Es ist höchste Zeit für einen Euro-Islam


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Ein Einwanderungsland darf Forderungen stellen: Ohne den Geist der Aufklärung geht es nicht.

Von Matthias Iken | Hamburger Abendblatt

Der Islam polarisiert – am liebsten streiten Radikale über ihn. Auf der einen Seite malen „Patrioten“, die kaum ein christliches Weihnachtslied unfallfrei singen können, gegen eine Islamisierung des Abendlands Halbmond und Teufel an die Wand: Sie erwarten minütlich die Einführung der Scharia und machen für alles Böse in der Welt Muslime verantwortlich.

Auf der anderen Seite diskreditieren politisch überkorrekte Islamverteidiger jede berechtigte Kritik am Islam als Islamophobie (dabei kritisieren wir das Christentum seit der Aufklärung mit Wonne). Empört prügeln sie alle Debatten mit der Rassismuskeule nieder. Und die Mehrheit? Sie duckt sich weg und schweigt. Bloß nichts Falsches sagen! Bloß nicht missverstanden werden! Bloß nicht Beifall von der falschen Seite bekommen! So lauten die Maximen in einer offenen Gesellschaft, die gerne Scheuklappen trägt.

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