Paragraf 175: Keine Gerechtigkeit für Homosexuellen


Gibt nicht auf: Wolfgang Lauinger. (Archiv) Foto: Andreas Arnold
Der Frankfurter Wolfgang Lauinger saß in den 50er Jahren als Homosexueller im Gefängnis, doch das Entschädigungsgesetz gilt nicht für ihn.

Von Pitt von Bebenburg | Frankfurter Rundschau

Es sollte „ein später Akt der Gerechtigkeit“ werden, wie es Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) formulierte. Am 22. Juli trat das Gesetz zur Rehabilitierung und Entschädigung jener schwulen Männer in Kraft, die in der Bundesrepublik wegen ihrer Homosexualität nach dem berüchtigten Paragrafen 175 verurteilt worden waren. Bis heute sind nach Angaben des Justizministeriums Entschädigungen für 38 Männer bewilligt worden. Aber nicht für Wolfgang Lauinger. Sein Antrag wurde abgelehnt. Ausgerechnet.

Ausgrenzung und Verfolgung von Homosexuellen

Der Frankfurter Lauinger, der heute 99 Jahre alt ist, zählt trotz seines fortgeschrittenen Alters zu den wichtigsten Kämpfern für die Rehabilitierung. Jüngst nahm er an der Eröffnung einer Ausstellung über die Ausgrenzung und Verfolgung von Homosexuellen im Wiesbadener Landtag teil. Der schwule Mann war 1950 ins Gefängnis geworfen worden, nach einer Denunziation. Monatelang saß er hinter Gittern. Im Februar 1951 wurde Lauinger freigelassen. Der Belastungszeuge hatte die Aussage verweigert, die Anklage kam nicht zustande.

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