Wem gehört der Himmel?


Erdatmosphäre, Aufnahme von der ISS aus. Bild: Nasa
Die Erklärung der Menschenrechte ist zu wenig: Alle begrenzten Ressourcen wie Atmosphäre, Meere oder Böden müssen völkerrechtlich verbindlich geregelt werden

Von Matthias Hüttmann | TELEPOLIS

George Adamson formulierte einst: „Darüber, wer die Welt erschaffen hat, lässt sich streiten. Sicher ist nur, wer sie vernichten wird.“ Übersetzt ins Heute heißt das: Um die Katastrophe noch abwenden zu können, ist ein radikales Umdenken erforderlich. Insbesondere gilt es eine revolutionäre Erkenntnis zu erlangen: Alle begrenzten Ressourcen wie Atmosphäre, Meere oder Böden müssen völkerrechtlich verbindlich geregelt werden. Denn noch heute kann sie jeder eigenmächtig als Deponieraum nutzen.

In der Ökonomie spricht man von „Common-Pool-Ressourcen“, die als Gemeinschaftseigentum von jedem in Anspruch genommen werden können. In unseren Maßstäben erscheinen sie oftmals unendlich groß. Und auch wenn gemeinhin angenommen wird, dass die Erde dem Menschen gehört, ist das natürlich Blödsinn. Jedoch funktioniert das Leben auf unserem Planeten gemäß dieser Prämisse.

Deshalb muss auch die Atmosphäre zu einem gemeinsamen Eigentumssystem (Common Property System) der Menschheit werden. Damit ist der Zugriff auf die Ressource Luft nicht frei, da sie kein öffentliches Gut mehr ist. Um klimapolitische Ziele zu erreichen, bedarf es verbindlicher Nutzungsrechte, da nur so der Erhalt und Verbrauch des gemeinsamen Eigentums geschützt ist.

weiterlesen