„Da ist ein rechtsradikales Ökosystem gewachsen“


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Rechtsextreme Musikveranstaltungen entwickeln sich zu Großevents mit Tausenden Besuchern. Im Fokus der Szene steht dabei Thüringen. Im kommenden Jahr soll dort ein Festival von bislang unbekannter Dimension stattfinden.

Von Florian Flade, Timo Stukenberg | DIE WELT

Er werde es wieder tun, das hat Bodo Dressel bereits angekündigt. Seine Wiese den Ewiggestrigen überlassen. Der ehemalige AfD-Politiker stellte im Sommer sein Gelände im südthüringischen Themar für zwei Rechtsrock-Konzerte zur Verfügung. Mehr als 7000 Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet pilgerten am 15. Juli in die 3000-Einwohner-Gemeinde und feierten auf Dressels Wiese eines der größte Neonazi-Konzerte, die es in Deutschland jemals gab.

Themars parteiloser Bürgermeister Hubert Böse konnte es nicht verhindern. Nachts hörte er von dem blickdicht abgeschirmten Gelände nur die „Sieg Heil“-Rufe und Lobgesänge auf den NS-Kriegsverbrecher Rudolf Heß. Dressels Androhung einer Fortsetzung hat er sich ausgedruckt und in seinem Büro an die Wand gehängt. „Damit ich immer dran denke, dass es ihm wurscht ist“, sagt Böse.

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