Fanfare der Unabhängigkeitskämpfe


Aimé Césaires „Rede über den Kolonialismus“ wurde in viele Sprachen übersetzt. (imago/Danita Delimont / Kramer Verlag)
Aimé Césaire aus Martinique kämpfte als Schriftsteller und Politiker gegen koloniale Machtverhältnisse. Seine „Rede über den Kolonialismus“ von 1950 wurde zur zentralen Kampfschrift. Die kommentierte Neuausgabe hat auch Bezüge zur Gegenwart – so thematisiert der Text auch die Folgen des Kolonialismus.

Von Katharina Döbler | Deutschlandfunk Kultur

Aimé Césaires „Rede über den Kolonialismus“ wurde niemals gehalten. Aber kaum war sie 1950 im Druck erschienen, verbreitete sie sich über die Welt, wurde unendlich oft zitiert und in viele Sprachen übersetzt: Sie wurde zur zentralen Kampfschrift gegen den Kolonialismus, zur Fanfare der Unabhängigkeitskämpfe. Frantz Fanon, ein Schüler Césaires, ließ sich davon zu seinem antikolonialen Aufruf „Verdammte dieser Erde“ inspirieren.

Es gibt heute kaum noch Kolonien. Martinique, wo Aimé Césaire 1913 geboren wurde und 2008 starb, ist heute ein gleichberechtigtes französisches Übersee-Departement. Dass es so kam, hat die Insel weitgehend Césaire zu verdanken, der als ihr Abgeordneter in der französischen Nationalversammlung saß.

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