Protestanten in der Union: Werbeverbot für Abtreibungen nicht kippen

Der Evangelische Arbeitskreis der CDU/CSU hat sich dagegen ausgesprochen, das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche aus dem Strafgesetzbuch zu streichen.

evangelisch.de

Der Bundesvorsitzende Thomas Rachel erklärte am Dienstag in Berlin, entsprechende Forderungen der Linkspartei, von SPD, Grünen und der FDP seien „ethisch hoch problematisch“. Das Werbeverbot gehöre zum Schutzkonzept für das ungeborene Leben. Ein Schwangerschaftsabbruch sei kein Eingriff wie jeder andere, erklärte Rachel.

Der EAK-Vorsitzende verwies auf die unabhängigen Beratungsstellen für Frauen in Schwangerschaftskonflikten. Sie erhielten dort alle notwendigen medizinische Informationen und Hilfsangebote. Rachel warnte vor einem erneuten Streit um das Abtreibungsrecht. Die gesetzlichen Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch seien durch mühsame Kompromisse errungen worden. Diese durch eine Streichung des § 219a aufzukündigen wäre „verhängnisvoll“.

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Überschuldung des Erzbistums Hamburg droht weiter zu wachsen

Bild: tilly
Das Erzbistum Hamburg droht tief in die roten Zahlen zu rutschen. Die derzeitige Überschuldung von 80 Millionen Euro könnte bis 2021 auf 350 Millionen wachsen, ergab eine Prüfung durch die Unternehmensberatung Ernst & Young.

ZEIT ONLINE

Ursachen seien ein Instandhaltungsstau an vielen der rund 1000 Kirchen und Gebäude sowie hohe Pensionsverpflichtungen bei den katholischen Schulen, teilte ein Sprecher des Erzbistums am Dienstag mit. Hinzu kämen Altlasten, die das Erzbistum bei seiner Gründung 1995 übernommen habe. Erzbischof Stefan Heße sei dennoch zuversichtlich, dass die wirtschaftliche Gesundung gelingen könne. Ziel sei, „mit weniger Geld eine lebendige Kirche“ zu sein. Zum Erzbistum gehören gut 400 000 Katholiken in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg.

Näher, mein Bot, zu Dir

Bild: Ex-machina. Screenshot: bb
Der Silicon-Valley-Star Anthony Levandowski hat eine Kirche zur Anbetung von Künstlicher Intelligenz gegründet. Ist das wirklich nur absurd?

Von Gregor Dotzauer | DER TAGESSPIEGEL

Unter anderen Umständen hätte die Welt von der neuen Religion wohl erst erfahren, wenn die traditionellen Kirchen gegen sie Sturm gelaufen wären. Weil ihr Begründer Anthony Levandowski aber gerade die undurchsichtigste Figur im Silicon Valley abgibt, wohnt jeder Nachricht, die der Person des 37-Jährigen ein wenig mehr Kontur verleiht, ein besonderer Kitzel inne. Unter dem Titel „God is a Bot, and Anthony Levandowski is His Messenger“ tat der Journalist Mark Harris auf „Backchannel“, dem digitalen Kanal des Technologie-Magazins „Wired“, unlängst kund, dass Levandowski, der in eine Milliardenklage der Google-Tochter Waymo gegen das Transportunternehmen Uber verstrickt ist, im September 2015 eine Kirche namens Way of the Future angemeldet hatte.

War der Ingenieur mit seiner Absicht, „die Erkenntnis einer Gottheit zu entwickeln und voranzutreiben, die auf Künstlicher Intelligenz beruht“, ein Wahnsinniger, ein Hasardeur, ein Blasphemiker oder alles zugleich? Der allgemeinen Erregung kam zugute, dass mit Elon Musk, dem Chef des E-Mobility-Unternehmens Tesla, ein anderer Silicon-Valley-Star vor Mitarbeitern seiner Neurotechnologiefirma Neuralink als vollmundiger Gegenspieler aufgetreten war, indem er die Auslöschung der Menschheit prophezeite, wenn das Aufkommen von Künstlicher Intelligenz (KI) nicht schleunigst von der internationalen Politik reguliert werde.

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Philipp Lenards „Deutsche Physik“ gegen Albert Einsteins „Jüdische Physik“

The Man who stalked Einstein. How Nazi Scientist Philipp Lenard Changed the Course of History. Von Bruce J Hillman, Birgit Ertl-Wagner und Bernd C. Wagner. Guilford, Connecticut 2015, 212 Seiten. ISBN 978-1-4930-1001 (Hardcover) ISBN 978-1-4930-1569-6 (ebook)© WEKA Fachmedien
Wie sich Physik, Mathematik, gesunder Menschenverstand, Ideologie, Esoterik, Nationalismus und Politik zu einem tödlichen Mix verbinden: Die wahre Geschichte von Lenard und Einstein – so spannend wie ein Thriller.

Von Heinz Arnold | Markt&Technik

Experimentalphysiker gegen die Theoretiker: Die Frontlinie hatte sich schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgebildet. Damals war noch nicht abzusehen, dass der Antagonismus sich zusätzlich noch national und schließlich nationalsozialistisch sowie antisemitisch aufladen sollte. Schon kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges stand plötzlich »Deutsche Physik« gegen »Jüdische Physik«.

Mit der abfällig gemeinten Bezeichnung »Jüdische Physik« bezeichneten »Deutsche Physiker« vor allem die Anhänger der Relativitätstheorie, aber auch alle, die mehr den abstrakten mathematischen Ableitungen vertrauten als dem »gesunden Menschenverstand«, den sie ebenfalls als etwas typisch deutsches klassifizierten.

Besonders schossen sie sich auf die Person Albert Einstein ein. Weil er Jude war, Pazifist und als Kosmopolit alles Nationale verachtete. Außerdem passte ihnen sein Humor, seine Ironie und vor allem die Fähigkeit, über sich selbst lachen zu können, ganz und gar nicht. Wer sich als Ideologe ernst nehmen will, der darf vor allem nicht über sich selber lachen können, geschweige denn die Welt mit Humor betrachten.

Ein ganz besonderes Exemplar dieser Gattung war der in doppeltem Sinne deutsche Physiker und Nobelpreisträger (1905) Philipp Lenard. Im Gegensatz zu den meisten seiner Genossen im Geiste war er sogar ein begabter Physiker. Er verrannte sich allerdings – angetrieben durch persönliche Schicksalsschläge, aber auch dem Gefühl, ständig im Leben zu kurz gekommen zu sein – dermaßen in seine Ideologie, dass die Gegnerschaft zur Relativitätstheorie in persönlichen Hass gegenüber ihrem Urheber und Helden umschlug. Lenard sah in Einstein die Personifikation all dessen, was er nicht nur für falsch hielt und ablehnte, sondern was er vom Antlitz der Erde vertilgen wollte.

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Konservative Verbände prägen den neuen Islamstudiengang der Humboldt-Uni

Schwebendes Verfahren. Bis die islamische Theologie an der HU starten kann, sind trotz erster Vorentscheidungen noch einige Fragen…Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Bis auf Weiteres werden nur konservative muslimische Vereine im Beirat für die Berliner Islam-Theologie vertreten sein. Die Liberalen werden vertröstet.

Von Amory Burchard | DER TAGESSPIEGEL

Liberale Verbände und Initiativen haben auf absehbare Zeit keine Chance, am Entstehen einer islamischen Theologie an der Humboldt-Universität mitzuwirken. Der Gründungsbeauftragte Michael Borgolte schloss eine entsprechende Erweiterung des Beirats erneut aus, weil eine Zuwahl zum jetzigen Zeitpunkt das „sorgsam austarierte Gleichgewicht“ unter den fünf bislang beteiligten Verbänden aushebeln würde.

Einen „Rückschlag um ein Jahr“ will Borgolte nicht riskieren, wie er am Montag im Wissenschaftsausschuss des Abgeordnetenhauses bei einer Anhörung auf Antrag der CDU deutlich machte.

Staatssekretär: Liberale Stimmen auch in konservativen Verbänden

Die ebenfalls angehörte Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes, Nushin Atmaca, wurde vertröstet. Eine Revision bei den Mitgliedern könnte sich etwa ergeben, falls es bei einem Verband eine „zu starke Nähe zu einer Staatsregierung gibt“, erläuterte Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach.

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Exotische Materieform im Kristall

Excitonen (gelb) in einem Kristall. Diese Paare aus Elektronen und Elektronenlöchern verhalten sich wie ein Teilchen. © Peter Abbamonte/ University of Illinois
Nach rund 50 Jahren endlich entdeckt: In einem Kristall haben Physiker erstmals eine bisher nur theoretisch postulierte Materieform nachgewiesen. Dabei verbinden sich ein Elektron und ein Elektronenloch in einem Titan-Diselenid-Kristall zu einem exotischen Teilchen – einem sogenannten Exciton. Forscher haben seit rund 50 Jahren nach dieser Variante des Bose-Kondensats gesucht, jetzt ist der Nachweis dank einer neuen Messmethode gelungen, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Kühlt man normale Materie bis fast zum absoluten Nullpunkt herunter, kann eine exotische Materieform entstehen – ein Bose-Kondensat. In diesem Zustand verhalten sich die Atome oder Elektronen plötzlich wie eine Einheit – sie zeigen ein typisches Quantenverhalten in makroskopischem Maßstab. Solche Kondensate entstehen beispielsweise in heruntergekühlten Atomwolken, aber auch als Cooper-Paare in Supraleitern.

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Vergewaltigung als Kriegswaffe: Das Ende der Ignoranz

Diese siebzehnjährige Angehörige der Rohingya wurde als eine von mehreren Opfern von Vergewaltigungen in einem Flüchtlingslager in Bangladesch porträtiert. Das Militär von Myanmar nutzt laut zahlreicher Berichte sexuelle Gewalt, um die Rohingya zu vertreiben. ©AP
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und Angelina Jolie wollen Frauen vor sexueller Gewalt im Krieg schützen. Ihre Initiative stellt der Nato nachträglich ein Armutszeugnis aus.

Von Julia Bähr | Frankfurter Allgemeine

„Why Nato must defend women’s rights“ – so ist der Artikel überschrieben, den Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und die Schauspielerin und Aktivistin Angelina Jolie im „Guardian“ veröffentlicht haben. Schon die Überschrift lässt zwei Dinge erahnen: Erstens, da muss jemand Gründe aufführen für etwas, das selbstverständlich sein sollte. Zweitens, der bisherige Umgang der Nato mit sexueller Gewalt gegen Frauen in militärischen Konflikten besteht hauptsächlich im Ignorieren derselben.

Dabei konnten sich alle Gremien bisher darauf ausruhen, dass das Verbot sexueller Gewalt im Völkerrecht festgehalten ist und die Charta der Vereinten Nationen gleiche Rechte und Würde von Mann und Frau beschwört. Aber gezielt verteidigt wird das nicht: Vergewaltigung wird immer noch als Kriegswaffe eingesetzt – „von Myanmar bis zur Ukraine, von Syrien bis Somalia“, schreiben Stoltenberg und Jolie bestürzend allgemein.

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Brain-Wave Treatment for Alzheimer’s Is Promising, but the First Human Subject Is Left Behind

Photo Credit: Coalition for Life Sciences
An Alzheimer’s patient sees improvement‚ but declines again when the study ends.

By Carolyn Weaver | Alternet

Peg Gleason, who is 83 and lives in San Francisco, was the first to sign up for the initial human trial of an MIT-backed experimental treatment for Alzheimer’s disease last January.

The trial had a slightly eccentric setting at the warehouse offices of TheraNova, a San Francisco-based medical-device developer. Seven days a week for seven months, until the study ended, Peg and her husband Ed, 85, were dropped off by Uber at a side door and taken to a small room inside an old metal vault.

The experimenters were “all very good and smart people, and they were all 32-and-a-half-years old,” Ed, a retired product manager for AT&T, joked.

“They put very large sunglasses on Peg with the lenses blacked out,” he said in a phone interview, in which Peg also participated. “[They] taped very small LED lights to them, so that when you put them on, all you saw were the four little lights on each lens. And they would be calibrated to flicker at 40 hertz.”

Along with the glasses, Peg was fitted with earphones that played a tone at 40 hertz, and pads on each hand that vibrated at that frequency. The treatment lasted an hour a day, with another 15 minutes for post-trial cognitive testing, and then the Gleasons were driven home.

The San Francisco experiment began last January, a month after Nature published an MIT study reporting that exposure to LED lights flickering at 40 hertz (40 cycles per second) was linked to a sharp reduction in beta-amyloid plaques—clumps of abnormal proteins—in the visual cortex of mice bred to develop an Alzheimer’s-like disease.

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De Maizière sieht Gesprächsbedarf beim Kirchenasyl

Kirche © Sebastian Rittau @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Nach heftigem Streit erzielten Staat und Kirchen 2015 einen Kompromiss beim Thema Kirchenasyl. Seitdem schien die Vereinbarung zu halten. Nun gibt es neuen Unmut. Die Fallzahlen seien höher als erwartet, kritisiert Innenminister de Maizière.

MiGAZIN

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat erneut die Praxis des Kirchenasyls in Deutschland kritisiert. Die Zahlen seien „höher als erwartet“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Darüber wollten Bund und Länder mit den Kirchen sprechen. Die Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft „Asyl in der Kirche“ wies Kritik de Maizières an der Praxis zurück.

Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurden von Januar bis Ende Oktober dieses Jahres 1.270 Fälle von Kirchenasyl gemeldet, in denen jeweils mehrere Personen betroffen sein können. Im gleichen Zeitraum kamen 156.000 neue Asylsuchende nach Deutschland. Kirchenasylfälle machten also nur einen geringen Anteil aller neuen Asylfälle aus. Evangelische, katholische und freikirchliche Gemeinden gewähren im Kirchenasyl Menschen in besonderen Härtefällen Schutz vor einer drohenden Abschiebung. Sie melden die Fälle laut einer Vereinbarung mit dem Staat dem Bundesamt, das die Fälle dann nochmals prüft.

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Geminiden: Es regnet Sternschnuppen

Es regnet Sternschnuppen: Meteore des Geminiden-Meteorschauers. © Asim Patel/ CC-by-sa 3.0
Ein Blick an den Nachthimmel lohnt sich: In den kommenden Nächten regnet es besonders viele Sternschnuppen. Denn der Meteorschauer der Geminiden erreicht am frühen Morgen des 14. Dezember seinen Höhepunkt. Mit besonders vielen hellleuchtenden Meteoren ist er einer der spektakulärsten Sternschnuppen-Regen des Jahres. Günstig auch: Die Sternschnuppen regnen die gesamte Nacht.

scinexx

Die Geminiden gehören zu den ergiebigsten unter den jährlichen Sternschnuppen-Regen – und zu den spektakulärsten. Denn typisch für diesen Meteorschauer sind vielen hellen, gelblich-weiß leuchtenden Meteore, die selbst an nicht ganz so dunklen Standorten sichtbar sind. Schon in den Tagen vor dem Höhepunkt des Meteorschauers steigt die Menge der über den Himmel rasenden Sternschnuppen deutlich an.

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Papst warnt katholische Krankenhäuser vor Gewinnstreben

Papst Franziskus will, dass auch Arme angemessene Pflege bekommen – AFP
Papst Franziskus warnt katholische Krankenhäuser vor einer Ausrichtung am Gewinnstreben. In seiner Botschaft zum kommenden Weltkrankentag am 11. Februar 2018 schreibt das Kirchenoberhaupt, eine „Betriebsmentalität“ katholischer Krankenhäuser versuche auf der ganzen Welt, „die Gesundheitspflege in den Bereich des Marktes eintreten zu lassen“ und dadurch Arme auszuschließen.

Radio Vatikan

„Die empathische Intelligenz und die Würde verlangen vielmehr, dass die Person des Kranken in ihrer Würde geachtet wird und immer im Mittelpunkt des Behandlungsprozesses gehalten wird“, so der Papst. Eine solche Grundhaltung müsse das gesamte christliche Personal katholischer Krankenhäuser auszeichnen.

Anerkennend äußert sich der Papst in seiner Botschaft über Menschen, die kranke Familienangehörige pflegen.

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Islam und Antisemitismus: „In Cafés sitzen keine Frauen mehr“

Die französische Philosophin Elisabeth Badinter und die deutsche Publizistin Alice Schwarzer diskutieren in der Pariser Wohung Badinters. © Aulock, Michael von
Kommt es durch die Einwanderung von Muslimen zum Erstarken des Antisemitismus? Und was bedeutet diese Diskussion für Feministinnen? Ein Gespräch zwischen der französischen Philosophin Elisabeth Badinter und der deutschen Journalistin Alice Schwarzer.

Von Michaela Wiegel | Frankfurter Allgemeine

Führt Masseneinwanderung aus dem islamischen Kulturraum zu einem Erstarken der Judenfeindlichkeit in unseren Gesellschaften?

Elisabeth Badinter: Die Antwort ist schwierig. Die erste Generation und auch die zweite Generation der Einwanderer in Frankreich sind überhaupt nicht durch eine antisemitische Haltung aufgefallen. Ein radikaler Antisemitismus hat sich erst in der dritten, in Frankreich geborenen Generation entwickelt, die sich zugleich zum radikalen Islamismus bestimmter Imame hingezogen fühlt. Es gibt heute in Frankreich keine andere Bevölkerungsgruppe, die wie die Juden ausschließlich aufgrund ihrer Religion schikaniert, gefoltert und sogar getötet wird. Diese Straftaten werden immer von Personen mit muslimischem Einwanderungshintergrund begangen, die sich dem Islamismus verschrieben haben.

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Trump will Astronauten auf den Mond schicken

© NASA, JSC
Direktive beauftragt Nasa mit „innovativem Programm“ zur Weltraumerkundung

derStandard.at

US-Präsident Donald Trump will Amerikaner wieder auf den Mond schicken. Das Präsidialamt kündigte an, Trump werde noch am Montag eine Direktive unterzeichnen, die die Nasa damit beauftragt, ein „innovatives Weltraumerkundungsprogramm“ aufzulegen, „um Amerikaner zurück zum Mond zu senden – und letztendlich zum Mars“. Trump werde die bemannte Raumfahrt der USA so verändern, dass das Land „die treibende Kraft in der Weltraumindustrie wird, neue Erkenntnisse aus dem Kosmos gewinnt und unglaubliche Technologie in Gang setzt“. Als bislang letzter Astronaut war Eugene Cernan im Dezember 1972 auf dem Mond. Er starb im Januar im Alter von 82 Jahren.

Juden als Projektionsfläche

Demonstration in Berlin-Neukölln am Sonntag. Foto: dpa
„Für Antisemitismus, egal in welchem Gewand, darf es keine Duldung geben“ – Demonstrationen in Berlin lösen erneut eine Debatte um muslimischen Antisemitismus in Deutschland aus.

Von Melanie Reinsch | Frankfurter Rundschau

Verbrannte Flaggen mit Davidsternen, vermummte Demonstranten, die „Tod den Juden“ skandieren und Fahnen der islamistischen Terrororganisation Hamas schwenken – in Berlin bricht sich nach der Entscheidung des US-Präsidenten Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, Judenhass Bahn. Auch in anderen Städten Europas mehren sich antisemitische Vorfälle: Im schwedischen Göteborg warfen Jugendliche einen Brandsatz auf eine Synagoge, in Stockholm und Malmö verbrannten Demonstranten Israelflaggen und grölten antisemitische Parolen, in Amsterdam wurden die Scheiben eines koscheren Restaurants eingeschlagen.

„Israel und Juden bieten, wie in unterschiedlichen Teilen der Mehrheitsgesellschaft, auch für viele Muslime eine Projektionsfläche“, sagt Meron Mendel, Leiter der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt. Antisemitismus liefere eine Weltanschauung. „Und diese Weltanschauung erklärt ihnen beispielsweise, warum sie als Minderheit in Deutschland Integrationsprobleme haben oder warum es arabischen Ländern in der aktuellen Krisenzeit schlecht geht“, so Mendel. Dies sei vergleichbar mit Verschwörungstheorien: Nicht die amerikanische Politik sei schuld, sondern die Juden. „Die Religion wird nur als Vorwand benutzt und einzelne Passagen aus dem Koran antisemitisch ausgelegt“, sagt Mendel. Viele Jugendliche würden zudem ungefilterte arabische Nachrichten mit antisemitischen Vorurteilen konsumieren.

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Das Vaterunser umdichten? Schon die Goten wussten es besser

Bild. DIE WELT/N24/Kevin Knauer
Der Papst kritisiert den deutschen Text des Vaterunsers. Warum es falsch wäre, das christliche Ur-Gebet so umzudichten, dass Gott keine aktive Rolle bei der Versuchung spielt – ein Blick auf 1700 Jahre Übersetzungstradition.

Von Matthias Heine | DIE WELT

Die Pointe dürfte vielen entgangen sein: Ein Mann, von dem nichts in der Bibel steht, der kein Deutsch spricht und der einer christlichen Konfession vorsteht, die bis 1980 keine kirchlich approbierte Übersetzung der Bibel in unsere Muttersprache hatte, entfacht im italienischen Fernsehen eine Diskussion über die deutsche Übersetzung des Vaterunsers.

Papst Franziskus sagte in einem Interview mit dem italienischen Sender TV2000, der Vers „Und führe uns nicht in Versuchung“, wie es etwa in der deutschen und auch in der italienischen Version des Vaterunsers heißt, sei „keine gute Übersetzung“. Besser sei: „Lass mich nicht in Versuchung geraten.“ Denn: „Ich bin es, der fällt, aber es ist nicht er, der mich in Versuchung geraten lässt.“ Ein Vater mache so etwas nicht. „Wer dich in Versuchung führt, ist Satan.“

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Salafismus: Experten fordern mehr Schulsozialarbeit

Themenbild. Salafisten in Deutschland (Bild: DW)
Zur Präventionsarbeit gegen Salafismus ist Fachleuten zufolge vor allem mehr Personal in Schulen nötig. „Prävention geht nicht mit Checklisten und Apps, sondern nur mit Menschen, die dies umsetzen“, sagte die Berliner Pädagogin Sanem Kleff am Montag in Hannover.

evangelisch.de

„Wir brauchen mehr Schulsozialarbeit.“ Schüler benötigten kompetente Erwachsene, mit denen sie auf Augenhöhe über das Thema sprechen könnten, sagte Kleff, die die Initiative „Schule ohne Rassismus“ leitet. Sie sprach bei einer Tagung des Niedersächsischen Kultusministeriums zur schulischen Präventionsarbeit gegen „Neo-Salafismus und Muslimfeindlichkeit“.

Es wäre zudem von Vorteil, wenn mehr pädagogische Fachkräfte einen arabischen Migrationshintergrund oder zumindest arabische Sprachkenntnisse hätten, sagte Kleff. Die Pädagogen könnten dann sofort reagieren, wenn sie bestimmte arabische Begriffe bei ihren Schülern hörten oder wenn sie auf arabischsprachige, salafistische Internetvideos bei den Jugendlichen aufmerksam würden.

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U.N. Official Shocked and Horrified by Poverty in Rural Alabama

Photo Credit: Gustavo Frazao / Shutterstock

„I think it’s very uncommon in the First World.“

By Carlos Ballesteros | Newsweek/Alternet

A United Nations official investigating poverty in the United States was shocked at the level of environmental degradation in some areas of rural Alabama, saying he had never seen anything like it in the developed world.

„I think it’s very uncommon in the First World. This is not a sight that one normally sees. I’d have to say that I haven’t seen this,“ Philip Alston, the U.N.’s Special Rapporteur on extreme poverty and human rights, told Connor Sheets of AL.com earlier this week as they toured a community in Butler County where raw sewage flows from homes through exposed PVC pipes and into open trenches and pits.

The tour through Alabama’s rural communities is part of a two-week investigation by the U.N. on poverty and human rights abuses in the United States. So far, U.N. investigators have visited cities and towns in California and Alabama, and will soon travel to Puerto Rico, Washington, D.C., and West Virginia.

Of particular concern to Alston are specific poverty-related issues that have surfaced across the country in recent years, such as an  outbreak of hookworm in Alabama in 2017—a disease typically found in nations with substandard sanitary conditions in South Asia and Subsaharan Africa.

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Das katholische Canisius-Kolleg ist keine staatliche Schule

Pater Tobias Zimmermann ist Rektor des katholischen Canisius-Kolleg.Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Der Senat streitet weiter über das Neutralitätsgesetz. Tobias Zimmermann stellt als Rektor des katholischen Canisius-Kolleg eine Lehrerin ein, die Kopftuch trägt.

Von Ann-Kathrin Hipp | DER TAGESSPIEGEL

Ein Religionsloser brachte ihn zum Glauben: sein agnostischer Lehrer. Der habe ihn zum Denken angeregt und so sein Leben beeinflusst. Denn beim Grübeln über Gott und die Welt kam Tobias Zimmermann zu ganz anderen Ergebnissen, als sein Pädagoge. Er trat dem Jesuitenorden bei und wurde Priester.

Seit 2011 leitet der gebürtige Münchner das katholische Canisius-Kolleg, ein Berliner Elitegymnasium. In seiner Funktion als Rektor hat der 50-Jährige nun eine Entscheidung getroffen, die den Berliner Umständen geschuldet zu einer außergewöhnlichen wird. Während sich der Senat weiter über das Neutralitätsgesetz streitet, das Kopftuch, Kippa und Kreuz aus den Klassenzimmern verbannt, stellt Zimmermann für seine katholische Schule eine Lehrerin ein, die Kopftuch trägt. „Sie hat sich beworben und mit ihren mathematischen und naturwissenschaftlichen Fähigkeiten überzeugt“, sagt er. So pragmatisch, so gut. Als Rektor einer Privatschule kann er frei entscheiden.

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This Code Is Remixing Translations of the Bible to Find New Meanings

Image: shutterstock
A work of computer-generated literature is translating the Book of Ecclesiastes infinitely.

By Jason Johnson | MOTHERBOARD

There are dozens of English translations of the Bible, and sometimes the differences between them can dramatically change the meaning of the ancient text. You probably know this if you’ve studied it at all (or ever had to translate anything), but if you didn’t, a visit to Hyperbible, a Bible-remixing web app that uses generative writing to explore the nuances of interpretation, can teach you that lesson quickly.

Developed by Carnegie Mellon computer science student Katherine Ye, Hyperbible randomly generates new translations of the Book of Ecclesiastes, a collection of proverbs and advice.

For each verse, Hyperbible randomly selects one of ten different translations of Ecclesiastes, placing them in chronological order until it has assembled a complete book. The result is a nearly infinite version of Ecclesiastes, since each of the 222 verses can be interpreted in 10 different ways apiece and combined differently. You can try it out for yourself by clicking this link.

“The chance that any two readers will see the same Ecclesiastes during the lifetime of this universe is as good as zero,” Ye told me in an email.

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Verletzte bei Anschlagsversuch in New Yorker U-Bahn

Polizisten am Montag vor dem Port Authority Bus Terminal in Manhattan. ©AFP
Im New Yorker Berufsverkehr hat ein 27 Jahre alter Mann einen selbstgebauten Sprengsatz gezündet. Bürgermeister Bill de Blasio spricht von einem „versuchten Terroranschlag“ – und schickt einen Appell an die Bürger seiner Stadt.

Von Andreas Ross | Frankfurter Allgemeine

In New York ist am Montagmorgen ein Terroranschlag vergleichsweise glimpflich verlaufen. Ein 27 Jahre alter Mann namens Akayed Ullah zündete während des Berufsverkehrs einen offenbar selbstgebauten Sprengsatz in einer unterirdischen Passage zwischen zwei U-Bahnhöfen. Drei Passanten wurden offenbar nur leicht verletzt; der Täter erlitt Verbrennungen. Er wurde in Gewahrsam genommen und in ein Krankenhaus gebracht.

Nach zunächst unbestätigten Berichten nimmt die Polizei an, dass er seinen Sprengsatz versehentlich früher als geplant zündete. In einer fahrenden U-Bahn hätte die Detonation womöglich größeren Schaden angerichtet. Bürgermeister Bill de Blasio sprach von einem „versuchten Terroranschlag“.

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