Allianz rechter und linker Assad-Apologeten: Unbehagen im Westen

Warum verteidigen Linke und Rechte in Deutschland die Assad-Tyrannei in Syrien?

Von Günther Orth | Qantara.de

Syrien ist zu einer Art Kristallisationspunkt für einen schrägen öffentlichen Diskurs geworden, nicht nur in Deutschland. Und in gewisser Weise ist es nur zufällig das Thema Syrien, das zu bemerkenswerten intellektuellen Ausfällen führt.

Zwar wäre es naheliegend, dass man sich über ein Regime empört, das aus Angst vor Machtverlust über Jahre hinweg die eigene Bevölkerung mit Panzern, Bomben und Giftgas tötet oder systematisch vertreibt und foltert, aber genau darüber erregen sich die Syrien-Lautsprecher hierzulande nicht – sie versuchen vielmehr, dies alles zu relativieren oder wahlweise abzustreiten.

Typischerweise sind es Linke wie Rechte, die das Assad-Regime und seine Schutzmacht Russland verteidigen, oft mit Verweis auf islamistischen Terror. Aber da wo sich Rechts und Links vermischen, bleibt nur Rechts übrig.

Zugleich liegt hier aber auch ein Schlüssel zum Verständnis des Phänomens der Assad-Versteher, denn worin sind Rechte und Linke sich oft einig? Bei ihrer Ablehnung von Globalisierung, und zuweilen auch in ihrer gemeinsamen Sehnsucht nach Einfachheit und Heimat (hier passen sie sogar ein wenig zu den Islamisten).

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Wenn wir im falschen Leben stecken

Der IQ der Mutter hat Auswirkungen auf die Intelligenz ihrer Kinder.
Verwirklichung. Die Kinder kluger Eltern sind nicht automatisch auch klug. Genau das wird von ihnen aber erwartet. Und zwingt sie in ein Leben fern ihrer Grundbedürfnisse und Kompetenzen.

Von Andrea Lehky | Die Presse.com

Mama und Papa haben es weit gebracht. Sie haben studiert und ihre eigenen Eltern karrieretechnisch weit hinter sich gelassen. Dasselbe erwarten sie von ihren Kindern. Weil, so die Logik, jede Generation klüger ist als die vorhergehende.

So wird es das nicht spielen, widerspricht der Schweizer Kinderpsychologe Remo H. Largo. Zwar wurden die Menschen in unserer westlichen Welt über die vergangenen Generationen immer intelligenter, im Schnitt um drei bis fünf IQ-Punkte pro Jahrzehnt. Das hatte aber keine genetische Gründe. Es lag an der kontinuierlich besseren Ernährung und Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Jetzt sind auch die untersten Schichten so gut versorgt, dass keine Steigerung mehr möglich ist.

Für Ausreißerbegabungen geht es nun wieder bergab. Als Beweis führt Largo das Gesetz von Galton an, benannt nach dem 1911 verstorbenen Briten Sir Francis Galton, Cousin von Charles Darwin und Mitbegründer der Genetik. Diesem Gesetz zufolge tendiert jedes Merkmal zur „Regression zur Mitte“. Begabte Eltern haben damit nicht notwendigerweise auch begabte Kinder.

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„Göttliche“ Siegelabdrücke entdeckt

Siegelabdrücke aus dem Archiv der antiken Stadt Doliche © Forschungsstelle Asia Minor
Göttlich besiegelt: Archäologen haben in der antiken Stadt Doliche auf dem Gebiet der heutigen Türkei hunderte Dokumente mit besonderen Siegelabdrücken gefunden. Die Artefakte zeigen neben dem römischen Kaiser Augustus eine Vielzahl griechisch-römischer Götter – und geben damit neue Einblicke in die religiösen Vorstellungen der damaligen Zeit. Neben dem Siegelfund haben die Forscher bei ihren Grabungen in Doliche zudem Hinweise auf eine spätantike Kirche entdeckt.

scinexx

Die Religion der antiken Griechen und Römer war geprägt von einer polytheistischen Götterwelt. Ob Zeus, Hera oder Jupiter: Die altertümliche Mythologie bevölkerten damals zahlreiche Gottheiten, die das Schicksal des Volkes lenkten. Neue Einblicke in diese faszinierende Welt gibt nun ein archäologischer Fund aus der antiken Stadt Doliche in der Südosttürkei.

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Jesus, nur besser – Ricky Gervais

Streift alle Themen, die irgendwen irgendwie verletzten könnten und erweist sich als Tierliebhaber: Ricky Gervais, Jahrgang 1961. (Foto: OH)
„Was bekommt ein taubes, blindes und stummes Kind zu Weihnachten? – Krebs.“ Ricky Gervais ist einer der verletzendsten und damit wichtigsten Comedians unserer Zeit. Ein Besuch.

Von Juliane Liebert | Süddeutsche Zeitung

Bulldoggen und Krebskranke müssen Ricky Gervais eigentlich lieben, schließlich hat er für beide gerade je 100 000 Pfund gespendet. Eingenommen hat er das Geld mit Witzen über tote Babys, Pädophile und Aids. Kostprobe? „Was bekommt ein taubes, blindes und stummes Kind zu Weihnachten? – Krebs.“ Also, das ist kein Witz, den er bei seiner Show im Tempodrom Donnerstagabend erzählt hat, es ist ein Witz, von dem er erzählt hat, dass er ihn nie erzählen würde. Und wo das hinführt, weiß der deutsche Comedy-Liebhaber ja leider aus der Akte Böhmermann-vs-Erdoğan – zu Prozessen, Hunderten Essays darüber, was Satire darf und was nicht, zu Denkfalten und bitteren Tränen.

Oder eben auch nicht. Ricky Gervais ist gerade auf Welttournee. „Humanity“ heißt die Tour, und jetzt führte sie ihn nach Berlin. Auf Twitter sieht das dann so aus: Ein Foto von Ricky Gervais mit aufgerissenem Mund und einem Bierglas, Kommentar: „Bist du bereit, Berlin?“, Werbung für irgendwas mit Netflix.

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Einheitsübersetzung: Adam gendergerecht abgeschafft

Bild: Lucas Cranach d. Ä. 1530 (public domain)
Weitere Kritik an der neuen Einheitsübersetzung – Niklaus Herzog: „Das ist Gendergaga hoch zwei!“

kath.net

Die neue deutschsprachige Einheitsübersetzung der Bibel steht immer mehr in der Kritik. Jetzt wurde bekannt, dass in der Übersetzung, die als offizielle Übersetzung für den deutschen Sprachraum gedacht ist, in der Schöpfungsgeschichte auch „Adam“ gestrichen wurde. Dies berichtet die Schweizer Zeitung „Blick“.

Laut der Zeitung heißt es in der Bibelübersetzung jetzt beispielsweise, dass Gott nicht mehr nach Adam ruft, sondern nach dem Menschen. „Blick“ schreibt dazu: „Aus dem Mann ist der geschlechtsneutrale Mensch geworden.“ „Das ist ein unheiliger Angriff auf die Heilige Schrift. Das ist Gendergaga hoch zwei!“, erklärt Niklaus Herzog, der ehemaliger Präsident der Zürcher Ethikkommission und Mitglied des kirchlichen Gerichtes der Schweizer Bischofskonferenz.

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Paragraf 175: Keine Gerechtigkeit für Homosexuellen

Gibt nicht auf: Wolfgang Lauinger. (Archiv) Foto: Andreas Arnold
Der Frankfurter Wolfgang Lauinger saß in den 50er Jahren als Homosexueller im Gefängnis, doch das Entschädigungsgesetz gilt nicht für ihn.

Von Pitt von Bebenburg | Frankfurter Rundschau

Es sollte „ein später Akt der Gerechtigkeit“ werden, wie es Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) formulierte. Am 22. Juli trat das Gesetz zur Rehabilitierung und Entschädigung jener schwulen Männer in Kraft, die in der Bundesrepublik wegen ihrer Homosexualität nach dem berüchtigten Paragrafen 175 verurteilt worden waren. Bis heute sind nach Angaben des Justizministeriums Entschädigungen für 38 Männer bewilligt worden. Aber nicht für Wolfgang Lauinger. Sein Antrag wurde abgelehnt. Ausgerechnet.

Ausgrenzung und Verfolgung von Homosexuellen

Der Frankfurter Lauinger, der heute 99 Jahre alt ist, zählt trotz seines fortgeschrittenen Alters zu den wichtigsten Kämpfern für die Rehabilitierung. Jüngst nahm er an der Eröffnung einer Ausstellung über die Ausgrenzung und Verfolgung von Homosexuellen im Wiesbadener Landtag teil. Der schwule Mann war 1950 ins Gefängnis geworfen worden, nach einer Denunziation. Monatelang saß er hinter Gittern. Im Februar 1951 wurde Lauinger freigelassen. Der Belastungszeuge hatte die Aussage verweigert, die Anklage kam nicht zustande.

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Philosoph Martens: „Unsere mediale Wirklichkeit verführt zum Bullshit“

foto: privat Der deutsche Philosoph Ekkehard Martens zählt neben Lesen, Schreiben und Rechnen auch Philosophieren mit Kindern zu den Kulturtechniken, die die Schule vermitteln sollte.

Philosoph Ekkehard Martens über politisches Blabla, das Gerede vom postfaktischen Zeitalter, permanentes Meinungsgeplapper, Sokrates als guten Lehrer für heute und Philosophieren mit Kindern als Kulturtechnik

Interview Lisa Nimmervoll | derStandard.at

STANDARD: Vom antiken Philosophen Sokrates (469 – 399 v. Chr.) wissen wir: „Ich weiß, dass ich nicht weiß“, von US-Philosoph Harry G. Frankfurt, dass wir von „Bullshit“ umzingelt sind. Er legte schon 1985 mit „On Bullshit“ eine Art Manifest der Dummheitsforschung vor. Und Sie sagen jetzt, genau zwischen diesem sokratischen Nichtwissen und dem weitverbreiteten Bullshit liegt „eine aktuelle bildungspolitische Herausforderung“ – welcher Art ist die denn?

Martens: Ich beobachte in der Schule, aber auch an der Uni immer häufiger den schulterzuckenden Satz: „Ach, das muss jeder selbst wissen.“ Ich sehe darin eine grundskeptische Haltung, die ich für sehr gefährlich halte: „Ist doch letztlich alles egal, wir wissen doch sowieso nichts Sicheres.“ Da kann jeder gleich drauflosreden. Daraus folgt so eine geheime Ideologie: „Wir wissen und können alles. Sollen die anderen doch anderer Meinung sein, macht nichts, mal sehen, wer sich durchsetzt.“ Natürlich wird jedem gleich ein gewisser amerikanischer Präsident einfallen, aber das war auch vor Donald Trump schon weitverbreitet – und das muss man erkennen und etwas dagegen tun.

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Saudi-Arabien erlaubt das Betreiben von Kinos

Im Rahmen eines Modernisierungskurses dürfen saudische Frauen auch wieder Auto fahren. – APA/AFP/FAYEZ NURELDINE
Ab Anfang 2018 sollen kommerzielle Kinos wieder öffnen dürfen, gibt das streng islamische Land bekannt – erstmals seit 35 Jahren.

Die Presse.com

Saudi-Arabien hat das seit Jahrzehnten geltende Verbot von Kinos aufgehoben. Kommerzielle Kinos sollten ab Anfang 2018 öffnen dürfen, gab das Kultur- und Informationsministerium des erzkonservativen islamischen Landes am Montag in Riad bekannt.

Lizenzen sollten ab sofort ausgestellt werden, hieß es weiter. „Wir erwarten, dass die ersten Kinos im März 2018 eröffnen“, teilte Kulturminister Awwad bin Saleh Alawwad mit. „Das markiert einen Wendepunkt in der Entwicklung der Kulturwirtschaft im Königreich.“

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Homosexualität: Eine Frage der Gene?

Unsere sexuelle Orientierung ist zumindest zum Teil genetisch bedingt. Doch welche Gene dafür verantwortlich sind, ist bisher unklar. © thinkstock
Spurensuche im Genom: Forscher haben im Erbgut schwuler Männer zwei Genvarianten entdeckt, die möglicherweise die sexuelle Orientierung mitbeeinflussen. Sie treten bei homosexuellen Männern etwas häufiger auf als bei heterosexuellen, wie die erste genomweite Assoziationsstudie zu diesem Thema ergab. Allerdings: Angesichts der komplexen genetischen Basis der sexuellen Orientierung sind dies bestenfalls erste Anhaltspunkte, wie die Forscher betonen.

scinexx

Ob heterosexuell, bi- oder homosexuell: Was bestimmt unsere sexuelle Orientierung? Noch gibt diese Frage Rätsel auf. Klar scheint, dass unsere Vorlieben für gleichgeschlechtliche oder gegengeschlechtliche Partner kein rein psychologisches Phänomen sind – es gibt eine biologische Basis. Indizien dafür liefern unter anderem Vergleiche der Hirnstruktur, die sowohl bei schwulen Männern als auch bei lesbischen Frauen Unterschiede zu ihren heterosexuellen Geschlechtsgenossen fanden.

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Pentagon ist der Aufenthaltsort von zehntausenden Soldaten unbekannt

Mitglieder des 5th Special Forces Group in al-Tanf, Syrien. Bild: DoD
Weltweit sind US-Soldaten stationiert und im Einsatz, oft in kleinen Gruppen verdeckt operierend, weiter auch viele Contractors

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Man sollte meinen, beim Militär herrsche eine gewisse Ordnung. Dass das Pentagon aber gleich von 44.000 Soldaten weiß, von denen es nicht weiß, wo sie sich befinden. In anderen Streitkräften wie im Irak oder in Afghanistan kommt es immer wieder zu Geistersoldaten, die nur auf dem Papier stehen, deren Sold aber von Offizieren oder anderen Mitarbeiter des jeweiligen Verteidigungsministeriums als lukrativer Zugewinn eingezogen.

Die Zahl stammt aus dem zugangsbeschränkten Fourth Estate Manpower Tracking System (FMTS) des Defense Manpower Data Center, in dem 44.000 Soldaten in der Kategorie „unbekannt“ gesteckt wurden. Allerdings sind die amerikanischen Streitkräfte personell gut ausgestattet. Es gibt etwa 1,3 Millionen Soldaten und einige hunderttausende zivile Angestellte, da kann vielleicht schon die Übersicht verloren gehen. Leutnant Rob Manning, ein Pentagon-Sprecher, sagt zu dem Bericht: „Wir sind noch nicht so weit, andere Zahlen zu nennen als diejenigen, die offiziell festgestellt wurden.“

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Diese Schiffe verdrängen die Dreckschleudern vom Meer

Elektrische Autofähre in Norwegen: an jedem Hafen steht ein Batteriepaket bereit Quelle: Siemens AG
In Norwegen beginnt die Elektro-Revolution auf dem Wasser. Fähren, Arbeitsschiffe und Ausflugsboote fahren dort bereits abgasfrei. Um dabei zu sein, investiert der Siemens-Konzern jetzt in Trondheim Millionen.

Von Michael Gassmann | DIE WELT

Wenn der Norweger Odd Moen Fotos der bildschönen Elfrida herzeigt, gerät er ins Schwärmen. Elfrida in ihrem blau-weißen Outfit, rundum geschmückt mit farbenfrohen Fähnchen, bedeute für ihn ein Stück Zukunft. „Sie ist die erste ihrer Art überhaupt auf der Welt“, begeistert er sich. „Sie reduziert den Treibstoffverbrauch um 63.000 Tonnen und die Kohlendioxid-Emissionen um 200.000 Tonnen jährlich.“

Odd Moen leitet die Verkaufsabteilung der Marinesparte der Siemens-Landesorganisation in Norwegen, und Elfrida heißt der Katamaran einer Lachsfarm, der über einen vollelektrischen Antrieb verfügt. Gespeist wird der Motor aus der Kraft dicker Pakete von Lithium-Ionen-Batterien. Das Farmschiff zählt zu den ingenieurtechnischen Pionierstücken bei dem Versuch, die Luftverschmutzung durch den Seeverkehr in den Griff zu bekommen.

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1,75 Millionen Mikroplastikstücke aus einer Tüte

Aus einer einzigen Plastiktüte können allein die Flohkrebse 1,75 Millionne Mikroplastikteile machen. © Placebo365/ thinktock
Gründlich zerstückelt: Flohkrebse können eine einzige Plastiktüte in 1,75 Millionen winziger Einzelteile zerlegen – und tragen so entscheidend zur Bildung von Mikroplastik bei. Bei Versuchen im Labor und am Strand zeigte sich, dass schon ein Flohkrebs bis zu acht Mikroplastikstücke am Tag produzieren kann. Die Plastiksorte spielt dafür offenbar keine Rolle. War der Kunststoff aber bereits mit einem Biofilm bewachsen, zerschredderten die Krebse ihn noch schneller.

scinexx

Unser Plastikmüll findet sich mittlerweile überall: Er schwimmt in unseren Flüssen, entlegenen Meeresgebieten und selbst in der Tiefsee. Aber auch in Salz, Getränken und Honig wurde bereits Mikroplastik nachgewiesen. Für Wasserorganismen, aber auch Vögel und andere Tiere ist der Kunststoffabfall mittlerweile zur tödlichen Gefahr geworden.

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Wie wir die Sufis missverstehen

Die Gebete und Gebote des Islam gelten auch für Anhänger des Sufismus. Hier halten kaschmirische Muslime ihre Andacht vor dem Schrein eines Sufi-Gelehrten in Srinagar. (Bild AP / Dar Yasin)
Im Westen gilt der Sufismus vielen als das «gute» Gesicht des sonst mehrheitlich negativ wahrgenommenen Islam. Diese vereinfachte Sicht ist irreführend und in mancher Hinsicht sogar gefährlich.

Von Marian Brehmer | Neue Zürcher Zeitung

Wieder einmal sind Muslime den Mördern des sogenannten Islamischen Staats zum Opfer gefallen, über dreihundert an der Zahl. Der Terroranschlag im Sinai Ende November zeigte erneut, wie unzutreffend die Vorstellung ist, dass die Terroranschläge des IS vor allem den Westen träfen. Auch wurde einmal mehr das erschreckende Ungleichgewicht in der westlichen Berichterstattung offenbart: Werden in London in der U-Bahn dreissig Menschen verletzt, so füllt das tagelang die Titelseiten, doch Hunderte Tote in einem muslimischen Land sind vielen hiesigen Medien wenig mehr als eine Randnotiz wert.

Der Angriff ereignete sich in einer Moschee, die von Jaririya-Sufis frequentiert wird. Der Jaririya-Orden, der seinen Ursprung in den 1940er Jahren hat, ist eine der wichtigsten Sufi-Gemeinschaften auf der Sinai-Halbinsel. Auch wenn sich bis jetzt niemand offiziell zu dem Massaker bekannt hat, passt das Vorgehen zu den IS-Kämpfern: Sufis sind für sie «Ungläubige» und fallen damit in die gleiche Kategorie wie Christen oder Schiiten.

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Griechenland rätselt darüber, wo die Flüchtlinge hingekommen sind

Flüchtlinge auf der griechischen Insel Samos. (Aufnahme: 20. Oktober)
Während die Lager auf den Ägäis-Inseln immer voller werden, gibt es grosse Fragezeichen über den Verbleib der Flüchtlinge.

Von Markus Bernath | Neue Zürcher Zeitung

Das Zahlenwerk der griechischen Flüchtlingskrise ähnelt in diesen Wochen mehr denn je einem Steinbruch. 90 Prozent der Informationen seien nicht verwertbar, sagt ein europäischer Sicherheitsvertreter in Athen. Protokolliert werden die täglichen Ankünfte neuer Migranten auf den griechischen Inseln vor der türkischen Küste. Fest steht auch, dass die Lager, insbesondere auf Lesbos und Chios, zum Winterbeginn nur immer überfüllter werden. Dahinter beginnt der Nebel der Mutmassungen und Spekulationen.

Lückenhafte Kontrollen

Unklar ist vor allem, wie viele der Flüchtlinge sich illegal von den Inseln auf das griechische Festland absetzen und welchen Stand daher die Zahl von derzeit mehr als 15 400 registrierten Migranten spiegelt. Die griechische Polizei kontrolliert zwar den Zugang zu den Fähren auf den Inseln. Reisebüros in den Hafenstädten verkaufen seit dem Inkrafttreten des Flüchtlingsabkommens mit der Türkei im März 2016 auch keine Fahrscheine mehr.

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EU will von Netanjahu ihr Geld zurück

Benjamin Netanjahu, Premier und Außenminister Israels. Foto: dpa
Die EU will 1,2 Millionen Euro von Israel als Entschädigung für humanitäre Projekte in Palästina, die mit EU-Mittel finanziert und von der israelischen Armee zerstört wurden.

Von Inge Günther | Frankfurter Rundschau

Beim Frühstück mit den EU-Außenministern an diesem Montagmorgen in Brüssel nimmt erstmals auch Benjamin Netanjahu teil. Auf den Gast aus Israel, der zugleich Premier und Außenminister ist, warten kritische Fragen – nicht nur im Hinblick auf die kontroverse Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump, Jerusalem zur israelischen Hauptstadt zu erklären.

56 Europaabgeordnete wollen Netanjahu eine Rechnung auf den Tisch legen. Sie beläuft sich auf 1,2 Millionen Euro Entschädigung für humanitäre Projekte in Palästina, die mit EU-Geld finanziert, aber von der israelischen Armee zerstört wurden.

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Außerirdische Schätze: Die Jagd auf den achten Kontinent

Bild: Wikimedia Commons/Oliver Stein (CC-BY-SA 3.0)
Auf dem guten Mond geht es noch recht stille zu. Aber seine Rohstoffe locken. Firmen wittern astronomische Gewinne.

Von Otto Wöhrbach | DER TAGESSPIEGEL

Für Visionäre vom Schlage eines Jeffrey Bezos, des Amazon-Gründers und reichsten Menschen auf den sieben irdischen Kontinenten, ist er der „achte Kontinent“. Seit Jahrmillionen kennen Menschen diese Landmasse, die etwa so groß wie Nord- und Südamerika zusammen ist. Dennoch ist sie bis heute vollkommen unbewohnt. Nur zwölf Menschen haben dort bisher Fußspuren hinterlassen. Das dürfte sich bald ändern. Das Wettrennen zum Mond und dessen Ausbeutung hat begonnen.

Treibstoff für die Raumfahrt ist nicht nur wissenschaftliche Neugier

Die ersten Teilnehmer dieses Wettstreits stehen bereits in den Startlöchern, oder vielmehr auf den Startrampen. Sie wollen das Preisgeld von 20 Millionen US-Dollar gewinnen, das 2007 unter dem Namen „Google Lunar X Prize“ ausgelobt wurde für das erste überwiegend privat finanzierte Unternehmen, das ein Fahrzeug auf den Mond bringt, das dort mindestens 500 Meter herumkurvt und dabei hochaufgelöste Videos und Bilder zur Erde funkt. Höhere Ziele als derart irdische Trophäen haben sich „SpaceX“, die Firma des mit PayPal reich gewordenen Tesla-Chefs Elon Musk, und „Blue Origin“ gesteckt, in das Jeff Bezos einen Teil seiner Aktiengewinne gesteckt hat. Sie wollen die Sphäre des irdischen Handels und Wandels bis in den Weltraum ausdehnen. Bezos zufolge werden künftig Millionen von Menschen im Weltraum leben und arbeiten.

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Theological scholar explains horrifying reason Trump’s supporters celebrated Armageddon in Pensacola

In a Pensacola, Florida rally Friday evening, Republican state Senator Doug Broxson suggested to supporters of Donald Trump that the president’s controversial decision to move the U.S. Embassy in Israel from Tel Aviv to Jerusalem may usher in the biblical end times.

By Sarah K. Burris | RawStory

“Now, I don’t know about you, but when I heard about Jerusalem — where the King of Kings [applause] where our soon coming King is coming back to Jerusalem, it is because President Trump declared Jerusalem to be capital of Israel,” Broxson predicted. The crowd cheered.

This week, theological scholar Dr. Diana Butler Bass wrote a Twitter thread explaining the link between recognition of Jerusalem, evangelical Christians, and the apocalypse. That is important because rebuilding the Temple is the event that will spark the events of the Book of Revelation and the End Times.”

According to Bass, the counsel of evangelical adviser that Trump surrounds himself with take such “End Times” prophecies literally

“Of all the possible theological dog-whistles to his evangelical base, this is the biggest,” she continued. “Trump is reminding them that he is carrying out God’s will to these Last Days. They’ve been waiting for this, praying for this. They want war in the Middle East. The Battle of Armageddon, at which time Jesus Christ will return to the Earth and vanquish all God’s enemies.”

She warned that for some evangelicals this is considered a “climax of history.”

“And Trump is taking them there. To the promised judgment, to their sure victory. The righteous will be ushered to heaven; the reprobate will be banished to hellfire,” Bass went on. “People believe this. Really believe this. Have given their lives to these ideas, sing about them in their churches, evangelize others, teach them in Sunday schools. And, this morning, with the news of Jerusalem, these people are ecstatic. This is the fulfillment of biblical prophecy. And Donald Trump is not only acting on a campaign promise, but enacting a theological one.”

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US-Staaten wollen Häftlinge mit Fentanyl hinrichten

Themenbild.

Fehlende Medikamente zwingen US-Staaten dazu, nach neuen Möglichkeiten bei der Vollstreckung der Todesstrafe zu suchen. Nun bringen sie ein Schmerzmittel ins Gespräch, von dem Tausende US-Bürger abhängig sind.

SpON

Im vergangenen Jahr gab es in den USA etwa 60.000 Drogentote, so viele wie nie zu vor. Hinter der Opioid-Epidemie steckt vor allem das Medikament Fentanyl. Nun wollen zwei US-Bundesstaaten die starke Wirkung des Schmerzmittels für einen neuen Zweck einsetzen: die Vollstreckung der Todesstrafe.

Wie die „Washington Post“ berichtet, drängen Nevada und Nebraska auf die erste Hinrichtung durch den Einsatz von Fentanyl. Das Schmerzmittel ist 50-mal stärker als Heroin und macht vielen Schwerkranken das Leben erträglicher. Gleichzeitig wird es für weniger als fünf Dollar auf dem Schwarzmarkt gehandelt und hat Tausende US-Bürger in die Abhängigkeit getrieben.

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Kriegsdienstverweigerung in Europa erschwert

Das Europäische Büro für Kriegsdienstverweigerung (Ebco) sieht die Durchsetzung des Grundrechts auf Kriegsdienstverweigerung in europäischen Ländern aus Gewissensgründen zunehmend erschwert.

evangelisch.de

Staatliche Behörden setzten eine „“geradezu obsessionelle Verfolgung“ von Kriegsgegnern“ fort, die schon vor Jahrzehnten ihre Verweigerung des Militärdienstes erklärt hätten, erklärte der Vorsitzende Friedhelm Schneider bei der Vorlage des Ebco-Jahresberichts am Sonntag in Brüssel. “

So sei in Griechenland ein seit 1990 wegen Gehorsamsverweigerung angestrengtes Militärgerichtsverfahren zwar eingestellt worden, in der Türkei hingegen bleibe es unverändert bei der völkerrechtswidrigen Verfolgung von Kriegsdienstverweigerern und einer Missachtung der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, heißt es in dem Bericht.

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Jerusalem: Erdogan nennt Israel terroristisch, Araber warten Gipfel ab

foto: reuters / ali hashisho In Beirut wurde teils gewalttätig gegen Israel und die USA demostriert. Dabei gab es auch Verletzte
Trotz hoher Sicherheitsmaßnahmen gab es Sonntag in Jerusalem ein Messer-Attentat. In Beirut wurde demonstriert

Von Astrid Frefel, Manuel Escher | derStandard.at

Auch wenn die Straßenproteste am Samstag und Sonntag etwas zusammengeschmolzen waren: Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, zog am Wochenende weitere Kreise. In Jerusalem selbst wurde ein Sicherheitsmann am Eingang einer Busstation mit einem Messer attackiert und lebensgefährlich verletzt. Die Polizei nahm einen 24-jährigen Palästinenser fest und sprach von einem Terrormotiv.

Ein direkter Zusammenhang mit den großen Protesten palästinensischer Gruppen konnte zunächst zwar nicht nachgewiesen werden – allerdings handelte es sich genau um jene Art Anschlag, vor denen Experten gewarnt hatten. Schon vor der Tat waren über die Stadt strenge Sicherheitsmaßnahmen verhängt worden. Bei Protesten am Freitag waren zwei Palästinenser getötet und mehr als hundert verletzt worden.

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Netanjahu kritisiert Erdogan nach „Terrorstaat“-Äußerung scharf

Der türkische Staatspräsident Erdogan hat Israel vor AKP-Anhängern als „terroristischen Staat“ bezeichnet.

DIE WELT

  • Israels Ministerpräsident Netanjahu wies Erdogans Verbalattacke scharf zurück.
  • Frankreichs Präsident Maron rief den türkischen Präsidenten in einem Telefongespräch zur Mäßigung auf.

Im Streit über die Anerkennung von Jerusalem als israelische Hauptstadt hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Israel am Sonntag als „terroristischen Staat“ attackiert, der „Kinder tötet“. Bei einer Rede im zentraltürkischen Sivas sagte Erdogan: „Palästina ist ein unschuldiges Opfer … Was Israel anbelangt, das ist ein terroristischer Staat, ja, terroristisch!“ Er werde mit allen Mitteln gegen die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch die USA kämpfen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte nach Erdogans scharfer Kritik seinerseits aus. „Ich bin es nicht gewohnt, Lektionen über Moral von einem Führer zu erhalten, der kurdische Dorfbewohner in seiner Heimat Türkei bombardiert, Journalisten inhaftiert, dem Iran beim Umgehen von Sanktionen hilft, und der Terroristen, auch im Gazastreifen, dabei hilft, unschuldige Menschen zu töten“, sagte Netanjahu am Sonntag in Paris.

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