Nach Trumps Vorpreschen: Wie Erdogan zum Wortführer der Muslime wird


Recep Tayyip Erdogan: „Herr Trump, Jerusalem ist die rote Linie der Muslime“ © Louisa Gouliamaki/AFP
Der wortstärkste Anwalt der Palästinenser im Streit um Jerusalem ist kein arabischer Staatenlenker, sondern der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Für ihn geht es nicht nur um eine Herzensangelegenheit.

stern.de

Im Streit um die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels hat sich der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zum Wortführer der islamischen Welt aufgeschwungen. Das liegt auch daran, dass Erdogan derzeit turnusgemäß den Vorsitz der Organisation für Islamische Kooperation (OIC) innehat, jenem Zusammenschluss von 57 Staaten, der sich als „die kollektive Stimme der muslimischen Welt“ versteht. Wegen der Jerusalem-Krise berief der türkische Staatspräsident einen OIC-Sondergipfel ein, dessen Gastgeber er am kommenden Mittwoch in Istanbul sein wird.

In seiner Doppelrolle als Präsident der Türkei und der OIC agiert Erdogan seit Beginn des Streits um Jerusalem: Schon am Dienstag sagte er an die Adresse des von ihm bislang geschätzten US-Präsidenten Donald Trump: „Herr Trump, Jerusalem ist die rote Linie der Muslime.“ Am Mittwoch demonstrierte Erdogan in der Krise den Schulterschluss mit dem jordanischen König Abdullah II., den er in Ankara empfing.

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