Warum über „Werbung“ für Abtreibung so gestritten wird


Vor dem Amtsgericht in Gießen fordern Demonstrantinnen die Abschaffung des Abtreibungsparagafen 218 und des Paragrafen 219a. (Foto: Boris Roessler/dpa)
SPD, Grüne und Linke wollen sie legalisieren, Kritiker warnen vor Verharmlosung. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Von Ulrike Heidenreich, Ronen Steinke | Süddeutsche Zeitung

Wie aufgeladen das Thema ist, zeigen drei Vorfälle aus den vergangenen Tagen. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft prüft eine Anzeige wegen des Vorwurfs der Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft – ausgerechnet gegen den Limburger Bischof Georg Bätzing. Weil sich auf der Internetseite des katholischen Bezirks Hochtaunus zur Schwangerenberatung der Hinweis findet, hier werde ein Beratungsschein ausgestellt, „der für den Schwangerschaftsabbruch notwendig ist“.

Die Anzeige kommt von der christlichen Deutschen Zentrumspartei. Diese steckt auch hinter einer Aktion in München: Vor einer Klinik verteilte sie Flyer, die auf den ersten Blick wie Pizza-Werbung aussahen. Die Fotos zeigten aber zerstückelte Föten, mit dem Zusatz: „Gemetzgert nach der Absaugmethode“. Wiederum nahe Frankfurt, ideologisch aber ganz am anderen Ende des Spektrums, beschmierten militante Feministinnen am vorvergangenen Wochenende ein Haus, in dem ein Verein ultrakonservativer Abtreibungsgegner seinen Sitz hat, mit Parolen wie „My body my choice“. Über das strafrechtliche Verbot der „Werbung“ für Abtreibungen wird nun auch im Bundestag diskutiert. Eine Analyse.

weiterlesen