Wissenschaft ist nie ganz frei


Finanzieller Druck ist Alltag in der Forschung, populistische Politiker verstärken ihn

Von Peter Illetschko | derStandard.at

Es war nur eine Fußnote im politischen Alltag der USA: Donald Trump ließ sich entschuldigen, er lud die amerikanischen Nobelpreisträger nicht ins Weiße Haus, ehe sie zur Gala nach Stockholm reisten. Zeitmangel war die offizielle Begründung für den Traditionsbruch, herzerfrischend die Reaktion des deutsch-amerikanischen Laureaten Joachim Frank, der meinte, er wäre ohnehin nicht gekommen.

Die Episode und vor allem die spärliche Resonanz darauf zeigen, wie normal das schlechte Verhältnis zwischen US-Präsident und Wissenschaftern bereits geworden ist. Hier ein politischer Machthaber, der schon oft bewiesen hat, wie wenig er von wissenschaftlichen Fakten hält, dort Wissenschafter, die auf seine Ignoranz nur mehr mit Zynismus reagieren können – und damit Einblick in eine tiefgreifende Verbitterung über die vielen kleinen und größeren Untergriffe der Regierung Trump gegen die Wissenschaften gewähren: Ob es nun Steuerpläne sind, die, sofern sie umgesetzt werden, Uni-Studenten massiv belasten würden, oder Kürzungspläne für die nationalen Förderfonds, um mehr Geld für Militär und Sicherheit zu lukrieren.

weiterlesen