Evolution der Religion

Ina Wunn
Barbaren, Geister, Gotteskrieger
Verlag: Springer, Berlin und Heidelberg 2018
ISBN: 9783662547724
19,99 €

Wie und warum sind Religionen entstanden? Warum verändern sie sich? Welche Faktoren sind dabei von Bedeutung? Diesen Fragen nähert sich Ina Wunn, indem sie ein Evolutionsmodell für Religionen entwirft.

Von Elena Bernard | Spektrum.de

Dabei greift sie auf ihr umfangreiches interdisziplinäres Fachwissen zurück: Bevor sie Professorin für Religionswissenschaft wurde, hat sie Biologie, Geologie und Paläontologie studiert und in letzterem Bereich promoviert. Wunns Überzeugung nach ist die Entwicklung der Religionen den gleichen Gesetzen unterworfen wie die Evolution des Lebens und lässt sich ebenso wissenschaftlich erfassen.

Bereits früher gab es Versuche, eine Evolutionstheorie der Religionen aufzustellen. Stammesreligionen früherer oder heutiger nichtindustrialisierter Kulturen wurden dabei oft als niedrige Entwicklungsstufe klassifiziert und mit frühmenschlichen Formen der Religiosität gleichgesetzt. Für Wunn zeugen diese Ansätze von mangelndem Verständnis der biologischen Evolution. Diese sei eben kein gerichteter Prozess, der zur Vervollkommnung strebe, sondern stetige Variabilität und Anpassung an sich wandelnde Umweltbedingungen.

Erdogan und Macron wollen Trump in Jerusalem-Frage umstimmen

Der französische Präsident Emmanuel Macron und der türkische Präsident Tayyip Erdogan. – (c) Reuters
Der türkische und der französische Präsident wollen offenbar gemeinsam die USA überreden, die Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, zu überdenken.

Die Presse.com

Der türkische Präsident Tayyip Erdogan und der französische Präsident Emmanuel Macron wollen gemeinsam die USA dazu überreden, ihre Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, zu überdenken, sagte am Samstag eine dem türkischen Präsidenten nahestehende Quelle. Die beiden Staats- und Regierungschefs stimmten demnach während eines Telefonats zu, dass der geplante Umzug für die Region besorgniserregend sei. Türkei und Frankreich würden gemeinsam versuchen, die US-Entscheidung umzukehren.

Erdogan habe am Samstag mit den Präsidenten von Kasachstan, Libanon und Aserbaidschan über das Thema gesprochen, hieß es weiter. Am Mittwoch berief er in der Türkei eine dringende Sitzung der Organisation für Islamische Zusammenarbeit ein.

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„So sieht es aus, wenn ein Eisbär verhungert“

© Screenshot / Instagram / Paul Nicklen
Ein Video des preisgekrönten Naturfotografen Paul Nicklen geht viral: Zu sehen sind laut dem Biologen die letzten Stunden im Leben eines Eisbären. Damit will er „die Mauern der Apathie“ im Hinblick auf den Klimawandel einreißen.

Frankfurter Allgemeine

Der amerikanische Late-Night-Moderator John Oliver versucht schon seit einer Weile, Donald Trump mit Hilfe von Werbespots auf dessen Lieblingssendern etwas beizubringen – von dort bezieht der Präsident bekanntlich einen Großteil seiner Informationen. Als Oliver sich vor drei Wochen in die Winterpause verabschiedete, kündigte er wieder an, auf „Fox News“ den ganzen Winter lang verschiedene Spots zeigen zu lassen, in denen der „Katheter-Cowboy“ zum Beispiel erklärt, dass man Kohle nicht mit Hilfe eines Schwammes zu einem sauberen Rohstoff machen könne, dass man während einer Sonnenfinsternis besser nicht in die Sonne schaut, und dass die Navy SEALs nicht wirklich Seals, also Seelöwen, seien. („Ich weiß mein Freund, ich war auch enttäuscht.“)

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„Alle US-Präsidenten sind gescheitert“

Donald Trumps monumentale Unterschrift, die Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennt. Der Präsident hält Proklamationen offenbar für eine persönliche Trophäe. Foto: afp
Der Historiker Tom Segev über die Erfolgsstory Israels, die Lage im Nahen Osten und die Provokation Donald Trumps.

Von Michael Hesse | Frankfurter Rundschau

Herr Segev, Sie haben gerade ein Buch über den Staatsgründer Israels, Ben Gurion, fertiggestellt. Nun verkündet US-Präsident Donald Trump, die Botschaft seines Landes von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen zu wollen. Fürchten Sie im Jubiläumsjahr Israels eine große Krise?
Ach, Israel lebt seit 70 Jahren von einer Krise zur nächsten. Und trotzdem wird das Land immer stärker. Man kann Israel als eine der dramatischsten Erfolgsstorys des 20. Jahrhunderts beschreiben. Wenn man Statistiken vergleicht, etwa von den Vereinten Nationen, der Weltgesundheitsorganisation oder der Unesco, dann liegt Israel bei 150 Ländern unter den besten 15 Staaten. Man kann sagen, dass es den meisten Israelis besser geht als den meisten anderen Menschen auf der Welt. Die jüdisch-israelische Gesellschaft ist ein demokratisch geführter Staat, die meisten Menschen der Welt leben nicht in Demokratien. Ben Gurion wäre schon zufrieden mit vielen Dingen. Er hat uns jedoch eine Reihe von Problemen hinterlassen, die ungelöst geblieben sind, hauptsächlich der Konflikt mit den Arabern und den Palästinensern. Mit zwei arabischen Staaten hat Israel einen Frieden geschlossen, was auch ich nicht für möglich gehalten hatte. Aber mit den Palästinensern ist es heute so, dass die meisten Israelis und Palästinenser nicht mehr daran glauben, dass dieser Konflikt noch zu lösen ist. Und ein Hauptgrund dafür ist die Situation in Jerusalem.

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Macht und Ohnmacht eines Pontifex

Papst Franziskus begrüßt Gläubige in der St. Mary’s Kathedrale in Yangon, Myanmar | Foto: reuters
Papst Franziskus stößt bei seinem Myanmar-Besuch an seine Grenzen

Von Norbert Eschborn, Sarah Sisouphantavong | Konrad-Adenauer-Stiftung

Die politische Macht der Päpste war schon im 20. Jahrhundert seit der Rolle Pius XII. in Zusammenhang mit der Judenverfolgung während der Zeit des Nationalsozialismus überaus umstritten. Während Europa Zentrum von Christentum und Katholizismus war und ist, gilt dies für Asien nicht in gleichem Maße. Jedoch war es allemal ein historischer Moment für die katholische Kirche im einstigen Birma, als Papst Franziskus in der letzten Novemberwoche dort Staatsgast war.

Nicht nur, weil es sich um die erste Visite eines Papstes in dem südostasiatischen Land und den ersten Besuch für Franziskus in einem mehrheitlich buddhistischen Staat handelte, sondern auch aufgrund der aktuellen, spannungsgeladenen politischen Situation, die Myanmar in den letzten Monaten immer wieder negative internationale Schlagzeilen einbrachte. Eine mit Spannung erwartete Reise, die mit einer überglücklichen katholischen Gemeinde vor Ort, jedoch auch mit einer kritischen Reaktion der internationalen Öffentlichkeit endete.

Auch wenn das Christentum mit 6,2% Angehörigen eine Minderheit darstellt, so ist es dennoch die zweitgrößte Religion in Myanmar. Vor mehr als 500 Jahren erreichte der Katholizismus mit den Portugiesen die damaligen Königreiche Ava und Pegu. Aktuell gibt es nach Angaben des Vatikans 659.000 Katholiken in Myanmar (ca. 1,29% der Bevölkerung), die in den 16 Bistümern im Land leben. Für die rund drei Millionen Christen, die vor allem den ethnischen Minderheiten der Chin, Karen, Kachin und Karenni angehören, wurde der Besuch unter dem Motto „Love and Peace“ als ein Segen für die angespannte Situation im Land wahrgenommen. Tausende von ihnen pilgerten aus ganz Myanmar nach Yangon, um den Pontifex willkommen zu heißen. Die Mehrheit der rund 51 Millionen Birmanen jedoch scherte sich recht wenig um den päpstlichen Besuch. Seine Ankunft erregte bei ihnen lediglich etwas Neugier aufgrund der verstärkten Präsenz der Sicherheitskräfte auf den Straßen und ließ Imbissbesitzer auf höhere Umsätze durch mehr Besucher hoffen.

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Berlin macht Tempo beim Abtreibungsrecht

Berlin erhöht bei der Liberalisierung des Abtreibungsrechts das Tempo. Wenn alle Räder gut ineinandergriffen, werde die angekündigte Initiative des Bundeslandes noch in diesem Jahr in den Bundesrat eingebracht, sagte Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) dem Evangelischen Pressedienst.

evangelisch.de

Ziel der Initiative ist es, den Paragrafen 219a, der Werbung für Schwangerschaftsabbrüche verbietet, ersatzlos zu streichen. Allerdings wäre es aus seiner Sicht auch „kein Drama, die erste Bundesratssitzung 2018“ zu erreichen, sagte Behrendt. Für eine Einbringung noch in diesem Jahr müsste der Berliner Senat am Dienstag zustimmen, die letzte Sitzung der Länderkammer in diesem Jahr ist auf den 15. Dezember terminiert.

Behrendt stellte klar: „Wir wollen selbstverständlich keine Werbekampagnen für einen Schwangerschaftsabbruch. Aber wir sind der festen Überzeugung, dass das Strafrecht nicht nötig ist, um diese Werbung zu verhindern.“ Hier könnte auch im Ordnungswidrigkeitenrecht reagiert werden, wenn sich Auswüchse zeigten, betonte der Justizsenator.

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Polen: „Wir lassen nicht zu, dass man uns erpresst“

Die Polen seien ein stolzes, wichtiges, großes Volk, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki Quelle: REUTERS/AGENCJA GAZETA
Im Streit um die Flüchlinge verklagt die EU-Kommission Ungarn, Polen und Tschechien. Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki will das nicht akzeptieren. Sein Volk sei groß und stolz – und lasse sich nicht erpressen.

DIE WELT

Polens neuer Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bleibt seiner klaren Linie treu – und will in der Flüchtlingsfrage weiter auf einen Konfrontationskurs mit der Europäischen Union setzen.

Wenige Stunden nach seiner Ernennung durch Staatspräsident Andrzej Duda sagte Morawiecki in einem Interview des regierungsfreundlichen Fernsehsenders „TV Trwam“: „Die Polen sind ein stolzes, wichtiges, großes Volk. Wir lassen nicht zu, dass man uns erpresst.“ Zuvor war er vom Moderator gefragt worden, was er von Drohungen vonseiten der EU halte, Polen die Mittel zu kürzen, falls das Land keine Flüchtlinge aufnehme.

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Der Staat und die vielen Religionen

Die Zürcher Regierung legt sieben Leitsätze zum Umgang mit dem religiösen Pluralismus vor.

Von Walter Bernet | Neue Zürcher Zeitung

Die Probleme finden sich täglich in den Schlagzeilen, die Grundsatzfragen dazu werden selten ohne Emotionen diskutiert. Die Rede ist von Winterthurer IS-Kriegern, Hasspredigern oder religiösen Schulen zweifelhafter Qualität. Die Rede ist aber auch von der polarisierten Diskussion darüber. Am Freitag ist Jacqueline Fehr, Direktorin der Justiz und des Inneren, mit einem Papier der Regierung an die Öffentlichkeit getreten, das die Diskussion versachlichen will.

Eine Erfolgsgeschichte

Von einer Zürcher Erfolgsgeschichte sprach Fehr. Das friedliche Zusammenleben der Religionen hat im Kanton bei aller Hitze der Debatten seit Jahrzehnten eine grosse Konstanz. Auf die Zunahme der katholischen Bevölkerung reagierte man 1963 mit der verfassungsrechtlichen Anerkennung der römisch-katholischen Körperschaft. Frühere Versuche, auf die zweite Welle der Pluralisierung seit der Jahrtausendwende zu reagieren, scheiterten aber. Es blieb bei der privatrechtlichen Anerkennung zweier jüdischer Gemeinden. Für das Verhältnis zu den neuen islamischen Gemeinschaften, aber auch zu der grossen Zahl von Menschen ohne religiöse Bindung existieren keine Handlungsgrundlagen des Staates.

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Der ewige Streit um das Kopftuch

Grafik: TP
Der Hijab – ein Kleidungsstück der Unterdrückung?

Von Elias Feroz | TELPOLIS

Das Kopftuch (oder der Hijab) sorgte in den letzten Tagen mal wieder für viele Schlagzeilen. Grund dafür ist eine Barbie-Figur, die einen Hijab trägt, veröffentlicht vom Spielzeughersteller „Mattel“. Als Vorlage dieser Puppe diente die US-amerikanische Olympionikin und Säbelfechterin Ibtihaj Muhammad, die als erste muslimische Athletin für die Vereinigten Staaten eine Medaille bei den Olympischen Spielen im Jahr 2016 gewonnen hat.

Aber auch in Österreich sorgte das Kopftuch für Headlines. Die 16-Jährige Rayouf Alhumedhi, eine Schülerin der Vienna International School, wurde vom Time Magazin unter den 30 einflussreichsten Teenagern der Welt gewählt, weil sie es mit ihrer Kampagne geschafft hat, Apple zu überzeugen, ein kopftuchtragendes „Emoji“ einzuführen.

In Österreich gab es von Seiten der FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs) für die Würdigung der beiden Musliminnen heftige Kritik. Die Auszeichnung für die Durchsetzung eines Emojis mit Kopftuch sei „irrsinnig“, da dieses Kleidungsstück ein Zeichen der Unterdrückung der Frau und Symbol des „politischen Islams“ sei. Der Begriff „politischer Islam“ wird von der FPÖ, aber auch von anderen österreichischen Parteien sehr gerne verwendet. Dies wurde auch in den Wahlkampagnen und TV-Auftritten der Parteien im Rahmen der Nationalratswahl 2017 ersichtlich. Was der politische Islam konkret sein soll, wurde allerdings nicht geklärt.

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Gutachter: Vatikan bringt Geldwäscher nicht vor Gericht

Vatikanbank
Im Kampf gegen Geldwäsche hat der Vatikan in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Das bescheinigen ihm Gutachter des Europaratskomitees Moneyval. Doch die vatikanische Justiz hinke der Entwicklung hinterher.

katholisch.de

Der Prüfausschuss des Europarates für Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung, Moneyval, hat dem Vatikan Fortschritte in der Finanztransparenz bescheinigt. Zugleich mahnte das Expertenkomitee, der Vatikan müsse das Recht besser durchsetzen. Ein am Freitag in Straßburg veröffentlichter Bericht nannte die Ergebnisse der vergangenen zwei Jahre auf diesem Feld „bescheiden“. So ist laut Moneyval nicht nachvollziehbar, warum im Vatikan bislang kein einziger Fall mutmaßlicher Geldwäsche vor Gericht kam. Auch seien beträchtliche Summen von verdächtigem Vermögen eingefroren, ohne dass je etwas beschlagnahmt worden sei.

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Hamas lobt blutige Unruhen und will Jerusalem befreien

Palästinenser attackierten israelische Soldaten in Ramallah Quelle: AFP/ABBAS MOMANI
Die US-Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels hat den Konflikt zwischen Israel und Palästina neu angeheizt.

DIE WELT

  • Mindestens 760 Menschen wurden bei Protesten und Gegenmaßnahmen verletzt. Rund 261 davon erlitten Schusswunden.
  • Israel forderte alle Nationen der Erde auf, dem Beispiel der USA zu folgen.

Nach den Unruhen im Heiligen Land mit zwei Toten und mehr als 700 Verletzten am Freitag herrscht Sorge vor weiterer Gewalt. Tausende Palästinenser waren nach den Freitagsgebeten in Jerusalem, dem Westjordanland und dem Gazastreifen auf die Straßen gegangen. Sie protestierten gegen die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt durch die USA. Dabei kam es zu zahlreichen Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften.

Im Gazastreifen starben zwei Palästinenser, wie die Zeitung „Haaretz“ in der Nacht zum Samstag berichtete. Israelische Kampfflugzeuge griffen in der Nacht zum Samstag Ziele im Gazastreifen an.

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Warum die Linke muslimische Islamkritiker lieber ausgrenzt

(Bild: Georgios Kefalas /Keystone)
Die Linke gibt vor, für Minderheiten zu kämpfen. Eine Minderheit erhält aber nur dann ihre Aufmerksamkeit, wenn sie den «richtigen Unterdrücker» hat: Rechte und Reiche, Imperialisten und Kapitalisten. Da bleibt kein Platz für muslimische Islamkritiker.

Von Kacem El Ghazzali | Neue Zürcher Zeitung

Es gibt eine Stimme, die den regressiven Linken lästig ist und der sie partout kein Gehör schenken wollen. Denn sie würde ihre Naivität entlarven. Es handelt sich um die Stimme der Minderheit innerhalb der Minderheit.

Die Linke lässt keine Gelegenheit aus, Solidarität, Toleranz und Vielfalt zu beschwören und sich als Hauptverteidigerin der religiösen und ethnischen Minderheiten in Europa darzubieten, doch diese Solidarität unterliegt einem engmaschigen ideologischen Kalkül. Denn gemäss linker Definition kann der Status einer unterdrückten Minderheit, die es wert ist, verteidigt zu werden, nur dann erhalten bleiben, wenn der Unterdrücker der politische Gegner ist: also die Rechten. Ist der Unterdrücker jedoch eine Minderheit, die einen Teil ihrer Mitglieder aufgrund religiöser oder geschlechtlicher Motive verfolgt, stecken viele Linke den Kopf in den Sand.

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Trumps Jerusalem-Entscheid nährt Hoffnung auf den Weltuntergang

Foto: afp photo / saul loeb Evangelikale wie Vizepräsident Mike Pence sind erfreut über die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch Donald Trump. Pence gilt als jener Politiker in den USA, dem die Evangelikalen besonders vertrauen.
Die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels ist in den USA auch für Evangelikale wie Vizepräsident Mike Pence zentral

Von Manuel Escher | derStandard.at

Sie zählen zur treuesten Basis des US-Präsidenten, und sie hoffen auf Krieg: Viele aus der Millionen Wähler zählenden Subkultur der US-Evangelikalen sehen in der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch Donald Trump die Erfüllung einer biblischen Prophezeiung. Immerhin haben sie in unzähligen Stunden des privaten Religionsunterrichts seit Jugendtagen gelernt, was es bedeutet, wenn Juden und Christen wieder alleinige Kontrolle über den Tempelberg haben: Dann, so glauben sie, könne der Wiederaufbau des historischen Tempels beginnen, der in ihrer Lesart der biblischen Johannes-Offenbarung – der Apokalypse – die Rückkehr des Messias und den Endkampf zwischen Gut und Böse in Gang setzt. Dieses aus ihrer Sicht freudige Ereignis erhoffen sich 22 Prozent der Amerikaner innerhalb der eigenen Lebenszeit.

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Katar-Krise? Macron verkauft Kriegsgerät in Doha

VBCI, (Gepanzertes Infanterie-Kampffahrzeug. Aufnahme von 2005. Bild: Daniel Steger / CC BY-SA 2.5
Der französische Präsident freut sich über Verträge im Wert von fast 12 Milliarden Euro mit dem Land, das wegen Unterstützung von Terrorgruppen in der Kritik steht

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Geht es um Waffengeschäfte mit reichen Golfstaaten, so halten sich die Komplikationen in Grenzen. Trotz des Streits zwischen Saudi-Arabien und Katar konnte der französische Präsident Macron Kampfflugzeuge und gepanzerte Infanterie-Kampffahrzeuge an Katar verkaufen. Frankreich pflegt einen multilateralen Ansatz. Was Kriegsgerät anbelangt, so heißt das, dass man mit beiden im Geschäft steht.

Anfang des Jahres verbuchte Präsident Hollande noch ein dickes Waffengeschäft mit Saudi-Arabien. Am Donnerstag reiste Macron mit mehreren französischen Unternehmensführern nach Doha und freute sich beim Blitzbesuch über unterzeichnete Verträge im Volumen „von etwa 12 Milliarden Euro“, wie er auf der Pressekonferenz bekannt gab.

Dabei ging es nicht nur um Waffen, aber in den Meldungen wird die Vereinbarung über den katarischen Kauf von 12 Flugzeugen des Typs Rafale an erster Stelle genannt, dem folgt die beachtliche Zahl von 490 bestellten Infanterie-Kampffahrzeugen (VBCI), die von Nexter in Frankreich produziert werden.

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Abdel-Hakim Ourghi – Für einen neuen Islam

Muss der Islam reformiert werden? In den Moscheen wird nach Ourghi eine Pädagogik der Unterwerfung gepredigt. ©AFP
Abdel-Hakim Ourghi hat Ideen, wie eine Liberalisierung gelingen könnte: Mit seinen 40 Reformthesen will er den Islam aus seinen eigenen verschütteten Traditionen heraus erneuern.

Von Thomas Thiel | Frankfurter Allgemeine

Die Aufklärung des Islams ist kein Privileg des Westens. Bald nach Mohammeds Tod wurde rationale Glaubenskritik auch aus islamischen Kulturen selbst formuliert. Historisch konnten sich diese Versuche, Glauben und Vernunft zu versöhnen, aber nicht durchsetzen. Die islamische Philosophie kam im achtzehnten Jahrhundert zum Erliegen oder wandte sich der Mystik zu. Während in Europa die Aufklärung einsetzte, wurde die islamische Welt, von vereinzelten Reformversuchen abgesehen, von einer Rückwärtsbewegung ergriffen, die durch die koloniale Erfahrung noch einmal verstärkt wurde. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts keimte schließlich die Saat des politischen Islams auf in ihrer explosiven Mischung aus globalem Machtanspruch und Unterlegenheitsgefühl.

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Flammende Wut auf Donald Trump

Palästinensischer Behauptungswille in Gaza City. Foto: rtr
Der Frust der Palästinenser entlädt sich: Molotow-Cocktails und Steine fliegen, amerikanische Flaggen brennen, die israelische Armee feuert Gummigeschosse und scharfe Munition.

Von Inge Günther | Frankfurter Rundschau

Fast im Laufschritt eilen die moslemischen Gläubigen durch die Jerusalemer Altstadtgassen. Immer dichter wird die vorandrängende Menschenmenge. Das Mittagsgebet in der Al- Aksa-Moschee scheint sie an diesem Freitag geradezu magnetisch anzuziehen. Weil heute und hier Präsenz zeigen für viele Palästinenser zugleich Ausdruck des Protests ist.

Er richtet sich gegen Donald Trump, der über ihre Köpfe hinweg Jerusalem den Israelis als alleinige Hauptstadt zuerkannt hat. „Wer ist dieser Trump, der unsere Stadt, Al Quds, die ihm nicht gehört, den Juden gibt“, empört sich Moussa Hijazi, ein Ingenieur, während er ein paar weitere Stufen nimmt. „Meine Vorfahren sind vor über 800 Jahren mit Salah ed-Din gekommen, um Jerusalem von den Kreuzfahrern zu befreien.“

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Insider: EU-Behörde erwägt Warnung an Bayer wegen Monsanto-Gebot

foto: apa/afp/ john macdougall. Bayer plant eine 66 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Saatgut- und Herbizid-Herstellers Monsanto.Monsanto
Die Kommission habe kartellrechtliche Bedenken wegen der Mega-Fusion

derStandard.at

Die EU-Wettbewerbshüter werden einem Insider zufolge wohl im Zusammenhang mit der milliardenschweren Offerte für den US-Saatgutriesen Monsanto eine Warnung an den Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer richten. Die Behörden seien besorgt, dass die geplante Übernahme den Wettbewerb beeinträchtigen könnte, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Freitag. Die Kommission dürfte deshalb in den nächsten Wochen eine Mitteilung an die beiden Konzerne verschicken. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht getroffen worden.

Die Kartellwächter in Brüssel hatten die Prüfung bis 22. Januar verlängert. Um die Wettbewerbshüter von der 66 Milliarden Dollar schweren Übernahme zu überzeugen, hatte Bayer im Oktober angekündigt, für fast sechs Milliarden Euro einen Teil seines Geschäfts mit der Landwirtschaft an BASF zu verkaufen.

Forderung des Richterbunds: Keine religiöse Kleidung bei Amtsträgern am Gericht

Vor Gericht haben religiöse Kleidungsstücke bei Amtspersonen nichts zu suchen, meint der Deutsche Richterbund. Quelle: dpa
In Baden-Württemberg und Hessen gilt bereits ein Trageverbot für religiöse Kleidungsstücke für Amtspersonen bei Gericht. Die neue Regierung in Hannover will sich dem anschließen, als Zeichen weltanschaulicher Neutralität. Rechtsreferendarinnen mit Kopftuch protestieren dagegen scharf. Vor dem Bundesverfassungsgericht wird eine Grundsatzentscheidung erwartet. Der Deutsche Richterbund fordert jetzt eine bundesweit einheitliche Gesetzeslage „durch ausdrückliche Verbote“.

Von Dieter Wonka | Wolfsburger Allgemeine

Religiöse Kleidungsstücke, darunter auch Burka oder Kopftuch, haben bei Amtsträgern im Gerichtssaal nichts zu suchen. Das meint der Deutsche Richterbund und fordert ein bundesweit einheitliches Verbot religiöser Kleidung und Zeichen bei Gericht. „Die Justiz ist zu strikter Neutralität verpflichtet. Damit sind religiöse Kleidung sowie weltanschauliche, politische und religiöse Zeichen bei Amtsträgern im Gerichtssaal nicht vereinbar“, sagte Verbandsgeschäftsführer Sven Rebehn sagte dem RedaktionsNetzwerks Deutschland, RND. „Der Gesetzgeber sollte das durch ausdrückliche Verbote klarstellen.“ Das Grundrecht auf Religionsfreiheit fände dann im Gerichtssaal seine Grenzen.

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Wir fordern einen jüdischen Feiertag für Deutschland!


Keine Religion existiert so lange auf dem Gebiet des heutigen Deutschland wie das Judentum

Von Eva Quistorp | Jüdische Rundschau

Das erste Mal in meinem Leben – ich bin ein Nachkriegskind aus dem August 1945 – als ich von einem jüdischen Feiertag gehört habe, war wohl schon bei meiner Patentante Luise Thilo in Haan bei Wuppertal, die in der Zeit der Bekennenden Kirche mit einer Jüdin befreundet war, die überlebt hatte und die mir von ihren Besuchen in tiefer Erinnerung ist. Doch das ging als Kind an mir vorbei. Es gehörte aber zu meiner Lern- und Lebensatmosphäre auch in dem Pfarrhaus der Bekennenden Kirche, in dem ich in Heiligenkirchen, Kleve und Minden mit meinen Eltern aufwuchs.

Mein Vater sprach wortgewaltig und in der prophetischen Tradition fast in jedem Gottesdienst, bei dem ich allmählich etwas verstand, die Judenverfolgung als großes Verbrechen an und donnerte gegen das Versagen der Christen. In vielen Formen, auch beim Tischgebet oder den Zinzendorflosungen (Herrnhuter Losungen) erinnerte er uns ständig an die Wurzeln des Christentums im Judentum, im Alten Testament, der Thora. Bei mir hat sich das tief eingeprägt. Es kam mir selbstverständlich vor.

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The Trump Campaign Was Offered Access to WikiLeaks Documents: Report

Photo Credit: Gage Skidmore / Flickr

Donald Jr. finds himself at the center of an explosive new scandal.

By Charlie May | Salon/Alternet

A September 2016 email received by then-candidate Donald Trump, his son Donald Trump Jr. and others in the Trump organization from an unknown sender contained a decryption key and website address for hacked documents obtained by Wikileaks, congressional investigators found.

The email was sent on Sep. 4, a little over two months out from the election, by a person whose name was listed as „Mike Erickson,“ CNN reported. The email described to the network by multiple sources and later confirmed by Trump Jr’s attorney.

The email also came two months after emails from the Democratic National Committee were made public, and one month prior to WikiLeaks releasing thousands of emails from Hillary Clinton’s campaign chairman John Podesta. It’s been widely reported that the DNC emails were released as a result of a hack, though some reports have argued it could have been an insider leak.

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