„Rehe, Affen, sogar Schlangen, alle kamen den Abhang hinunter“


Ketut Rais (links) und seine Mutter Wayan Nisa kommen immer wieder in ihr Zuhause am Fuß des Vulkans – und verlassen es, wenn der Berg grollt. (Foto: Dennis Angga)
Menschen und Tiere auf Bali fliehen vor einem drohenden Ausbruch des Vulkans Agung. Doch es gibt auch Einwohner, die keine andere Wahl haben, als sich in die Gefahrenzone zu begeben.

Von Arne Perras | Süddeutsche Zeitung

Die Turnhalle ist sicher, aber Ketut Rai hält es hier nicht lange aus. Wenn er um die Ecke schaut, sieht er den Berg und die Rauchsäule, dann ist er mit den Gedanken wieder bei seinem Haus. Und den Bohnen, dem Mais auf den Feldern, seinen drei Kühen, dem Kälbchen, den Hühnern mit den Küken.

Ketut Rai, Bauer auf Bali, ist am Fuß des Vulkans Agung zu Hause, nur wenige Kilometer vom Krater entfernt. Das bedeutet, dass sein Dorf Sukadana jetzt innerhalb der Evakuierungszone liegt.

Die Menschen hier befürchten einen großen Ausbruch, in dieser Woche spuckte der Berg schon so viel Qualm und Asche, dass der 70 Kilometer entfernte Flughafen für mehrere Tage geschlossen blieb. Zehntausende Touristen saßen fest in ihren Ressorts, Yoga-Zentren und Hotels, lästig, nervig, wer braucht so was schon im Urlaub. Aber das ist nichts gegen das, was Ketut Rai und die Balinesen durchmachen, die um den brodelnden Vulkan siedeln.

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