Jesus, nur besser – Ricky Gervais


Streift alle Themen, die irgendwen irgendwie verletzten könnten und erweist sich als Tierliebhaber: Ricky Gervais, Jahrgang 1961. (Foto: OH)
„Was bekommt ein taubes, blindes und stummes Kind zu Weihnachten? – Krebs.“ Ricky Gervais ist einer der verletzendsten und damit wichtigsten Comedians unserer Zeit. Ein Besuch.

Von Juliane Liebert | Süddeutsche Zeitung

Bulldoggen und Krebskranke müssen Ricky Gervais eigentlich lieben, schließlich hat er für beide gerade je 100 000 Pfund gespendet. Eingenommen hat er das Geld mit Witzen über tote Babys, Pädophile und Aids. Kostprobe? „Was bekommt ein taubes, blindes und stummes Kind zu Weihnachten? – Krebs.“ Also, das ist kein Witz, den er bei seiner Show im Tempodrom Donnerstagabend erzählt hat, es ist ein Witz, von dem er erzählt hat, dass er ihn nie erzählen würde. Und wo das hinführt, weiß der deutsche Comedy-Liebhaber ja leider aus der Akte Böhmermann-vs-Erdoğan – zu Prozessen, Hunderten Essays darüber, was Satire darf und was nicht, zu Denkfalten und bitteren Tränen.

Oder eben auch nicht. Ricky Gervais ist gerade auf Welttournee. „Humanity“ heißt die Tour, und jetzt führte sie ihn nach Berlin. Auf Twitter sieht das dann so aus: Ein Foto von Ricky Gervais mit aufgerissenem Mund und einem Bierglas, Kommentar: „Bist du bereit, Berlin?“, Werbung für irgendwas mit Netflix.

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