Mehr Härte gegen IS-Frauen

Eines der wenigen Fotos von Linda W., die im Internet kursieren. (Foto: )
  • Frauen, die sich dem IS angeschlossen, aber nicht gekämpft haben, sollen künftig härter bestraft werden können.
  • Das sagte der Generalbundesanwalt Peter Frank der Süddeutschen Zeitung, dem NDR und SWR.
  • Die Begründung: Auch bei diesen Frauen sei eine Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Organisation nachweisbar.
  • Die endgültige Entscheidung liegt beim Bundesgerichtshof.

Von Volkmar Kabisch, Georg Mascolo, Amir Musawy, Nicolas Richter | Süddeutsche Zeitung

Die Bundesanwaltschaft will härter gegen Frauen vorgehen, die sich der Terrormiliz des sogenannten Islamischen Staates angeschlossen haben – auch wenn sie nicht gekämpft haben. Generalbundesanwalt Peter Frank sagte Süddeutscher Zeitung, NDR und SWR: „Wir sind der Meinung, dass sich auch bei diesen Frauen die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Organisation bejahen lässt.“ Entscheiden müsse dies nun der Bundesgerichtshof.

Der Grund für diesen Vorstoß liegt darin, dass im ehemaligen IS-Gebiet im Irak immer mehr Frauen festgenommen werden, etliche sind noch minderjährig. Sie sitzen in irakischen Haftanstalten und Verhörzentren ein.

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Hanauer Sektenfall: Schuldfähigkeit von Mordverdächtiger wird überprüft

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Nach der Mordanklage im Hanauer Sektenfall soll ein Gutachter die Verdächtige untersuchen. Ihr wird vorgeworfen, 1988 einen Gutachterzu haben.

Von Gergor Haschnik | Frankfurter Rundschau

Im Fall des kleinen Jan, der 1988 in einer mutmaßlichen Sekte starb, holt das Landgericht ein psychiatrisches Gutachten über die wegen Mordes angeklagte Anführerin ein. Mit Hilfe des Gutachtens solle die juristische Verantwortlichkeit der 70-Jährigen geprüft werden – also vor allem, ob sie schuldfähig ist oder nicht. Das teilte Peter Grasmück, Vorsitzender der zuständigen ersten großen Strafkammer am Hanauer Gericht, auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mit. Mit einem Ergebnis rechnet Grasmück, auch wegen des großen Umfangs der Akten, in etwa drei Monaten.

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Ältestes Eis außerhalb der Polargebiete erbohrt

Das Eis eines Eisbohrkerns aus den Kunlun-Bergen in Tibet ist bis zu 600.000 Jahre alt. © Giuliano Bertagna/ Byrd Polar and Climate Research Center
Eisiges Archiv: In den Bergen Tibets haben Forscher den ältesten Eisbohrkern außerhalb der Polargebiete gewonnen. Der gut 300 Meter lange Bohrkern aus dem Gletschereis reicht 600.000 Jahre weit in die Vergangenheit zurück. Erste Analysen dieses Eises bestätigen, dass sich der Himalaya – und damit der „dritte Pol“ der Erde – in den letzten Jahrzehnten stärker erwärmt hat als tiefer gelegenen Regionen.

scinexx

Das Eis von Gletschern speichert nicht nur große Teile des irdischen Süßwassers, die im Laufe von Jahrtausenden bis Jahrmillionen abgelagerten Eisschichten sind auch ein wertvolles Archiv der Erdgeschichte. Die im Eis eingeschlossenen Luftbläschen und Isotope liefern Informationen über die Klimageschichte, vergangene Vulkanausbrüche, und sogar über die Umweltsünden der Konquistatoren oder der antiken Europäer.

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Die Bibel: Das zersägte Testament

Luther-Bibel aus Nürnberg (um 1700) (picture alliance / dpa / Martin Schutt)
Wie wichtig ist das Alte Testament? Weniger wichtig als das Neue, befand vor vier Jahren der evangelische Theologe Notger Slenczka. Die Debatte hält bis heute an. Gestritten wird über den biblischen Kanon – und über das Verhältnis zwischen Christentum und Judentum.

Von Carsten Dippel | Deutschlandfunk

„Fürchte Dich nicht. Ich habe Dich erlöst. Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen. Du bist mein.“(Jesaja 43, Vers 1)

Es ist ein beliebter Taufspruch, die bekannte Stelle aus Jesaja 43. Eigentlich jedoch umfasst der Vers aus dem Alten Testament einen entscheidenden Punkt mehr. Denn der Spruch, der unter Christen als segensreich gilt, hat einen ganz konkreten Adressaten, der vorangestellt ist. So beginnt der Vers mit den Worten:

„So spricht Gott zu Jacob, so spricht Gott zu Israel: Fürchte Dich nicht. Ich habe Dich erlöst. Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen. Du bist mein.“ (Jesaja 43,1)

Es ist die unmittelbare Anrede Gottes an sein Volk Israel. Wenn Christen diesen Vers zur Taufe ihrer Kinder auswählen, dann jedoch nicht, weil sie sich in den Bund Gottes mit Israel gestellt sähen. Sie stellen ihn vielmehr in einen neuen Sinnzusammenhang.

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Israel riegelt Gaza-Grenzen ab

„Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ Screenshot: bb
  • Palästinenser haben in der Nacht erneut Raketen nach Israel geschossen.
  • Als Reaktion hat Israel die Grenzen zum Gazastreifen geschlossen und fliegt Luftangriffe gegen Stellungen der Hamas.
  • US-Vizepräsident Mike Pence hat seine Nahost-Reise verschoben.

Süddeutsche Zeitung

Israel hat die beiden Grenzübergänge zum Gazastreifen geschlossen. Wie lange die Übergänge gesperrt bleiben sollen, teilte das Militär nicht mit. Grund für die Abriegelung ist, dass in der Nacht erneut Raketen aus dem Palästinensergebiet in Richtung Israel abgeschossen wurden. Zwei wurden von Israels Abwehrsystem abgefangen, während eine weitere auf unbewohntem Gelände einschlug.

Israel reagierte auf die Angriffe nicht nur, indem es die Grenzen zum Gazastreifen abriegelte, sondern auch mit Luftangriffen. Nach eigenen Angaben flog die Luftwaffe Angriffe auf drei Einrichtungen der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas. Es seien Trainings- und Waffenlager getroffen worden. Menschen kamen bei den Angriffen beiderseits der Grenze nach bisherigen Informationen nicht zu Schaden.

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Mapuche: Indigenes Volk unter Terrorverdacht

Schon mit den Spaniern stritten die Mapuche um ihr Land, heute tun sie es mit der chilenischen Regierung. (Bild: Rodrigo Abd / AP)
Die Mapuche-Indianer haben sich im Kampf um ihr angestammtes Land radikalisiert – Chile reagiert darauf mit zunehmender Härte.

Von Tjerk Brühwiller | Neue Zürcher Zeitung

Celestino Córdova giesst seinen Mate auf und gibt etwas Honig hinzu. Er sitzt auf seinem Bett in einem Spitalzimmer. Eine stoische Ruhe umgibt den Machi, wie die Mapuche-Indianer ihre Medizinmänner nennen. Dann reicht er den Tee weiter und nimmt das Gespräch wieder auf. Alles habe vor 500 Jahren begonnen, als die Spanier gekommen seien, sagt er. «Die Mapuche wurden unterdrückt, beraubt und in Fesseln gelegt. Bis heute hat sich wenig verändert.» Das hier sei ein Symbol für die letzten 500 Jahre, sagt Córdova und lässt seinen Blick nach unten schweifen. An seinem Fussgelenk ist eine Fussfessel angebracht, die ihn an sein Bett kettet.

Bewacht wie ein Terrorist

Wir sind im Hospital Intercultural von Nueva Imperial in der südchilenischen Region Araucanía. Aus gesundheitlichen Gründen hat man Celestino Córdova hierhinverlegt. Zuvor war er im Gefängnis von Temuco eingesperrt. Vor der Tür halten vier schwerbewaffnete Polizisten Wache, zwei weitere stehen vor dem Zugang zum Spitaltrakt. Der Mapuche wird bewacht wie ein Terrorist.

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USA: Cybersoldaten sollen an die Front

(Bild: US Army)
Die US-Streitkräfte wollen den elektronischen Kampf direkt ins Schlachtfeld bringen. Entsprechende Übungen für den „totalen Krieg“ laufen offenbar seit drei Jahren.

Von Daniel AJ Sokolov | heise online

„Cybersoldaten“ der US-Armee sollen nicht nur aus gesicherten Stellungen heraus operieren, sondern auch direkt im Schlachtfeld tätig werden. Über entsprechende Pläne haben Offiziere der US-Streitkräfte am Mittwoch gesprochen, wie Al Jazeera berichtet. „Auf totalen Krieg vorbereiten“, sagte Colonel Robert Ryan, „nicht auf begrenzten Krieg.“

Die elektronische Kriegsführung unmittelbar vor Ort verfolgt mehrere Ziele. Dazu gehören die Verteidigung der eigenen Kommunikation und Einrichtungen, Überwachung und (Zer)Störung jener des Gegners, und das Verändern von Kommunikationsinhalten des Gegners. Letzteres kann Verwirrung stiften oder feindliche Kämpfer sogar in einen Hinterhalt locken. Elektronische Kampfeinsätze hätten die USA bereits im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) im Schlachtfeld durchgeführt, hieß es in dem Bericht.

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Peter Gauweiler und die Religion: „Unschuldig sind wir nicht“

Der ehemalige CSU-Politiker Peter Gauweiler hat ein Buch vorgelegt: Evangelisch in Bayern (imago stock&people)
Der Westen trägt nach Ansicht von Peter Gauweiler Mitschuld an den Spannungen mit der islamischen Welt. Die aktuelle Auseinandersetzung habe mit „dem völkerrechtswidrigen Krieg der USA und anderer Staaten im Irak“ begonnen, sagte Gauweiler im Dlf. Es gebe eine „große Mitverantwortung, vor der wir uns nicht verstecken dürfen.“

Peter Gauweiler im Gespräch mit Andreas Main | Deutschlandfunk

Peter Gauweiler war Politiker, bevor er vor gut zwei Jahren die Machtfrage in der CSU stellte und alle Ämter niederlegte. Er war lange Bundestagsabgeordneter, er hatte diverse politische Ämter inne. Jeder oder fast jeder kennt ihn – gerade weil er Ecken und Kanten hat und immer wieder angeeckt ist. Er stand Franz-Josef Strauß nahe. Wie dieser bayerische Ministerpräsident nimmt Gauweiler kein Blatt vor den Mund. Heute ist er Rechtsanwalt in München. Peter Gauweiler ist evangelisch. Das reflektiert er in einem Buch mit dem Titel „Evangelisch in Bayern“.

Darin bezeichnet Gauweiler den ehemaligen Papst Benedikt, als „den Reformator schlechthin“. Im Gespräch über Benedikts Verhältnis zum Protestantismus sagte Gauweiler:

„Er hat immer wieder klar gemacht – bei dem sogenannten interkonfessionellen Dialog -, dass die Theologen nicht diskutieren dürfen, als wären sie Politiker und würden sich wechselseitig irgendwelche Geschenke oder Vergünstigungen in Fragen des Glaubens mitbringen. Und er hat immer darauf Wert gelegt, dass dieser Dialog in Angelegenheiten der Religion nur auf festen Fundamenten geführt werden kann. Und er hat uns so ein Beispiel geliefert, dass wir keine falschen Pseudo-Mischformen brauchen, wenn es viel besser ist, dass wir uns wechselseitig im Gottesdienst besuchen können uns dass wir das Anderssein des Anderen nicht als trennend empfinden, sondern als zusätzlichen Wert.“

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Fracking schadet Ungeborenen

Fracking scheint die Entwicklung von Ungeborenen im Mutterleib zu beeinträchtigen. © Janulla/ thinkstock
Folgenschwere Gasförderung: In unmittelbarer Nähe von Fracking-Anlagen kommen Babys häufiger mit einem geringen Geburtsgewicht auf die Welt. Eine US-amerikanische Studie zeigt: Betroffene Kinder haben ein um 25 Prozent erhöhtes Risiko, mit einem Gewicht von unter 2.500 Gramm geboren zu werden – ein deutlicher gesundheitlicher Nachteil. Vermutlich sind die bei der umstrittenen Methode freiwerdenden Chemikalien schuld an dem Effekt. Der genaue Verursacher sei jedoch noch unklar, schreiben die Forscher.

scinexx

In den USA hat die Gasförderung durch das sogenannte Hydraulic Fracturing, kurz Fracking, in den vergangenen Jahren einen gewaltigen Boom erlebt. Bei diesem Verfahren pressen Erdgasförderer einen Mix aus Wasser, Sand und Chemikalien in gashaltige Gesteinsschichten. Das Gestein bricht dadurch auf und so lassen sich auch ansonsten nicht lohnenswerte oder schwer zugängliche Gasvorkommen erschließen.

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Zentralrat der Muslime: Trump hat Völkerrecht „ins Schwimmen gebracht“

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, fordert einen „Fahrplan für Frieden im Nahen Osten“ Quelle: dpa/Boris Roessler
Beim Streit um Jerusalem warnt Aiman Mazyek davor, Ursache und Wirkung zu verwechseln. Trump sei für die Eskalation und Dramatik verantwortlich. „Wir sollten Ursache und Wirkung nicht verwechseln.“

DIE WELT

Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, warnt vor einer gefährlichen Entwicklung im israelisch-palästinensischen Konflikt. Die Jerusalem-Entscheidung von US-Präsident Donald Trump habe „die Anerkennung des Völkerrechts ins Schwimmen gebracht. Sie macht den Hardlinern auf beiden Seiten das Geschäft leicht“, sagte Mazyek der „Heilbronner Stimme“.

Mazyek fügte hinzu: „Die Eskalation und Dramatik durch die Entscheidung Trumps schlägt sich vor allem vernichtend nieder in der Erosion des Rechts, des Völkerrechts, der Verbindlichkeit von Sicherheitsrats-Resolutionen und die Hoffnung auf das Existenzrecht zweier Staaten, von Juden und Arabern in Frieden und Nachbarschaft zu leben.“

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Mormonenkirche: Onanieren macht schwul!

Mormonentum als Fetisch: Das schwule Porno-Label „Mormon Boyz“ zeigt Burschen, die sich als mormonische Missionare verkleiden und so gar nicht den Vorgaben der Kirche folgen
MormonLeaks veröffentlicht einen über 30 Jahre alten Ratgeber der homofeindlichen Sekte, in der Jugendliche davor gewarnt werden, sich einen runterzuholen.

QUEER.DE

Ein von der amerikanischen Mormonenkirche 1981 herausgegebener Ratgeber mit dem schlichten Titel „Homosexuality“ ist am Dienstag vom Whistleblower-Portal MormonLeaks online gestellt worden. Örtliche Führungskräfte der homofeindlichen Kirche sollten mit diesem Dokument homosexuelle Mitglieder zur „Umkehr“ bewegen.

Mit dem Ratgeber sollten Mormonen informiert werden, um „das Problem der Homosexualität zu verstehen und zu behandeln“. Die gleichgeschlechtliche Liebe, heißt es darin, „pervertiert die ordnungsgemäße Nutzung der Zeugungskraft“, enthalte „Gottes Kindern“ das Familienleben vor, würde alle Beteiligten „entwerten und herabwürdigen“ und sei „genauso sündhaft wie heterosexuelles Fremdgehen“. Außerdem, so warnt das Dokument ausdrücklich, könne Homosexualität „gewalttätiges und kriminelles Verhalten“ umfassen.

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Australien: Kommission zu Kindesmissbrauch spricht von „nationaler Tragödie“

Eine Kommission hat in Australien den sexuellen Missbrauch von Kindern untersucht. Das Ausmaß ist erschütternd: Geschätzt wird, dass etwa 60.000 Menschen Anspruch auf Entschädigung geltend machen könnten.

SpON

Fünf Jahre ermittelte eine offizielle Untersuchungskommission zum sexuellen Missbrauch von Kindern in Australien – nun hat sie ihren Abschlussbericht fertiggestellt. Der Leiter der Kommission, Peter McClellan, sprach von einer „nationalen Tragödie“ über Jahrzehnte hinweg. Dem Bericht zufolge wurden Zehntausende Kinder in mehr als 4000 Einrichtungen missbraucht, viele davon aus dem Bereich der katholischen Kirche.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind bereits seit längerer Zeit bekannt. Die Kommission war 2012 von der damaligen Premierministerin Julia Gillard eingerichtet worden. McClellan forderte, dass der Bericht konkrete Folgen haben müsse. „Es muss Veränderungen geben: in der Kultur, in der Struktur und in der Führungspraxis vieler Einrichtungen.“

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Bayern: Das braune Winterhilfswerk

Die Spenden werden in der Szene, aber auch durch Flugblätter in Briefkästen und über Infostände gesammelt. (Foto: Alessandra Schellnegger)
  • In Bayern verteilen Neonazis Spenden an Bedürftige. Hinter der Aktion steht die Neonazi-Partei „Der III. Weg“.
  • Die Kampagne wird damit begründet, dass sich karitative Organisationen nur um Flüchtlinge kümmern würden und nicht um deutsche Bedürftige.
  • Flüchtlinge, Alkoholiker oder Drogenabhängige sind von den Spenden ausgenommen.

Von Johann Osel | Süddeutsche Zeitung

Die Männer haben ihren grünen Kleinbus randvoll geladen, mit Müllsäcken und Pappkisten. Darin: Jeans, dicke Pullover, Anoraks, Stiefel, Decken, Mützen, Stofftiere für Kinder. Gleich werden sie die Sachen unter Brücken zu Obdachlosen bringen oder vor sozialen Treffs an Bedürftige verteilen. Diese Szenen aus Nürnberg zeigt ein Image-Film im vergangenen Winter, eine Frauenstimme kommentiert das: Kinder- oder Altersarmut und Obdachlosigkeit seien keineswegs Randerscheinungen, heißt es da – nicht unkorrekt.

Die sehr eigene Interpretation aber folgt sogleich: eine „antideutsche Politik gekaufter Politbonzen“ sei schuld, „angeblich karitative Organisationen überschlagen sich damit, ihre Zeit und Energie in Projekte für Asylanten zu stecken“. Daher: „Deutsche Winterhilfe für unsere Volksangehörigen.“ Die Aktivisten wollten „ihre sozialistische Ausrichtung mit der Tat bekräftigen“. Eine nationalsozialistische Ausrichtung – am Bus prangt die römische Ziffer drei, es ist das Logo der Neonazi-Partei „Der III. Weg“.

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Waffenherstellung im IS: „Eine verdrehte Maker-Kultur“

Von den USA unterstützte „Neue Syrische Armee“ in al-Tanf. Foto: MaT/Hammurabi’s Justice News
Laut Recherchen eines CAR-Ermittlers sind die technischen Fähigkeiten zur Herstellung größerer Mengen von Munition und Waffen bei den IS-Dschihadisten weit fortgeschritten

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Im Oktober 2014 verkaufte Rumänien 9.252 Panzerfäuste („Rocket-propelled grenade“) an das US-Militär. Die USA unterzeichneten für den Handel ein sogenanntes „end-use“-Zertifkat. Das Dokument soll bestätigen, dass die Waffen und die Munition von der US-Armee benutzt und nicht an andere weiterverkauft werden.

2016 fiel einem Waffenexperten in einem IS-Video eine Kiste mit Panzerfäusten und Munition aus dieser Lieferung auf. In dem Video wurde die Kiste als Kriegsbeute des IS aus den Händen einer Miliz namens Jaysh Suriyah al-Jadid dargestellt. Wörtlich übersetzt heißt der Name die „neue syrische Armee“.

Die Miliz operiert mit Unterstützung der USA in anscheinend wechselnden Besetzungen im Süden Syriens. In einem Artikel vom Juni dieses Jahres berichtet das Long War Journal davon, dass die 2015 mit Unterstützung der USA gegründete Neue Syrische Armee „gegenwärtig von Maghaweir al Thowra (MaT) verkörpert wird“.

MaT machte im Sommer Schlagzeilen, weil sie unterstützt von US-Elitesoldaten den Posten in al-Tanf hielt (siehe Al Tanf: Schlacht um syrisch-irakischen Grenzübergang in der Wüste). Der IS war und ist noch immer in Wüste im Süden Syriens präsent, dass IS-Milizen Waffen von anderen Milizen erobern, ist nicht ungewöhnlich. Laut South-Front gab es 2016 Kämpfe zwischen IS-Milizen und der „New Syrian Army“ und Panzerfäuste waren begehrt.

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Judenfeinde hetzen auf Facebook-Seite der Bundesregierung

FB-Seite der Bundesregierung. Screenshot: bb
Die Bundesregierung sieht für Antisemitismus in Deutschland keinen Platz. Auf ihrer Facebook-Seite sieht das anders aus: Dort lassen viele Nutzer Hass gegen Israel und Juden ab. Auf WELT-Anfrage schaltet die Regierung die Polizei ein.

Von Marcel Leubecher | DIE WELT

Der Antisemitismus in Deutschland hat viele Gesichter. Zu dem völkisch oder sozialistisch motivierten Judenhass hat sich längst einer gesellt, der sich aus islamischen und arabischen Quellen speist. Seit Freitag waren in mehr als einem Dutzend deutscher Städte Mitglieder der arabischen und türkischen Community gegen Israel auf die Straße gegangen. Bei einigen Demonstrationen wurden Israelfahnen verbrannt und „Tod den Juden“-Rufe skandiert.

Am Montag dann veröffentlichte die Bundesregierung auf ihrem Facebook-Profil diesen Eintrag: „Für Antisemitismus, Gewalt und Provokation ist in Deutschland kein Platz! ‚Man muss sich schämen, wenn auf den Straßen deutscher Städte Judenhass so offen zur Schau gestellt wird.‘ – Regierungssprecher Steffen Seibert zu den antiisraelischen Aktionen am Wochenende.“

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Neue Kirchen-App: „Jemand betet für dich“

Kardinal Christoph Schönborn präsentiert die Kirchen-App. – (c) Kathpress / Henning Klingen
Mit der „Glauben.Leben“-App kann man österreichweit Weihnachtsgottesdienste suchen und persönliche Betanliegen formulieren. Andere Nutzer können sich diesen Anliegen in Gebeten annehmen und dann rückmelden: „Jemand betet für dich“

Die Presse.com

Auch die heimische Kirche wird digitaler: Unter dem Namen „Glauben.Leben“ startet dieser Tage eine KirchenApp: Die vom Medienreferat der Bischofskonferenz in Kooperation mit den österreichischen Diözesen entwickelte App zielt auf jene Österreicher, für die das Smartphone ein wichtiger Tagesbegleiter geworden ist.

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Erdogan hetzt gegen Israel: „Ein Land, das sich von Blut nährt“

Zum Abschluss des islamischen Sondergipfels in in Istanbul hat der türkische Präsident Erdogan Israel mit drastischen Worten angegriffen. Zuvor hatte der Gipfel Jerusalem als Hauptstadt Palästinas anerkannt.

stern.de

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Foltervorwürfe gegen Israel erhoben und dem Land jeden Anspruch auf Jerusalem als Hauptstadt streitig gemacht. „Das Schicksal Jerusalems kann nicht einem Land überlassen werden, das sich von Blut ernährt und seine Grenzen erweitert, indem es Kinder, Zivilisten und Frauen brutal ermordet“, sagte Erdogan am Mittwoch zum Abschluss eines Gipfels der Organisation Islamischer Kooperation (OIC) in Istanbul. An die Adresse von US-Präsident Donald Trump fügte er hinzu: „Hey Trump! Stehst du etwa hinter diesem Israel? Hier gibt es Besatzung, hier gibt es Folter, hier gibt es Terror. Verteidigst du das etwa?“

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Sophia Thomalla am Kreuz stößt auf scharfe Kritik der Kirchen

Bild: SophiaThomalla/Instagram
Eine Gekreuzigte vor Weihnachten, noch dazu knapp bekleidet: Ein Werbefoto des Models Sophia Thomalla erntet heftige Kritik. Der evangelische Kulturbeauftragte Claussen nennt die Inszenierung „Blödsinn“.

evangelisch.de

Eine Glücksspiel-Werbung mit einer leicht bekleideten Sophia Thomalla als Jesus am Kreuz stößt auf heftige Kritik bei den Kirchen. „Das ist nicht einmal Kunst. Nur geschmacklos und dumm“, sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, der „Bild“-Zeitung (Mittwoch). Der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, bezeichnete das Motiv als „erbarmungswürdig“.

Thomalla hat sich für den Glücksspielanbieter Lottohelden als Gekreuzigte ablichten lassen. Der Slogan zum Bild lautet dem Zeitungsbericht zufolge „Weihnachten wird jetzt noch schöner“ – ungeachtet dessen, dass das Bild des gekreuzigten Jesus für Christen in erster Linie auf den Karfreitag verweist.

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Papst Franz warnt vor dem Teufel

Die Gläubigen sollten „nicht mit dem Satan reden. Wenn du anfängst, mit Satan zu reden, bist du verloren. Er verdreht dir den Kopf.“

kath.net

Papst Franziskus hat die Katholiken eindringlich vor jeglicher Kontaktaufnahme mit dem Teufel gewarnt. Die Gläubigen sollten „nicht mit dem Satan reden“, weil dieser eine sehr intelligente, rhetorisch überlegene „Person“ sei. Das erklärt Franziskus gegenüber dem katholischen Sender TV2000, wie die BILD-Zeitung berichtet. Laut Franziskus stehe Satan für das „konkrete Böse“. „Wenn du anfängst, mit Satan zu reden, bist du verloren. Er verdreht dir den Kopf.“ Man sollte besser weggehen. Auch Priestern und Bischöfen gaukle Satan Gelehrtheit vor. „Und wenn du es nicht rechtzeitig bemerkst, dann endet es böse“.

„Israel sollte die Stadt vollumfassend annektieren“

Jerusalem. Bild: Andrew Shiva / CC BY-SA 4.0
Der palästinensische Künstler Ali Qleibo lebt in Jerusalem als Bürger zweiter Klasse, wenn auch mit mehr Wohlstand als früher. Ein Gespräch über Lebenslügen – unter Palästinensern und Israelis.

Interview von Moritz Baumstieger | Süddeutsche Zeitung

Ein Federstrich – und ein ganzes Volk verliert die Hoffnung auf einen eigenen Staat: Das ist die Konsequenz aus der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch US-Präsident Donald Trump. Der palästinensische Künstler und Schriftsteller Ali Qleibo lebt und unterrichtet im Ostteil der Stadt. Im Interview entlarvt er Selbstbetrug und Lebenslügen – bei Israelis und Palästinensern.

SZ: Wie würden Sie Jerusalem malen?

Ali Qleibo: Die Heilige Stadt verändert sich nicht. Der goldene Felsendom und die Kuppel der Grabeskirche, die Glockentürme, Minarette im christlichen und muslimischen Viertel zeugen vom arabischen Charakter von Al-Quds. Das Bild der Erhabenheit bleibt, nur der Diskurs über die neuen Tatsachen am Boden hat sich verändert.

Was genau ist geschehen?

Die Israelis verweigern sich der Realität. Sie leugnen die palästinensische Rolle in dieser Stadt, sie erkennen unser tief verwurzeltes kulturelles Erbe nicht an. Durch die Besatzung hat sich Israel den Boden, die Flora und die Fauna angeeignet und auch das arabische christlich-muslimische Erbe. Die indigenen Einwohner wurden zu gerade noch geduldeten Fremden. Und diese Verleugnung hat nun der mächtigste internationale Spieler offiziell übernommen, der amerikanische Präsident.

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