Macht und Ohnmacht eines Pontifex


Papst Franziskus begrüßt Gläubige in der St. Mary’s Kathedrale in Yangon, Myanmar | Foto: reuters
Papst Franziskus stößt bei seinem Myanmar-Besuch an seine Grenzen

Von Norbert Eschborn, Sarah Sisouphantavong | Konrad-Adenauer-Stiftung

Die politische Macht der Päpste war schon im 20. Jahrhundert seit der Rolle Pius XII. in Zusammenhang mit der Judenverfolgung während der Zeit des Nationalsozialismus überaus umstritten. Während Europa Zentrum von Christentum und Katholizismus war und ist, gilt dies für Asien nicht in gleichem Maße. Jedoch war es allemal ein historischer Moment für die katholische Kirche im einstigen Birma, als Papst Franziskus in der letzten Novemberwoche dort Staatsgast war.

Nicht nur, weil es sich um die erste Visite eines Papstes in dem südostasiatischen Land und den ersten Besuch für Franziskus in einem mehrheitlich buddhistischen Staat handelte, sondern auch aufgrund der aktuellen, spannungsgeladenen politischen Situation, die Myanmar in den letzten Monaten immer wieder negative internationale Schlagzeilen einbrachte. Eine mit Spannung erwartete Reise, die mit einer überglücklichen katholischen Gemeinde vor Ort, jedoch auch mit einer kritischen Reaktion der internationalen Öffentlichkeit endete.

Auch wenn das Christentum mit 6,2% Angehörigen eine Minderheit darstellt, so ist es dennoch die zweitgrößte Religion in Myanmar. Vor mehr als 500 Jahren erreichte der Katholizismus mit den Portugiesen die damaligen Königreiche Ava und Pegu. Aktuell gibt es nach Angaben des Vatikans 659.000 Katholiken in Myanmar (ca. 1,29% der Bevölkerung), die in den 16 Bistümern im Land leben. Für die rund drei Millionen Christen, die vor allem den ethnischen Minderheiten der Chin, Karen, Kachin und Karenni angehören, wurde der Besuch unter dem Motto „Love and Peace“ als ein Segen für die angespannte Situation im Land wahrgenommen. Tausende von ihnen pilgerten aus ganz Myanmar nach Yangon, um den Pontifex willkommen zu heißen. Die Mehrheit der rund 51 Millionen Birmanen jedoch scherte sich recht wenig um den päpstlichen Besuch. Seine Ankunft erregte bei ihnen lediglich etwas Neugier aufgrund der verstärkten Präsenz der Sicherheitskräfte auf den Straßen und ließ Imbissbesitzer auf höhere Umsätze durch mehr Besucher hoffen.

weiterlesen