Am neuen Graben in Europa sind nicht nur die Osteuropäer schuld


Die Binnengrenzen in der EU – im Bild ein Grenzpfosten in Polen – haben an Bedeutung verloren. Grenzen aber gibt es weiterhin. (Bild: Kacper Pempel / Reuters)
Zwischen Osteuropa und Westeuropa nehmen die Spannungen zu. Aber westliche Überheblichkeit ist fehl am Platz. Wenn man das Verhältnis wieder kitten will, braucht es ein Entgegenkommen von beiden Seiten.

Von Matthias Benz | Neue Zürcher Zeitung

In Brüssel herrschte keine Freude, als Anfang dieser Woche in Budapest ein Gipfeltreffen zwischen China und sechzehn Ländern Zentral- und Osteuropas über die Bühne ging. Dass die Chinesen ihren Einfluss in der Region verstärken wollen, schmeckt manchem EU-Politiker nicht. Vordergründig umgarnt China die Osteuropäer mit der «neuen Seidenstrasse». Man will die Handelsrouten ausbauen und Grossprojekte wie eine neue Bahnlinie zwischen Belgrad und Budapest finanzieren. Aber natürlich geht es bei den Expansionsplänen auch um Aussenpolitik. In Brüssel fürchtet man, China wolle die Europäer auseinanderdividieren. Das osteuropäische Sonderzüglein könnte ein gemeinsames Auftreten der EU gegenüber dem Reich der Mitte erschweren.

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