Vergewaltigung als Kriegswaffe: Das Ende der Ignoranz


Diese siebzehnjährige Angehörige der Rohingya wurde als eine von mehreren Opfern von Vergewaltigungen in einem Flüchtlingslager in Bangladesch porträtiert. Das Militär von Myanmar nutzt laut zahlreicher Berichte sexuelle Gewalt, um die Rohingya zu vertreiben. ©AP
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und Angelina Jolie wollen Frauen vor sexueller Gewalt im Krieg schützen. Ihre Initiative stellt der Nato nachträglich ein Armutszeugnis aus.

Von Julia Bähr | Frankfurter Allgemeine

„Why Nato must defend women’s rights“ – so ist der Artikel überschrieben, den Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und die Schauspielerin und Aktivistin Angelina Jolie im „Guardian“ veröffentlicht haben. Schon die Überschrift lässt zwei Dinge erahnen: Erstens, da muss jemand Gründe aufführen für etwas, das selbstverständlich sein sollte. Zweitens, der bisherige Umgang der Nato mit sexueller Gewalt gegen Frauen in militärischen Konflikten besteht hauptsächlich im Ignorieren derselben.

Dabei konnten sich alle Gremien bisher darauf ausruhen, dass das Verbot sexueller Gewalt im Völkerrecht festgehalten ist und die Charta der Vereinten Nationen gleiche Rechte und Würde von Mann und Frau beschwört. Aber gezielt verteidigt wird das nicht: Vergewaltigung wird immer noch als Kriegswaffe eingesetzt – „von Myanmar bis zur Ukraine, von Syrien bis Somalia“, schreiben Stoltenberg und Jolie bestürzend allgemein.

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