Paragraf 219a ist eine Zumutung


Vor dem Amtsgericht Gießen demonstrieren Unterstützerinnen von Kristina Hänel für eine Abschaffung der Abtreibungsparagraphen. Quelle: picture alliance / Boris Roessle
Mit der Debatte um „Werbung“ für Schwangerschaftsabbrüche kehrt die Debatte um das Selbstbestimmungsrecht der Frau zurück – endlich! Im Zentrum steht hier schließlich ein Paragraf von 1933.

Von Marlen Hobrack | DIE WELT

Schwanger, mit 19 Jahren. Ich erinnere mich sehr gut an den Moment, als ich nach langem, ungläubigem Starren auf den Schwangerschaftstest schließlich realisierte: Du bist schwanger. Als ich nach einigen Minuten aus der Schockstarre erwachte, zog mein bisheriges Leben, es mag absurd klingen, vor meinem geistigen Auge vorbei.

Ich suchte meine Frauenärztin auf. „Wir machen mal einen Ultraschall. Tests für zu Hause sind nicht sicher.“ Aber das Gerät war kaum eingeschaltet, da folgte die Bestätigung. Schwanger, ganz sicher. Da war ein Herzschlag. Während ich mich anzog, reichte mir meine Ärztin verlegen einen kleinen Zettel. „Da können Sie sich melden, wenn Sie etwas machen wollen. Wir machen das hier nicht.“

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