De Maizière sieht Gesprächsbedarf beim Kirchenasyl


Kirche © Sebastian Rittau @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Nach heftigem Streit erzielten Staat und Kirchen 2015 einen Kompromiss beim Thema Kirchenasyl. Seitdem schien die Vereinbarung zu halten. Nun gibt es neuen Unmut. Die Fallzahlen seien höher als erwartet, kritisiert Innenminister de Maizière.

MiGAZIN

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat erneut die Praxis des Kirchenasyls in Deutschland kritisiert. Die Zahlen seien „höher als erwartet“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Darüber wollten Bund und Länder mit den Kirchen sprechen. Die Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft „Asyl in der Kirche“ wies Kritik de Maizières an der Praxis zurück.

Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurden von Januar bis Ende Oktober dieses Jahres 1.270 Fälle von Kirchenasyl gemeldet, in denen jeweils mehrere Personen betroffen sein können. Im gleichen Zeitraum kamen 156.000 neue Asylsuchende nach Deutschland. Kirchenasylfälle machten also nur einen geringen Anteil aller neuen Asylfälle aus. Evangelische, katholische und freikirchliche Gemeinden gewähren im Kirchenasyl Menschen in besonderen Härtefällen Schutz vor einer drohenden Abschiebung. Sie melden die Fälle laut einer Vereinbarung mit dem Staat dem Bundesamt, das die Fälle dann nochmals prüft.

weiterlesen