Islam-Forscherin: Ditib muss jetzt Satzung ändern

Die Frankfurter Islam-Forscherin Susanne Schröter hat die Forderungen der Landesregierung gegenüber dem Moscheeverband Ditib begrüßt.

FOCUS ONLINE

„Ein fröhliches Weiter-so oder gar Aussitzen ist jetzt nicht mehr möglich“, sagte die Expertin am Dienstag. „Der Landesverband muss jetzt klar seine Unabhängigkeit sowohl von Köln als auch von Ankara deutlich machen.“ Der hessische Verband sei der einzige mit einem Landeskoordinator, der als eine Art Kontrolleur des Bundesverbands mit Sitz in Köln fungiere. Sich von ihm zu lösen, sei ein erster wichtiger Schritt. Ein weiterer Schritt sei die Änderung der Satzung. „Dort ist festgeschrieben, dass die Religionsbehörde Diyanet Mitspracherecht bei Entscheidungen hat“, erklärte Schröter. „Es passiert nichts, was Ankara nicht absegnet.“

Sachsen-Anhalt: Zwangsmission in der Grundschule

Hettstedt – hier geht die evangelische Kirche neue Wege. (picture alliance / dpa / Hendrik Schmidt)
Im Mansfelder Feld geht seit Jahrzehnten die Anzahl der Kirchenmitglieder zurück. Eine neue Idee soll diesen Trend stoppen: Eine Grundschule wird zur Kirchengemeinde – ohne Kirche, aber mit vielen engagierten Mitstreitern.

Von Dorothea Heintze | Deutschlandfunk Kultur

Lehrerin: „Wir hatten im letzten Jahr für jede Klasse ein besonderes Lutherlied und unsere Klasse hat auch ein ganz tolles.“

Musikunterricht in der dritten Klasse der „evangelischen Grundschule Martin Luther“ in Hettstedt. Das Reformationsjahr ist zu Ende, doch das dafür extra einstudierte Lied singen die Kinder immer noch mit Begeisterung – sein Titel?

„Habe Mut!“

Luisa ist neun Jahre alt und erst vor zwei Jahren mit ihren Eltern nach Hettstedt gezogen. An ihrer neuen Schule fühlt sie sich wohl:

„Also, ich finde schön, dass man hier gut lernen kommen kann und wenn man mal traurig ist, dass man von den Lehrern getröstet wird.“

Obwohl aus einem nichtchristlichen Haushalt, wollte sie letztes Jahr getauft werden:

„Ja, also ich bin in der Schule getauft, das war sehr aufregend für mich, und ich bin sehr glücklich dass ich jetzt eine Patentante habe.“

Christliche Lieder singen, den Morgen mit einer Andacht beginnen und ja, selbst eine Taufe für Kinder, Eltern oder auch Lehrer – all dies ist typisch für Schulen in christlicher Trägerschaft. Die Martin Luther Grundschule in Hettstedt jedoch ist mehr – sie nennt sich „Schulgemeinde auf Zeit“.

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20 Millionen Euro Steuergelder für den Berliner Katholen-Tempel? Ihr habt einen Knall!

Sieht wie Fasching aus, soll keiner sein. Der Berliner Erzapostel. Bild: Berliner Abendblatt
Dass es sich bei der St. Hedwigs-Kathedrale um den wichtigsten katholischen Sakralbau Berlins handelt, darin sind sich alle einig. Doch was ihre vor einem Jahr beschlossene Neugestaltung angeht, herrscht weiterhin Uneinigkeit.

Von Katja Reichgardt | Berliner Abendblatt

Auf der einen Seite stehen das Erzbistum und der neu gegründete Verein „hedwig21“, die sich für eine Neugestaltung des Innenraumes der Kirche einsetzen. Alles im Sinne eines modernen Katholizismus, der auch in baulicher Form zukunftsfähig sein soll. Auf der anderen Seite stehen Denkmalschützer und die Initiative „Freunde der St.-Hedwigs-Kathedrale“. Sie wollen das Innere des Gotteshauses erhalten, appellieren an die Verantwortlichen die hohe zeitgeschichtliche Bedeutung der katholischen Kirche nicht außer Acht zu lassen.

Viele Streitpunkte

Sie zeigen sich bestürzt darüber, dass der Umbau weiterhin in Planung ist und das Land Berlin ganze 20 Millionen Euro dafür in Anspruch nehmen möchte. „Dadurch wird es zu einem Thema, das nicht nur Kirchenmitglieder interessieren dürfte, sondern auch alle anderen. Immerhin geht es um die Verwendung allgemeiner Steuermittel für das Repräsentationsbedürfnis der Katholischen Kirche in der Bundeshauptstadt, “ so Werner Kohl von der Initiative.

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„Da ist ein rechtsradikales Ökosystem gewachsen“

Bild: DIE WELT
Rechtsextreme Musikveranstaltungen entwickeln sich zu Großevents mit Tausenden Besuchern. Im Fokus der Szene steht dabei Thüringen. Im kommenden Jahr soll dort ein Festival von bislang unbekannter Dimension stattfinden.

Von Florian Flade, Timo Stukenberg | DIE WELT

Er werde es wieder tun, das hat Bodo Dressel bereits angekündigt. Seine Wiese den Ewiggestrigen überlassen. Der ehemalige AfD-Politiker stellte im Sommer sein Gelände im südthüringischen Themar für zwei Rechtsrock-Konzerte zur Verfügung. Mehr als 7000 Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet pilgerten am 15. Juli in die 3000-Einwohner-Gemeinde und feierten auf Dressels Wiese eines der größte Neonazi-Konzerte, die es in Deutschland jemals gab.

Themars parteiloser Bürgermeister Hubert Böse konnte es nicht verhindern. Nachts hörte er von dem blickdicht abgeschirmten Gelände nur die „Sieg Heil“-Rufe und Lobgesänge auf den NS-Kriegsverbrecher Rudolf Heß. Dressels Androhung einer Fortsetzung hat er sich ausgedruckt und in seinem Büro an die Wand gehängt. „Damit ich immer dran denke, dass es ihm wurscht ist“, sagt Böse.

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Das staatstragende Herumeiern der Linken

Kabinett Hitler 1933: Hermann Göring, Reichskommissar für Luftfahrt und das preussische Innenministerium, Adolf Hitler, Reichskanzler, Franz von Papen, Vizekanzler. Stehend: Franz Seldte, Arbeitsminister, Dr. Dr. Günther Gereke, Lutz Graf Schwerin von Krosigk, Reichsfinanzminister, Wilhelm Frick, Reichsinnenminister, Werner von Blomberg, Reichswehrminister, Alfred Hugenberg, Wirtschafts- und Ernährungsminister. Bild: Bundesarchiv, Bild 183-H28422 / CC-BY-SA 3.0
Langsam dämmert der deutschen Linken, dass die jahrelang mit Hilfe der Strategie der „asymmetrischen Demobilisierung“ klein gehalten worden ist. Nur keine Angriffsfläche bieten, niemanden provozieren, Entpolitisierung, Identitätspolitik selbst aktiv gestalten, dem politischen Gegner wie dem Affen Zucker geben – das war Alltagspolitik der Merkelschen CDU.

Von Jörg Albert | TELEPOLIS

Jetzt mobilisiert die AfD am rechten Rand des Spektrums die Marginalisierten der letzten Dekade, die politische Linke beklagt sich hereingelegt worden zu sein. Das war schon einmal so im Niederhalten der SPD in der Weimarer Republik in der Weltwirtschaftskrise.

Mit 262 Stimmen von SPD, der liberalen Deutschen Demokratischen Partei DDP und der katholischen Zentrumspartei gegen 75 Stimmen der nationalliberalen Deutschen Volkspartei DVP, der monarchistischen Deutschnationalen Volkspartei DNVP, des Bayerischen Bauernbundes und der linken Unabhängigen Sozialdemokraten USPD. Die Kommunistische Partei war nicht vertreten, weil nur eine Minderheit um Paul Levi und Rosa Luxemburg auf ihrem Gründungsparteitag für die Teilnahme an der Wahl zur Nationalversammlung stimmte und natürlich weil die KPD zum Zeitpunkt der Wahl eh verboten war. Die KPD strebte nach einer Räterepublik nach russischem Vorbild

Die Unterstützer der Weimarer Reichsverfassung – vor allem SPD und Zentrum – gingen in der Folgezeit eine asymmetrische politische Symbiose ein: Die SPD zog in Regierungskoalitionen die Zentrumspartei einer wenn möglich linken Regierung mit USPD oder KPD vor, das Zentrum dagegen nutzte bürgerliche Mehrheiten immer zu Koalitionen ohne die SPD, die ihrerseits diese Regierungen parlamentarisch duldete – bis zum bitteren Ende.

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Amazonas-Bäume als Methanschleudern

Der Regenwald in der Amazonasregion steht in einigen Gebieten das ganze Jahr über meterhoch unter Wasser. © Urus Ravbar/ thinkstock
Unterschätzte Emissionsquelle: Die in den Überschwemmungsgebieten des Amazonas wachsenden Bäume setzen mehr von dem Treibhausgas Methan frei als gedacht. Mit rund 20 Millionen Tonnen jährlich entspricht die Menge dem Methanausstoß aller Ozeane der Welt zusammen. Überraschend auch: Die Stämme der Pflanzen fungieren als eine Art Schornstein, der das im Boden produzierte Klimagas in die Atmosphäre befördert. Ein Grund, die Bäume zu verdammen, sei das aber nicht, wie die Forscher betonen.

scinexx

Methan ist bekanntermaßen ein potentes Treibhausgas: Seine Treibhauswirkung ist rund 30-mal so hoch wie die von Kohlendioxid. Das Klimagas entsteht bei der Erdgasgewinnung, beim Reisanbau und bei der Viehzucht. Doch neben dem Methan-Ausstoß aus menschlichen Aktivitäten gibt es auch natürliche Quellen – darunter Feuchtgebiete und Sümpfe.

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Der Schlangentänzer in Jemen wurde regelrecht hingerichtet

Anhänger der Huthi feierten am Dienstag in Jemens Hauptstadt Sanaa den Tod des ehemaligen Präsidenten Saleh. (Bild: Yahya Arhab / EPA)
Nach der Ermordung des früheren Präsidenten Saleh dürfte sich der Konflikt in Jemen noch verschärfen.

Von Ulrich Schmid | Neue Zürcher Zeitung

Wer Jemen regieren wolle, der müsse auf den Köpfen von Schlangen tanzen können, hatte Ali Abdallah Saleh einst gesagt. Nun haben die Schlangen gebissen, tödlich. Der Mann, der Jemen fast 40 Jahre lang regierte, verlor das Leben, als Einheiten der Huthi ihn und den Vizegeneralsekretär seines Allgemeinen Volkskongresses, Jasser al-Awadi, in Sanaa auf offener Strasse erschossen. Laut Augenzeugenberichten war es eine regelrechte Exekution. Die Huthi zerrten Saleh, der offenbar aus Sanaa hatte fliehen wollen, aus seinem Wagen und setzten ihm einen Nackenschuss.

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Gläubiger Muslim durfte Kopfbedeckung vor Gericht aufbehalten

Das Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg © James Russell @ flickr.com (CC 2.0)
Ein gläubiger Muslim, der als Privatmann vor Gericht erscheint, darf seine Kopfbedeckung aufbehalten. Das entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in einem Fall, der sich in Bosnien-Herzegowina ereignet hat.

MiGAZIN

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat einem strenggläubigen Muslim recht gegeben, der sich bei einem Prozess in seiner Heimat Bosnien-Herzegowina geweigert hatte, eine religiöse Kopfbedeckung abzunehmen. Die Weigerung habe keine Missachtung des weltlichen Gerichts bedeutet und sei von der Religionsfreiheit gedeckt, urteilten die Straßburger Richter am Dienstag. Der bosnische Staat muss dem Mann, der einer wahhabitsch-salafistischen Richtung zugerechnet wird und wegen des Vorfalls 30 Tage in Haft saß, nun 4.500 Euro Schadenersatz zahlen. (AZ: 57792/15)

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Abgase schaden schon Ungeborenen

Autos verpesten in vielen Ballungsgebieten die Luft – offenbar auch zum Leidwesen ungeborener Kinder im Mutterleib. © Pawel Czaja/ thinkstock
Verkehrsabgase schaden sogar ungeborenen Kindern: Sind schwangere Frauen einer erhöhten Luftverschmutzung ausgesetzt, wirkt sich das negativ auf ihren Nachwuchs aus. Betroffene Babys kommen demnach häufiger mit einem sehr geringen Geburtsgewicht auf die Welt, wie eine Londoner Studie zeigt. Das könnte sie im späteren Leben anfälliger für vielfältige Erkrankungen machen.

scinexx

Luftverschmutzung schadet unserer Gesundheit – und das auf vielfache Weise: Feinstaub, Ruß und Stickoxide aus Dieselabgasen beeinträchtigen nicht nur die Lungenfunktion und erhöhen schon bei Konzentrationen unterhalb der Grenzwerte das Risiko für Lungenkrebs. Sie fördern auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schädigen unser Gehirn und machen uns anfälliger für bakterielle Erreger.

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„Unheilvolle Allianz aus Imamen, Trollen und Schlägerbanden“

Bild: DIE WELT
Die Bundesregierung sieht einen zunehmenden Einfluss Ankaras auf die türkische Gemeinde in Deutschland.

Von Marcel Leubecher, Annelie Naumann | DIE WELT

  • Seit dem Putschversuch sei eine Intensivierung der Versuche des türkischen Staates festzustellen, Einfluss zu nehmen.
  • Dies erfuhr die WELT aus einer ihr vorliegenden Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei.

Zuletzt schien sich die Lage zwischen Berlin und Ankara etwas entspannt zu haben. Doch der türkische Einfluss in Deutschland wächst. „Nach Einschätzung der Bundesregierung hat die türkische Regierung über in Deutschland tätige“ Verbände „vielfältige Möglichkeiten der Einflussnahme vor allem auf die hier lebende, mehr als drei Millionen Personen umfassende türkeistämmige Bevölkerung“, heißt es in einer der WELT vorliegenden Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei.

Der Kurs des türkischen Staatspräsidenten Erdogan und der Regierungspartei AKP werde „von diesen Institutionen – insbesondere seit dem gescheiterten Putsch im Juli 2016 – unterstützt“.

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Trumps Jerusalem-Entscheidung ist ein Trick

US-Präsident Donald Trump im Mai an der Klagemauer in der Altstadt von Jerusalem.Foto: dpa/AP/Evan Vucci
Der US-Präsident erkennt Jerusalem als Hauptstadt Israels an – und macht zugleich ein Zugeständnis an die Palästinenser. Doch die Empörung in der muslimischen Welt ist ein Risiko.

Von Thomas Seibert | DER TAGESSIEGEL

Trotz heftiger Kritik aus der islamischen Welt will Trump an diesem Mittwoch als erster Präsident seines Landes die für Juden, Muslime und Christen heilige Stadt Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen und die Verlegung der US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem ankündigen. Damit erfüllt er ein Wahlkampfversprechen an christliche Fundamentalisten und pro-israelische Geldgeber.

Trump werde die in aller Welt höchst umstrittene Entscheidung im Laufe des Mittwochs bekanntgeben und das Außenministerium mit den Vorbereitungen zum Verlegen der US-Botschaft nach Jerusalem beauftragen, verlautete am Dienstagabend (Ortszeit) aus dem Weißen Haus in Washington. Die Verlegung der Botschaft werde aber Jahre in Anspruch nehmen.

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US-Raketenabwehrsystem konnte vermutlich Huthi-Rakete nicht abschießen

Abschuss einer Patriot-Rakete während einer Nato-Übung in Chania. Bild: DoD
Raketenexperten glauben nachgewiesen zu haben, dass trotz fünfmaligem Abfeuern der Patriot-Batterien eine aus Jemen kommende Scud-Rakete nicht abwehren konnte, der Sprengkopf explodierte auf dem Flugplatz bei Riad

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die Geschichte klang zunächst einfach. Am 3. November schossen die Huthi-Rebellen in Vergeltung für Bombenangriffe einen Marschflugkörper über Riad in Richtung des über 1000 km entfernten Internationalen King-Khalid-Flughafens in Riad ab. Offiziell hieß es, dass die Rakete vor dem Einschlag auf den Flughafen vom US-Raketenabwehrsystem Patriot abgeschossen worden sei.

US-Präsident Donald Trump macht den Iran verantwortlich und prahlte mit der Leistungskraft der amerikanischen Waffensysteme: „Iran hat meiner Meinung nach einen Schuss auf Saudi-Arabien abgegeben. Und unser System hat ihn ausgeschalten. Das zeigt, wie gut wir sind. Keiner stellt her, was wir herstellen und jetzt verkaufen wir es überall auf der ganzen Welt.“

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Gucci-Paschtune Karsai: „Schickt unsere Jugend nicht zurück nach Afghanistan“

Hamid Karzai mit Angela Merkel im Berliner Kanzleramt 2012 © Guido Bergmann/EPA/DPA
Wegen der „schlimmen“ Sicherheitslage fordert Hamid Karzai einen Abschiebestopp nach Afghanistan: „Schickt sie nicht zurück in die Gefahr“, sagt Ex-Präsident des Landes im stern-Gespräch. Kritik übt er auch am Vorgehen der USA.

stern.de

Afghanistans früherer Präsident Hamid Karzai plädiert gegen die Abschiebung afghanischer Flüchtlinge aus Deutschland. „Fehlende Sicherheit, Hoffnungslosigkeit, deshalb ist unsere Jugend weggerannt nach Europa – schickt sie nicht zurück in die Gefahr“, sagte Karzai im neuen stern. Gegenwärtig herrschten in Afghanistan Unsicherheit und Gewalt, „die Sicherheitslage ist schlimm“. Karzai warb stattdessen für ein weiteres Engagement der Bundesrepublik in seinem Land. „Arbeitet mit Afghanistan daran, dass es ein friedliches, stabiles Land wird. Dann regelt sich nicht nur die Flüchtlingsfrage.“

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EKD und „idea“: Streit um evangelikales Medienportal

Rechtsaktivisten bei der rechten Demo „Ein Jahr nach dem Kölner Silvesterpogrom – kein Vergeben, kein Vergessen“ mit anschließendem Zug durch die Kölner Innenstadt. (imago / Future Image)
Die Evangelische Kirche in Deutschland hat der evangelikalen Nachrichtenagentur „Idea“ die Mittel gestrichen. Damit würden konservative Positionen vernachlässigt und die innerkirchliche Medien- und Meinungsfreiheit bedroht, kritisieren „Idea“-Anhänger. Unterstützt werden sie dabei von prominenter Seite.

Von Thomas Klatt | Deutschlandfunk

„Ich bin froh, dass die Finanzen nicht gestrichen worden sind, sondern dass die Finanzen im System der evangelischen Publizistik bleiben.“

Sagt Jörg Bollmann, geschäftsführender Direktor des Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizisitk (GEP) in Frankfurt am Main. Vor zwölf Jahren noch habe es keine Umverteilungen, sondern drastische Sparmaßnahmen für die evangelischen Medien gegeben.

„Ich habe in meiner Praxis auch schon andere synodale Beschlüsse erlebt. Ich hab den synodalen Beschluss in Zusammenhang mit der mittelfristigen Finanzplanung der EKD erlebt, das Kürzungsvolumen hatte eine Größenordung von 1,6 Millionen – gleich 27 Prozent des damaligen Gesamtetats.“

Zuwachs am evangelikalen Rand

Damals sei die Aufregung gering gewesen. Nun aber rufen Prominente wie der ZDF-Moderator Peter Hahne zur Rettung der innerkirchlichen „Medien- und Meinungsfreiheit“ und zu Spenden für das evangelikale Portal „idea“ auf. Geleitet wird es noch bis zum Jahresende von ihrem Gründer Helmut Matthies. Er ist von der innerkirchlichen Solidarität überwältigt.

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Wie der Kreml die deutsche Demokratie destabilisiert

Die Historiker und Journalisten Peter Pomerantsev und Anne Applebaum spüren russischer Einflussnahme in Deutschland nach Quelle: Milan Jaros/Respekt magazine; THE WASHINGTON POST
Die russischen Staatsmedien unterstützen Bewegungen auf der extremen Linken und der extremen Rechten gegen das deutsche „Establishment“. Im Gegenzug unterstützen diese die Agenda Moskaus.

Von Anne Applebaum, Peter Pomeranzew | DIE WELT

Die Zersplitterung der Medien und der großen Parteien, zornige Auseinandersetzungen und Polarisierung kennzeichnen schon länger die deutsche Politik. In den Monaten vor der Bundestagswahl 2017 haben jedoch russische und andere auswärtige Gruppen der sogenannten Alternativen Rechten versucht, die Spaltungen zu vertiefen und die Polarisierung auf die Spitze zu treiben.

In den Debatten des Mainstreams war deren Arbeit vielleicht nicht so sichtbar. An den Rändern jedoch – genau dort, wo die Wahl 2017 gewonnen und verloren wurde – sorgte eine Mischung aus unzutreffenden „Nachrichten“ in russischen Staatsmedien und Manipulation der sozialen Medien im Sinne des Kreml dafür, dass gesellschaftliche Kontroversen – etwa über die Zuwanderung – verstärkt und das Misstrauen in die demokratischen Institutionen Deutschlands geschürt wurden. Das Ziel: die AfD zu unterstützen.

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„Verhütung mitverantwortlich für ‚Epidemie’ sexueller Übergriffe“

Durch die Verbreitung von Verhütungsmitteln wird Sexualität entwertet. Männer sehen in Frauen leichter Objekte für die Erfüllung ihrer Wünsche, Übergriffe werden als weniger schwerwiegend wahrgenommen.

kath.net

Die „Epidemie“ an sexueller Belästigung und sexuellem Missbrauch, die in diesen Monaten sichtbar werde, sei neben anderen Faktoren auch auf die weite Verbreitung von Verhütungsmitteln zurückzuführen, schreibt die Kolumnistin Peggy Noonan in einem Kommentar für das Wall Street Journal.

Durch die Verwendung von Verhütungsmitteln würde der Geschlechtsakt von der Weitergabe des Lebens getrennt. Eine Konsequenz davon sei, dass Männer Frauen als Objekte für ihre Wünsche sehen würden, was schließlich zu Belästigung und Missbrauch führe, argumentiert Noonan.

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Afrikanische Schweinepest: Die Bauern fürchten die nächste Seuche

Bedrohung. In Polen wurden infizierte Wildschweine entdeckt.Foto: Jan Woitas/dpa
Den Landwirten geht es wieder besser. Doch bald könnte die Afrikanische Schweinepest auf deutsche Höfe übergreifen.

Von Maris Hubschmid | DER TAGESSPIEGEL

Angst vor der Seuche: Deutschlands Bauern sorgen sich, dass die Afrikanische Schweinepest hierzulande ausbrechen könnte. Die Krankheit war in Europa zunächst in Georgien festgestellt worden, hat inzwischen aber auch die Nachbarländer Tschechien und Polen erreicht. „Das Thema beschäftigt uns sehr“, sagte Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied am Dienstag in Berlin. Griffe die Pest auf Deutschland über, hätte das „desaströse Auswirkungen“.

Die Virusinfektion ist für den Menschen ungefährlich, verläuft bei Schweinen jedoch in der Regel tödlich. „Wenn nur ein erkranktes Wildschwein gefunden wird, werden wichtige Abnehmer im Ausland sofortigen Importstopp verhängen“, prognostiziert Rukwied. Der Erreger wird durch die Tiere selbst, aber auch über tierische Produkte oder Zecken übertragen. Impfschutz gibt es nicht. Bei einem erkrankten Schwein im Bestand müsste ein Halter vorsorglich sämtliche Tiere töten. Bauern sind angehalten, verstärkt auf Hygiene zu achten. Auch in den Umweltministerien seien bereits Expertengruppen gebildet worden, heißt es. Jäger könnten finanzielle Anreize erhalten, wenn sie verendete Wildschweine aufstöbern und untersuchen.

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Flüchtlingsrat protestiert gegen geplante Sammelabschiebung

Der hessische Flüchtlingsrat protestiert gegen eine vermutete Sammelabschiebung von abgelehnten afghanischen Asylbewerbern.

evangelisch.de

Eine Chartermaschine solle am Mittwochabend vom Frankfurter Flughafen abheben, teilte der hessische Flüchtlingsrat am Dienstag in Frankfurt am Main mit. Nach Informationen des Flüchtlingsrats seien 78 Personen angemeldet, so dass auch bei Eilentscheidungen von Gerichten gegen einzelne Abschiebungen immer noch die Höchstzahl von 50 Personen pro Flugzeug laut dem deutsch-afghanischen Rücknahmeabkommen erreicht werde.

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Criticizing Religious Beliefs Is a Fundamental Human Right

Image. Church and State
Social etiquette dictates that when in mixed company, one should avoid discussing politics and religion. As someone who is quite active on various social portals, I can attest to the visceral emotions that are triggered when these topics are broached!

By Gad Saad | Church and State

Clearly then, most people choose to play it safe and adhere to this social norm. More formally, various legal codes (e.g., the Civil Rights Act of 1964; the Civil Service Reform Act of 1978; see here) afford legal protection to individuals as a function of their political and religious affiliations among other variables that define one’s personhood (e.g., national identity, race, sexual orientation, and biological sex). Furthermore, several Western liberal democracies have instituted Hate Speech laws that make it illegal to forcefully criticize religious beliefs as this is construed as a form of fomenting hatred. Which of the latter social norms and legal edicts are congruent with or antithetical to the ethos of Western liberal democracies? Let me take each in turn.

As an academic, I value the free exchange of ideas. As such, while I understand the social pressures to avoid contentious discussions on politics and religion, I find this a form of intellectual cowardice. One’s political views and/or religious beliefs should not exist in an impenetrable and inviolable bubble wherein they are protected from criticism or scrutiny. Needless to say, I fully support the legal codes that are meant to protect individuals from discrimination. As someone whose family escaped execution in Lebanon (see here), I am only too aware of the evils of religious intolerance and hatred. That said I am unsure that in secular liberal democracies, one’s religion should fall in the same all-encompassing protective category as one’s sexual orientation, biological sex, or race.

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Trump informiert Abbas über geplante Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem

Die US-Botschaft in Tel Aviv. (Foto: AFP)
  • US-Präsident Donald Trump hat sich offenbar entschieden, die US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen.
  • Das soll er dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas telefonisch mitgeteilt haben.
  • Dieser äußert sich empört über den „inakzeptablen Schritt“.

Süddeutsche Zeitung

US-Präsident Donald Trump hat den Palästinenserpräsidenten über seine Absicht informiert, die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtet, Trump habe dies Mahmud Abbas telefonisch mitgeteilt.

Abbas hat seinem Sprecher zufolge in dem Telefonat „vor den schwerwiegenden Auswirkungen dieser Entscheidung auf den Friedensprozess sowie Sicherheit und Stabilität in der Region und der Welt gewarnt“. Abbas habe bekräftigt, es werde keinen Palästinenserstaat ohne Ost-Jerusalem als Hauptstadt geben. Er werde mit Staatschefs in aller Welt in Kontakt bleiben, um diesen „inakzeptablen Schritt“ zu verhindern, sagte der Sprecher.

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