zeugen unabhängig voneinander vor dem Anschlag je einen Streifenwagen am Tatort oder in der Nähe gesehen haben. Kiesewetter und Arnold können das nicht gewesen sein, weil sie noch im Polizeirevier oder auf der Anfahrt zu dem Gelände waren. Das Verdächtige: Der oder die Streifenwagen, die Besatzung und ihr möglicher Auftrag sind nicht identifiziert. Lediglich Phantome – oder Indizien eines unbekannten Geschehens?

Auf die ungeklärte Streifenwagen-Spur hat der Autor dieses Textes wiederholt hingewiesen, auch auf Telepolis, zuletzt in einer Radiosendung der ARD.

Aber auch dem ersten NSU-Untersuchungsausschuss von Baden-Württemberg wurde der Sachverhalt bereits im Februar 2015 unterbreitet. Erst jetzt beschäftigt sich U-Ausschuss No. 2 damit. Nach einer Beamtin des Landeskriminalamtes (LKA), die nur ein Achselzucken für die Frage übrig hatte, wurde in der jüngsten Sitzung Ende November der erste Leiter der Sonderkommission Parkplatz dazu befragt. Doch auch er kann die Widersprüche zur offiziellen Version nicht auflösen. Nach Ansicht der Bundesanwaltschaft (BAW) geht der Polizistenmord von Heilbronn ausschließlich auf das Konto der beiden NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos.

Der Mord wurde ziemlich genau um 14 Uhr verübt. Kiesewetter und Arnold hatten ihr Dienstfahrzeug, einen grün-silbernen 5er BMW Kombi mit Göppinger Kennzeichen (GP), neben einem Trafohäuschen auf dem Festplatz Theresienwiese geparkt, als sie von hinten angegriffen und niedergeschossen wurden. Es soll der einzige Polizei-BMW gewesen sein, der an diesem Tag in Heilbronn im Einsatz war.

Gegen 13:20 Uhr fuhr der Bankangestellte Markus W. an dem Festplatz vorbei, wo das Frühlingsfest aufgebaut wurde und bemerkte einen stehenden Streifenwagen der Polizei. W. hatte Spätdienst und musste um 13:30 Uhr am Arbeitsplatz sein. Es habe sich um einen 5er BMW Kombi mit grün-silberner Lackierung gehandelt, so der Zeuge. Da sei er sich „absolut sicher“. Polizeibeamte habe er nicht gesehen.

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Mehr Abschiebungen am Flughafen

Bereits bis Ende Oktober gab es von Deutschlands größtem Flughafen knapp 5500 Abschiebungen. Foto: Christoph Boeckheler
Die Zahl der Abschiebungen vom Frankfurter Flughafen hat im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen.

Von Oliver Teutsch | Frankfurter Rundschau

Die Zahl der Abschiebungen vom Frankfurter Flughafen hat gegenüber 2016 deutlich zugenommen. Bereits bis Ende Oktober hatte es von Deutschlands größtem Flughafen knapp 5500 Abschiebungen gegeben, teilte die Bundespolizei am Freitag mit. Im gesamten vergangenen Jahr waren es nur 4100 gewesen. Der Bundespolizei machen dabei vor allem die Rückführungen zu schaffen, die begleitet werden müssen, sei es, weil die Personen nicht freiwillig ausreisen oder aber als gefährlich gelten. „Wir haben Schwierigkeiten, Personal zu finden“, räumt der Sprecher der Bundespolizei am Flughafen, Reza Amari, ein.

Denn die Begleitungen sind aufseiten der Bundespolizei auf freiwilliger Basis. Allerdings brauchen die Beamten eine zusätzliche Ausbildung, ein Visum und etwaige Impfungen für das betreffende Land. Bei diesen Voraussetzungen wird die Auswahl des Personals schwer. Zu den vollendeten Abschiebungen kommen eine Reihe missglückter, die scheitern, weil sich die Personen wehren oder einfach nicht auffindbar sind.

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„Rehe, Affen, sogar Schlangen, alle kamen den Abhang hinunter“

Ketut Rais (links) und seine Mutter Wayan Nisa kommen immer wieder in ihr Zuhause am Fuß des Vulkans – und verlassen es, wenn der Berg grollt. (Foto: Dennis Angga)
Menschen und Tiere auf Bali fliehen vor einem drohenden Ausbruch des Vulkans Agung. Doch es gibt auch Einwohner, die keine andere Wahl haben, als sich in die Gefahrenzone zu begeben.

Von Arne Perras | Süddeutsche Zeitung

Die Turnhalle ist sicher, aber Ketut Rai hält es hier nicht lange aus. Wenn er um die Ecke schaut, sieht er den Berg und die Rauchsäule, dann ist er mit den Gedanken wieder bei seinem Haus. Und den Bohnen, dem Mais auf den Feldern, seinen drei Kühen, dem Kälbchen, den Hühnern mit den Küken.

Ketut Rai, Bauer auf Bali, ist am Fuß des Vulkans Agung zu Hause, nur wenige Kilometer vom Krater entfernt. Das bedeutet, dass sein Dorf Sukadana jetzt innerhalb der Evakuierungszone liegt.

Die Menschen hier befürchten einen großen Ausbruch, in dieser Woche spuckte der Berg schon so viel Qualm und Asche, dass der 70 Kilometer entfernte Flughafen für mehrere Tage geschlossen blieb. Zehntausende Touristen saßen fest in ihren Ressorts, Yoga-Zentren und Hotels, lästig, nervig, wer braucht so was schon im Urlaub. Aber das ist nichts gegen das, was Ketut Rai und die Balinesen durchmachen, die um den brodelnden Vulkan siedeln.

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Franco A. und der aufgehobene Haftbefehl

Gefängnis (Public Domain)

Franco A., ein ehemaliger Bundeswehrsoldat hatte es geschafft, eine Identität als syrischer Flüchtling anzunehmen und vom BAMF subsidiären Schutz zu erhalten. Nachdem er sich eine Waffe besorgte, wurde ihm vorgeworfen, er habe Anschläge geplant, um den Verdacht auf Flüchtlinge zu lenken. Seit dem 27. April 2017 befand er sich in Untersuchungshaft. Nun hob der BGH den Haftbefehl auf. Wie kann das sein?

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

Die Voraussetzungen für den Erlass und die Aufrechterhaltung eines Haftbefehls sind in §112 StPO geregelt:

§ 112

Voraussetzungen der Untersuchungshaft; Haftgründe

(1) 1Die Untersuchungshaft darf gegen den Beschuldigten angeordnet werden, wenn er der Tat dringend verdächtig ist und ein Haftgrund besteht. 2Sie darf nicht angeordnet werden, wenn sie zu der Bedeutung der Sache und der zu erwartenden Strafe oder Maßregel der Besserung und Sicherung außer Verhältnis steht.

(2) Ein Haftgrund besteht, wenn auf Grund bestimmter Tatsachen

1. festgestellt wird, daß der Beschuldigte flüchtig ist oder sich verborgen hält,

2. bei Würdigung der Umstände des Einzelfalles die Gefahr besteht, daß der Beschuldigte sich dem Strafverfahren entziehen werde (Fluchtgefahr), oder

3. das Verhalten des Beschuldigten den dringenden Verdacht begründet, er werde

a) Beweismittel vernichten, verändern, beiseite schaffen, unterdrücken oder fälschen oder

b) auf Mitbeschuldigte, Zeugen oder Sachverständige in unlauterer Weise einwirken oder

c) andere zu solchem Verhalten veranlassen,

und wenn deshalb die Gefahr droht, daß die Ermittlung der Wahrheit erschwert werde (Verdunkelungsgefahr).

(3) Gegen den Beschuldigten, der einer Straftat nach § 6 Absatz 1 Nummer 1 oder § 13 Absatz 1 des Völkerstrafgesetzbuches oder § 129a Abs. 1 oder Abs. 2, auch in Verbindung mit § 129b Abs. 1, oder nach den §§ 211, 212, 226, 306b oder 306c des Strafgesetzbuches oder, soweit durch die Tat Leib oder Leben eines anderen gefährdet worden ist, nach § 308 Abs. 1 bis 3 des Strafgesetzbuches dringend verdächtig ist, darf die Untersuchungshaft auch angeordnet werden, wenn ein Haftgrund nach Absatz 2 nicht besteht.

Tatverdacht

Basis jedes Haftbefehls ist zunächst einmal ein dringender Tatverdacht. Eine Definition des dringenden Tatverdachts hat der Gesetzgeber sich geschenkt. Rechtsprechung und Lehre haben da verschiedene Umschreibungen ausgekaspert, wonach nach dem vorliegenden vorläufigen Ermittlungsergebnis in der Gesamtheit eine „erhebliche“, eine „hohe“ oder eine „große Wahrscheinlichkeit“ dafür besteht, dass der Betroffene Täter oder Teilnehmer einer Straftat ist. Wann eine Wahrscheinlichkeit nun groß, hoch, dick oder dünn genug ist, weiß der Geier bzw. das entscheidet das Gericht jeweils im Einzelfall.

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In der Ukraine wird auch die Religion zur Kampfzone

Die Orthodoxie ist ein Aspekt des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine, auch wenn sie nicht immer so nahe an der Front ist wie hier im Dorf Andrejewka im Jahr 2014 (Bild: Manu Brabo / AP)
Kiew geht gegen den russischen Einfluss im Land vor und nimmt dabei auch die orthodoxe Kirche ins Visier. Und doch machen die verfeindeten Landeskirchen nun erstmals einen Schritt aufeinander zu.

Von Ivo Mijnssen | Neue Zürcher Zeitung

Wenn Russland seinen Machtanspruch in Osteuropa untermauern will, ist die Religion ein zentrales Argument. Die Orthodoxie prägt die slawische Kultur seit einem Jahrtausend und erlebt im postsowjetischen Raum seit 1991 wieder einen enormen Aufschwung: Für den Kreml ist die Kirche zu einem immer mächtigeren politischen Verbündeten geworden, der die imperial-abstrakte Idee der «Russischen Welt» mit Inhalt füllt. Doch die Politisierung der Religion führt auch zu Widerstand – gerade in der Ukraine, wo die orthodoxe Kirche immer wieder in den Konflikt um die Krim und die Ostukraine hineingezogen wird.

Kirche aus einem «Aggressoren-Staat»

In ihrem Bemühen, sich von allem Russischen loszusagen, nimmt die ukrainische Regierung seit einigen Monaten auch jene orthodoxe Kirche ins Visier, die dem Moskauer Patriarchat untersteht: Dieser gehören laut Schätzungen etwa 15 Prozent der Ukrainer an.

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Warum Menschen noch immer auf den Prinzen aus Nigeria hereinfallen

foto: standard/riegler Obwohl manche Betrugsversuche ganz offensichtlich sein sollten, fallen noch immer Menschen darauf herein.
Internetbetrugsfälle nehmen zu, die Opfer sind in allen Personengruppen zu finden

derStandard.at

Eine 60-jährige Salzburgerin wollte einem wohlhabenden Engländer, der in Südafrika festsaß, aus der Patsche helfen und zahlte ihm vergangenen Sommer 30.000 Euro. Eine 72 Jahre alte Kärntnerin überwies 2016 einer Internetbekanntschaft mehrere zehntausend Euro. Der Mann wollte damit eine U-Bahn in der nigerianischen Stadt Lagos bauen.

Bereits 2014 leistete ein Mann aus Oberwart eine Sicherheitsleistung von 27.500 Euro, um Bodenlegearbeiten im Buckingham-Palast durchführen zu können. „Prince Harry“ hatte ihn dafür auf Facebook angeschrieben. Das klingt nicht nur stark nach Betrug, es ist es auch. Und obwohl ähnliche Internetbetrugsversuche für viele Nutzer ganz offensichtlich sind und nicht mehr als amüsiertes Kopfschütteln auslösen, fallen immer wieder Menschen darauf herein und schicken ihr Erspartes an imaginäre Prinzen oder Präsidentenwitwen in Not.

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EU bereitet sich auf Scheitern der Brexit-Verhandlungen vor

Noch ist die Tür offen: Am Grenzübergang in Muff zwischen Irland und Nordirland. ©REUTERS
Die EU-Kommission hat eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die Vorarbeiten dafür trifft, dass der Brexit scheitert. Das hat die F.A.Z. aus internen EU-Dokumenten erfahren. Die Pläne lesen sich wie eine konkrete Vorbereitung auf den schlimmsten Fall.

Frankfurter Allgemeine

Die Europäische Union trifft konkrete Vorarbeiten für ein Scheitern der Brexit-Verhandlungen. Die Europäische Kommission habe eine ihrem Präsidenten Jean-Claude Juncker direkt unterstellte Arbeitsgruppe eingerichtet, die die EU auf einen unkontrollierten Austritt der Briten aus der EU Ende März 2019 vorbereiten solle. Das geht aus internen EU-Dokumenten hervor, die der F.A.Z. vorliegen.

Das Generalsekretariat der EU-Kommission habe mit Arbeiten an einem Marschplan für alle Politikfelder der EU vom Zoll über den Luftverkehr bis hin zur Fischerei begonnen, um die Staatengemeinschaft auf den schlimmsten Fall vorzubereiten, wird in den Dokumenten Brexit-Chefunterhändler Michel Barnier zitiert.

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Fälle Yücel und Tolu: Erdogan offerierte Berlin Gefangenenaustausch

Bild: Magazin „The Economist“
Es klingt wie der Plot in einem Mafiafilm: Nach SPIEGEL-Informationen hat der türkische Präsident Erdogan zur Freilassung von inhaftierten Deutschen in der Türkei einen direkten Gefangenenaustausch angeboten.

Von Matthias Gebauer, Christoph Schult | SpON

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat der Bundesregierung bei den Geheimverhandlungen um die deutschen Gefangenen in der Türkei einen heiklen Deal in Aussicht gestellt.

Nach SPIEGEL-Informationen bot Erdogan konkret an, in der Türkei inhaftierte Deutsche wie den „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel freizulassen, wenn im Gegenzug mehrere türkische Offiziere ausgeliefert würden, die Erdogan als Verschwörer beim Putschversuch im Juli 2016 verdächtigt.

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Erdzwillinge: Lebenssuche wird komplizierter

Nahe Erdzwillinge wie TRAPPISDT-1d könnten verräterische Lebensspuren vor den Astronomen verstecken. © MPI für Astronomie
Störende Strömungen: Die Suche nach Lebensspuren auf nahen Erdzwillingen könnte schwieriger werden als gedacht. Denn die gebundene Rotation von Exoplaneten wie Proxima Centauri b führt dazu, dass chemische Lebenssignaturen in ihrer Atmosphäre nicht gleichmäßig verteilt sind. Stattdessen konzentrieren Gasströmungen solche Gase am Äquator – und machen ihren Nachweis dadurch sehr viel schwerer.

scinexx

Ob Proxima Centauri b, die sieben Erdzwillinge um TRAPPIST-1 oder Ross 128 b: In unserer kosmischen Nachbarschaft existieren gleich mehrere lebensfreundliche Exoplaneten – und damit potenzielle Träger außerirdischen Lebens.

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Kehrtwende der Notre Dame University bei ‚Obama-Care’

Trotz der Aufhebung der ‚Verhütungs-Verordnung’ durch Präsident Trump will die katholische Universität Notre Dame Krankenversicherungen zulassen, in denen die Kosten für Verhütungsmittel gedeckt sind. Bis jetzt hatte sie dies abgelehnt.

kath.net

Die katholische Notre Dame University hat zu Beginn des Monats November entschieden, in Zukunft doch Verhütungsmittel in die Krankenversicherungsverträge ihrer Mitarbeiter aufzunehmen. Diese Entscheidung sei „verblüffend“, sagte Timothy Kardinal Dolan, der Vorsitzende des Lebensschutzkomitees der US-Bischofskonferenz.

Die Universität hatte sich zunächst geweigert, die in der so genannten „Verhütungs-Verordnung“ der Regierung Obama vorgesehene Deckung für Verhütungsmittel abzuschließen, weil deren Verwendung der katholischen Morallehre widerspricht. Sie hatte deshalb sogar eine Klage in Kauf genommen und fünf Jahre lang bekämpft.

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Türkische Stellungnahme enthält keine neuen Beweise gegen Yücel

Deniz Yücel Quelle: dpa/dpa-ZB
Seit Februar sitzt WELT-Reporter Deniz Yücel in der Türkei im Gefängnis. In einer Stellungnahme an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wiederholt Ankara die bekannten Vorwürfe.

Von Daniel-Dylan Böhmer | DIE WELT

Die Stellungnahme der türkischen Regierung zur Beschwerde des WELT-Korrespondenten Deniz Yücel vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg ist dessen Anwälten zugestellt worden. In dem Dokument, das der WELT vorliegt, bringt das türkische Justizministerium keine neuen Beweise gegen Yücel vor. Vielmehr wiederholt der Schriftsatz die Vorwürfe des Haftbefehls, die Terrorpropaganda und Volksverhetzung lauten, und verweist auf Artikel Yücels als Beweise dafür.

Yücel ist seit Februar in der Türkei in Gefangenschaft. Yücel hatte im April Beschwerde vor dem EGMR gegen seine fortgesetzte Inhaftierung eingelegt. Sie verstoße unter anderem gegen seine Grundrechte auf Freiheit, Sicherheit und freie Meinungsäußerung. Das Gericht hatte die Klage angenommen und beschlossen, sie mit Vorrang zu behandeln.

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Markensoziologe: Kirchen sollten sich keinen Moden unterwerfen

Casual Priest. ©Bild: Maria Sjödin. mariasjodin.com

Der Markensoziologe Oliver Errichiello warnt die beiden großen Kirchen in Deutschland vor zu viel Anpassung an gesellschaftlichen Moden.

evangelisch.de

Die Kirchen sollten sich bei ihrer Außendarstellung auf ihren Markenkern konzentrieren und herausarbeiten, was sie eigentlich ausmacht, sagte Errichiello am Freitag dem Deutschlandfunk. „Das wäre die eigentliche Aufgabe, vor der sich momentan die Kirchen drücken.“

Die Kirchen müssten nach Ansicht des Markenexperten klarer transportieren, wofür sie stehen. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen riet der Gründer des Hamburger Büros für Markenentwicklung den Kirchen, herauszuarbeiten, was „typisch evangelisch“ und was „typisch katholisch“ ist.

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80 Percent of Climate Denier Blogs Reference This One Canadian Zoologist

Image: Shutterstock
A University of Victoria adjunct prof has become climate deniers’ go-to source on polar bears.

By Stephen Leahy | MOTHERBOARD

The photo of a lone polar bear on a tiny fragment of floating ice has become a powerful symbol of the impacts of global warming in the Arctic. This iconic animal has become climate change’s canary in the coal mine, but climate denier blogs love to claim the animals’ numbers are booming, largely based on the claims of one Canadian zoologist blogger.

A a new analysis in the journal BioScience examines 45 blogs that deny or question climate science, as well as 45 science-based blogs. Nearly all of the denier blogs say that, contrary to the opinions of many scientists who study them, polar bears are doing fine. In fact, 80 percent of these blogs reference a single site, a blog by zoologist Susan Crockford, who has not published any peer-reviewed papers on polar bears. It shows how climate denier messages spread online.

“These bloggers hope to use polar bears to cast doubt on global warming itself,” said co-author Steven Amstrup, chief scientist for Polar Bears International, a conservation-focused organization. This is a deliberate tactic to sow confusion in the minds of the public about the climate change science, just as the tobacco industry did about the link between smoking and cancer, Amstrup said in an interview with Motherboard.

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