Jerusalem: Erdogan nennt Israel terroristisch, Araber warten Gipfel ab


foto: reuters / ali hashisho In Beirut wurde teils gewalttätig gegen Israel und die USA demostriert. Dabei gab es auch Verletzte
Trotz hoher Sicherheitsmaßnahmen gab es Sonntag in Jerusalem ein Messer-Attentat. In Beirut wurde demonstriert

Von Astrid Frefel, Manuel Escher | derStandard.at

Auch wenn die Straßenproteste am Samstag und Sonntag etwas zusammengeschmolzen waren: Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, zog am Wochenende weitere Kreise. In Jerusalem selbst wurde ein Sicherheitsmann am Eingang einer Busstation mit einem Messer attackiert und lebensgefährlich verletzt. Die Polizei nahm einen 24-jährigen Palästinenser fest und sprach von einem Terrormotiv.

Ein direkter Zusammenhang mit den großen Protesten palästinensischer Gruppen konnte zunächst zwar nicht nachgewiesen werden – allerdings handelte es sich genau um jene Art Anschlag, vor denen Experten gewarnt hatten. Schon vor der Tat waren über die Stadt strenge Sicherheitsmaßnahmen verhängt worden. Bei Protesten am Freitag waren zwei Palästinenser getötet und mehr als hundert verletzt worden.

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Netanjahu kritisiert Erdogan nach „Terrorstaat“-Äußerung scharf

Der türkische Staatspräsident Erdogan hat Israel vor AKP-Anhängern als „terroristischen Staat“ bezeichnet.

DIE WELT

  • Israels Ministerpräsident Netanjahu wies Erdogans Verbalattacke scharf zurück.
  • Frankreichs Präsident Maron rief den türkischen Präsidenten in einem Telefongespräch zur Mäßigung auf.

Im Streit über die Anerkennung von Jerusalem als israelische Hauptstadt hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Israel am Sonntag als „terroristischen Staat“ attackiert, der „Kinder tötet“. Bei einer Rede im zentraltürkischen Sivas sagte Erdogan: „Palästina ist ein unschuldiges Opfer … Was Israel anbelangt, das ist ein terroristischer Staat, ja, terroristisch!“ Er werde mit allen Mitteln gegen die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch die USA kämpfen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte nach Erdogans scharfer Kritik seinerseits aus. „Ich bin es nicht gewohnt, Lektionen über Moral von einem Führer zu erhalten, der kurdische Dorfbewohner in seiner Heimat Türkei bombardiert, Journalisten inhaftiert, dem Iran beim Umgehen von Sanktionen hilft, und der Terroristen, auch im Gazastreifen, dabei hilft, unschuldige Menschen zu töten“, sagte Netanjahu am Sonntag in Paris.

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