«Säkularisten sind ältere, hoch gebildete, politisch links stehende Männer»


Jörg Stolz, Professor für Religionssoziologie | © zVg
«Säkulare in der Schweiz» lautet der Titel eines aktuellen Forschungsprojekts. Im Interview mit kath.ch erläutert Jörg Stolz, Professor für Religionssoziologie an der Universität Lausanne, erste Ergebnisse.

Von Sylvia Stam | kath.ch

Sie arbeiten an einer Studie über Säkulare in der Schweiz. Wie kam es zu dieser Studie?

Jörg Stolz: Konfessionslose sind vermehrt im Blick der Wissenschaft, weil diese Gruppe stark wächst. Bislang hatte man in der Religionssoziologie und -wissenschaft vor allem die verschiedenen Religionen angeschaut. Wir wollten daher ein Projekt über Säkulare und über organisierte Säkulare zu machen, die wir Säkularisten nennen.

Erklären Sie diesen Unterschied zwischen Säkularen und Säkularisten genauer.

Stolz: Wir nennen jemanden säkular, der von sich sagt, er sei Atheist oder gar nicht religiös oder beides. Säkularisten sind Personen, die sich einer Organisation anschliessen, die säkularistische Ziele hat, beispielsweise die Freidenker-Bewegung. Das heisst etwa, die Religion in der Öffentlichkeit zu kritisieren oder für eine Trennung von Staat und Kirche einzutreten. Sehr viele Leute sind säkular, etwa 22 Prozent, während nur sehr wenige, nämlich 0,024 Prozent, Säkularisten sind.

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