Lücke im Infektionsschutzgesetz: Ungeimpfte dürfen beim Gesundheitsamt arbeiten


Kreuzchen gemacht? Nicht immer.Foto: dpa
Mitarbeiter des Gesundheitsamtes dürfen auch ohne Impfschutz arbeiten – was die Ausbreitung von Epidemien befördern kann. Ein bundesweites Problem.

Von Gerd Appenzeller | DER TAGESSPIEGEL

Durch einen Vorgang in Reinickendorf wurde nun eine offenkundige Lücke im Infektionsschutzgesetz bekannt: So müssen Mitarbeiter von Gesundheitsämtern, die auch in Kontakt mit Neugeborenen, Schulkindern und kranken Personen kommen, weder geimpft sein, noch wird nach ihrem Impfstatus gefragt.

Während das Infektionsschutzgesetz für Mitarbeiter von Krankenhäusern, Kliniken und Arztpraxen, also allen Personen mit Patientenkontakten, eine Klärung des Impfstatus verlangt, um die Verbreitung von Infektionskrankheiten zu verhindern, ist das für Mitarbeiter von Gesundheitsämtern nicht vorgesehen.

Personalrat stemmt sich gegen Impfflicht

Bei der Ausschreibung neuer Stellen schlug der Leiter des Reinickendorfer Gesundheitsamtes, Patrick Larscheid, vor, ungeachtet der Gesetzeslücke aus Gründen der Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit nur Bewerber zu berücksichtigen, deren Immunität gegen Infektionskrankheiten entweder nachgewiesen wurde, oder deren Impfstatus geklärt war.

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