Ein Burka-Verbot ist ein Verrat der Freiheit


Symbol Bild: Reuters
Nach dem Kanton Tessin hat nun auch der Kanton St. Gallen ein Burkaverbot. Ein Verbot, über das wir wohl bald auch landesweit abstimmen. Ob Religion, Wirtschaft oder Migration.

Von Giuseppe Gracia | AARGAUER ZEITUNG

Gesundes Essen, Frauenquote oder unerwünschte Meinung im Netz (sogenannte «Hate Speech»): Im Namen einer offenen Gesellschaft sucht man immer mehr staatliche Gebote und Verbote. Das zeigt, wie sehr der liberale Geist Europas

auf den Hund gekommen ist. Wer gegen Verbote steht, gerade im Fall der Burka, gilt als Verräter westlicher Werte, als Freund der textilen Frauenverachtung.

Tatsächlich habe ich, als Autor eines islamkritischen Romans, nicht das Geringste übrig für gewaltbereite Machos, die ihren Traum vom Harem mit Gott verwechseln. Genauso wenig mag ich allerdings die pseudo-christlich-abendländische Leitkultur-Front, die ihren Traum von der burka- freien Gesinnungsnation mit dem liberalen Rechtsstaat verwechselt. Es sind Politiker und Opinion-Leaders, die meinen, erfolgreiche Integration gelinge nur mit staatlich verfügter Monokultur. Deswegen wollen sie einen gedanklichen Grenzzaun gegen fremdländische Identitäts-Verwirrungen in unseren Köpfen hochziehen und geben sich dabei feministisch.

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