Wir fordern einen jüdischen Feiertag für Deutschland!



Keine Religion existiert so lange auf dem Gebiet des heutigen Deutschland wie das Judentum

Von Eva Quistorp | Jüdische Rundschau

Das erste Mal in meinem Leben – ich bin ein Nachkriegskind aus dem August 1945 – als ich von einem jüdischen Feiertag gehört habe, war wohl schon bei meiner Patentante Luise Thilo in Haan bei Wuppertal, die in der Zeit der Bekennenden Kirche mit einer Jüdin befreundet war, die überlebt hatte und die mir von ihren Besuchen in tiefer Erinnerung ist. Doch das ging als Kind an mir vorbei. Es gehörte aber zu meiner Lern- und Lebensatmosphäre auch in dem Pfarrhaus der Bekennenden Kirche, in dem ich in Heiligenkirchen, Kleve und Minden mit meinen Eltern aufwuchs.

Mein Vater sprach wortgewaltig und in der prophetischen Tradition fast in jedem Gottesdienst, bei dem ich allmählich etwas verstand, die Judenverfolgung als großes Verbrechen an und donnerte gegen das Versagen der Christen. In vielen Formen, auch beim Tischgebet oder den Zinzendorflosungen (Herrnhuter Losungen) erinnerte er uns ständig an die Wurzeln des Christentums im Judentum, im Alten Testament, der Thora. Bei mir hat sich das tief eingeprägt. Es kam mir selbstverständlich vor.

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