Das Geschlechter-Paradox


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Der westlichen akademischen Belle Étage ist seit Jahrzehnten unhinterfragtes Dogma, dass Geschlechterrollen anerzogen, mindestens aber durch Einflüsse der sozialen Umwelt geprägt werden.

Von Harald Grundner | Richard-Dawkins-Foundation

Amerikanische Frauen haben eine um 15 Prozent niedrigere Chance als Männer, die Position eines Managers zu erreichen. In Schweden ist ihre Chance 48 Prozent kleiner, in Norwegen 52 Prozent und in Dänemark 63 Prozent. Anteilig gibt es in Burma, Oman und Marokko mehr Studentinnen der Naturwissenschaften als in Skandinavien. [1]

Wie kann das sein? Die skandinavischen Länder plus Finnland sind die egalitärsten der Welt. Schweden hat eine selbsterklärt feministische Regierung und fördert seit Jahrzehnten die Gleichstellung von Frauen. [2] Selbst die schwedische Kirche möchte gender-neutral über Gott sprechen. [3]

Warum also haben Frauen ausgerechnet dort schlechtere Chancen, in höhergestellte Positionen zu gelangen?

Der westlichen akademischen Belle Étage ist seit Jahrzehnten unhinterfragtes Dogma, dass Geschlechterrollen anerzogen, mindestens aber durch Einflüsse der sozialen Umwelt geprägt werden. „Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.“ Dieser Satz Simone de Beauvoirs ist fast siebzig Jahre alt; inzwischen dürfte höchstens das zweifache „man“ der Übersetzung Anstoß erregen; wer den Inhalt anzweifelt, wird des „Biologismus“ geziehen.

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