Pfarrer über Suizid von Syrer : Geständnis im Gemeindebrief


Titelblatt des Gemeindebriefes, in dem der Pfarrer seine Beichte abgelegt hat. ©SCREENSHOT, FA
Ein katholischer Pfarrer aus Rheinland-Pfalz hat eine Beichte abgelegt: Er habe das Vertrauensverhältnis zu einem traumatisierten Flüchtling ausgenutzt und ein körperliches Verhältnis mit ihm gehabt. Dann habe ihn der junge Mann angezeigt. Und sich schließlich das Leben genommen.

Von Sebastian Eder | Frankfurter Allgemeine

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass es im rheinland-pfälzischen Kirn zu einem tödlichen Unfall kam: Laut einer Polizeimeldung lief am 9. Dezember 2016 gegen 19.30 Uhr „plötzlich und unvermittelt“ ein 23 Jahre alter Mann vom Gehweg auf die Straße – und ließ einem Autofahrer keine Chance mehr, um auszuweichen. Der junge Mann starb später im Krankenhaus.

Ein Jahr später sind neue Informationen zu dem Suizid bekannt geworden: Zu finden sind sie in dem Gemeindebrief der katholischen Pfarreiengemeinschaft Kirn. Der Brief beginnt mit einem Hinweis auf die Weihnachtskollekte 2017, es folgt ein Adventsgedicht („Sehet auf, ihr, deren Blick schuldbeladen sich nicht erheben kann“), und schließlich ein persönlicher Brief des Pfarrers, der offenbar seit mehr als einem Jahr krankgeschrieben ist. Es ist eine Art Beichte, die der Mann ablegt – und mit der er auch den Verzicht auf seine Pfarrstelle erklärt.

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