Diesem Richter verdanken Zehntausende NS-Opfer eine Rente


Nach dem „Preis der Menschlichkeit“ der Janusz-Korczak-Akademie erhält Jan-Robert von Renesse nun den Dachau-Preis für Zivilcourage. (Foto: dpa/David Young)
  • Jan-Robert von Renesse wollte sich nicht damit abfinden, dass deutsche Gerichte NS-Opfern keine Rentenzahlung zugestehen wollten.
  • Er beauftragte Gutachter, führte Gespräche mit Betroffenen und konnte letztlich das Bundessozialgericht 2009 von den Ansprüchen der Opfer überzeugen.
  • In Juristenkreisen galt er deshalb als Nestbeschmutzer. Nach dem „Preis der Menschlichkeit“ erhält er nun eine weitere Auszeichnung: den Dachau-Preis für Zivilcourage.

Von Robert Probst | Süddeutsche Zeitung

Ein Mann macht seinen Job. Mit großem Aufwand und durchaus hartnäckig verfolgt er sein Ziel. Das gefällt nicht jedem in seiner Behörde. Seine Arbeit wird zum Politikum, der Justizminister wird eingeschaltet, die Angelegenheit wird mit großem Interesse und Argwohn sogar in Israel verfolgt. Über Jahre zieht sich der Streit – nun ist er beendet und der Mann wird mir Ehrungen überhäuft. Erst kürzlich erhielt der Sozialrichter Jan-Robert von Renesse, 51, den „Preis der Menschlichkeit“ der Janusz-Korczak-Akademie, an diesem Sonntag folgt der Dachau-Preis für Zivilcourage.

weiterlesen