Der Meteorit, der Leben auf der Erde fast zerstörte – und neu belebte

Image Credit: NASA/Don Davis
Vor 66 Millionen Jahren tötete ein Meteoriteneinschlag vor Mexiko weltweit Pflanzen und Tiere. Nun zeigen Bohrungen: Der Crash sorgte auch für ein Wiederaufblühen des Lebens.

Von Christoph Seidler | SpON

Vom Berliner Funkturm zur Rummelsburger Bucht, von den St. Pauli-Landungsbrücken nach Langenhorn, von der Dresdner Frauenkirche nach Radeberg oder vom Schloss Heidelberg zum Hockenheimring – jede dieser Strecken misst etwa 14 Kilometer Luftlinie. Höchstwahrscheinlich fallen Ihnen noch bessere Beispiele aus Ihrem direkten Umfeld ein. Sie könnten beim Verständnis helfen – denn ungefähr 14 Kilometer groß soll der Meteorit gewesen sein, dessen Einschlag vor 66 Millionen Jahren das Leben auf der Erde radikal veränderte.

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Boris Johnson wirbt für Lebensmittel aus Fukushima

Großbritanniens Außenminister Boris Johnson, hier am 7. Dezember in London, hat den Geschmack von Pfirsichen aus Fukushima gelobt. Foto: Victoria Jones
Der britische Außenminister Boris Johnson ist die neuste Werbefigur für die japanische Regierung.

Frankfurter Rundschau

Knapp sieben Jahre nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima wirbt die Regierung des Landes für die Unbedenklichkeit von Produkten aus der Region. Nun hat sie den britischen Außenminister Boris Johnson als Werbefigur entdeckt.

Während einer britisch-japanischen Sicherheitskonferenz in London in dieser Woche trank Johnson eine Dose mit Pfirsichsaft aus Fukushima aus, wie in einem kurzen Videoclip auf dem Twitter-Account des japanischen Außenministers Taro Kono zu sehen ist.

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Das hat die Vermessung von ’Oumuamua ergeben

Ein eher stiller Typ: Der Asteroid sendet keinerlei Signale aus Quelle: picture alliance / M. Kornmesser
Alien-Fans hatten große Hoffnung auf den interstellaren Asteroiden gesetzt. Eine zehnstündige Observation mit modernster Technik konnte aber keine Außerirdischen finden. Doch die Suche geht weiter.

Von Pia Heinemann | DIE WELT

Jetzt hatte der russische Milliardär Juri Milner mit seiner „Breakthrough Listen“-Initiative endlich ein Objekt gefunden, das alientauglich zu sein schien: der Asteroid ’Oumuamua. Er ist aus einem anderen Sonnensystem in unseres geflogen – und das ist eine Sensation. Bislang war das noch nie beobachtet worden, entsprechend schnell wurde über extraterrestrisches Leben fabuliert.

Milner und die Forscher vom SETI-Institut, die spezialisiert auf die Suche nach außerirdischem Leben sind, haben nun das Green-Bank-Teleskop in West Virginia für zehn Stunden auf den mysteriösen Felsbrocken gerichtet. Sie haben ihn auf allen möglichen Radiofrequenzen belauscht.

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Freiburger Altdechant verhaftet: Erzapostel Burger schockiert

Bild: tilly
Erzbischof in Radio Vatikan: „Dass ein Priester unserer Erzdiözese Gelder veruntreut und Gesetze missachtet, erfüllt mich mit Scham“

kath.net

Die Erzdiözese Freiburg ist schockiert über den Fall des wegen Verdachts der Untreue und Bestechlichkeit verhafteten ehemaligen Dechants. Die süddeutsche Erzdiözese gehe selber auch juristisch gegen den nun ehemaligen Mitarbeiter vor, wie sie am Donnerstag mitteilte. Er soll mit Schein-Rechnungen und falschen Belegen einen hohen finanziellen Schaden für die Kirchengemeinde, den Caritasverband und die Sozialstation verursacht haben. Die Staatsanwaltschaft Mannheim erließ einen Haftbefehl gegen den Priester. Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger sagte in Radio Vatikan, er sei „erschüttert und sehr verärgert über dieses Maß an krimineller Energie“.

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Diese Parasiten befielen schon die alten Griechen

Eier eines Peitschenwurms, der offenbar schon die alten Griechen befiel. © Elsevier
Antike Plagegeister: Aus den Schriften des Mediziners Hippokrates wissen wir, dass die alten Griechen bereits unter lästigen parasitischen Würmern litten. Archäologen haben nun herausgefunden, um welche Spezies es sich dabei gehandelt haben könnte. Sie stießen in alten Gräbern auf die Eier von zwei Wurmarten – Parasiten, die zu den Beschreibungen aus den antiken Texten passen. Damit liefern sie den ersten handfesten Beleg für die Existenz parasitischer Würmer im alten Griechenland.

scinexx

Der griechische Arzt Hippokrates von Kos ist heute für das von ihm erdachte Konzept der Humoralpathologie bekannt. Vor seiner Zeit sahen die Menschen in der Antike Krankheit noch als Werk der Götter an. Hippokrates aber suchte im fünften Jahrhundert vor Christus die Ursache für medizinische Leiden erstmals im Inneren des Körpers: Er erklärte die Entstehung von Krankheit mit einem Ungleichgewicht der vier Körpersäfte Blut, Schleim, gelbe Galle und schwarze Galle – eine Vorstellung, die sich mehr als 2.000 Jahre lang hielt.

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Das bizarre Treffen der antisemitischen Verschwörungstheoretiker

Zusammenkunft der Verschwörungstheoretiker-Szene. Die Frau in rot ist Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des 1992 verstorbenen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden Quelle: Martin Niewendick/Martin Niewendick
In Berlin trafen sich Verschwörungstheoretiker zu einer Preisverleihung. Doch der Geehrte blieb zu Hause. Das Publikum bekam antisemitische Reden serviert – und lauschte unbehelligt einem Mann mit Hausverbot.

Von Martin Niewendick | DIE WELT

Es ist eine bizarre Zusammenkunft, die sich am Donnerstagabend im Berliner Babylon Kino zusammengefunden hat. Das Internetblog „Neue Rheinische Zeitung“ will an diesem Abend eigentlich einen Preis an den Verschwörungs-Guru Ken Jebsen verleihen. Nur: Der Preisträger ist nicht gekommen.

Er ist nicht der einzige. Mehrere Redner inklusive des Laudators fehlen, die beiden vorderen Reihen mit den reservierten Plätzen sind nur spärlich gefüllt. Die Moderatorin ist mit der Technik überfordert. Und zu allem Überfluss tritt gleich zu Beginn auch noch Timothy Grossmann ans Mikrofon, der Chef des Kinos.

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Uni Hamburg: Wem gehört der Raum der Stille?

Der Raum der Stille in Hamburg: Der Raumteiler-Vorhang wurde abgehängt. © Deike Uhtenwoldt
Ein Verhaltenskodex regelt, wie Studenten an der Uni Hamburg ihre Religion ausüben dürfen. Das gefällt nicht jedem. Wir haben uns umgesehen, was da los ist.

Von Deike Uhtenwoldt | Frankfurter Allgemeine

Interreligiöser Raum der Stille? Das klappt nicht immer reibungslos. Ein Zettel hängt an der Tür: „Mittwoch, 12.00 bis 13.15 Uhr Meditation in der Tradition des Zen-Buddhismus“. Es ist Mittwochmittag, kurz nach 13.00 Uhr, und eine Studentin – sie möchte lieber anonym bleiben – steht unentschlossen im Treppenhaus vor verschlossener Tür. Sie ist traditionell muslimisch gekleidet, ein langer schwarzer Mantel, der Kopf und Körper bedeckt, das Gesicht ist offen – und ein wenig ratlos: „Dürfen wir da nicht rein?“, fragt sie eine andere Muslima, die gerade die Treppe hochkommt. Sie wisse es nicht, sie habe im Keller gebetet, antwortet diese. Aber die Studentin will nicht in den Keller, sie ist unterwegs mit einer Freundin, die sich bereit erklärt hat, sie zum Gebet zu begleiten, und die nächste Vorlesung startet bald. Sie fasst sich also ein Herz. Aber kaum hat sie die Tür geöffnet, trifft sie der verärgerte Blick des Zen-Meisters und ein energisches Handzeichen, das um Ruhe bittet. „Oh, das gibt Ärger“, murmelt sie.

Seit mehr als elf Jahren gibt es den Raum der Stille an der Universität Hamburg. „Ein Ort des Gebetes und der Meditation, aber vor allem des persönlichen Rückzugs und damit auch offen für konfessionslose Studierende und Akademiker“, sagt Gisela Groß-Ikkache, Pastorin der Evangelischen Studierendengemeinde ESG Hamburg. Die ESG hat den Raum zusammen mit der katholischen und der islamischen Hochschulgemeinde initiiert, unterzeichnet wurde der Nutzungsvertrag gemeinsam mit dem Präsidenten der Universität.

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KI entdeckt Stern mit acht Planeten

Acht Planeten um einen sonnenähnlichen Stern: Das Planetensystem Kepler-90 zieht mit unserem Sonnensystem gleich. © NASA/Ames Research Center/ Wendy Stenzel
Maschinenhirn als Planetenjäger: Unsere Sonne ist nicht mehr der einzige bekannte Stern mit acht Planeten. Um den 2.545 Lichtjahre entfernten Stern Kepler-90 kreisen ebenfalls acht Begleiter. Entdeckt wurde der achte Planet dieses Systems nicht durch einen menschlichen Astronomen, sondern durch eine lernfähige künstliche Intelligenz. Sie hat in den Daten des Kepler-Weltraumteleskops die winzigen Lichtschwankungen aufgespürt, die der Planet beim Transit vor seinem Stern verursacht.

scinexx

Das Kepler-Weltraumteleskop ist der erfolgreichste „Planetenjäger“, den die Astronomie besitzt. Hunderte von Exoplaneten hat dieses Auge im All bereits anhand ihrer Transits aufgespürt – dem schwachen Abdimmen des Lichts, das die Planeten bei der Passage vor ihrem Stern erzeugen. Unter den Kepler-Entdeckungen sind jede Menge Erdzwillinge, vor allem aber hat die schiere Menge der Planetenfunde es den Astronomen erlaubt, erste Gesetzmäßigkeiten – und auch rätselhafte Lücken – im Planetenbestand unserer Galaxie zu identifizieren.

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Mehrere deutsche Diözesen in finanziellen Schwierigkeiten

Bild: tilly
Neben Hamburg offenbar auch Magdeburg, Essen, Hildesheim und Mainz betroffen – Kirchenrechtler Schüller: „Das ist ein erster Geschmack auf das, was allen Diözesen in den nächsten zehn Jahren bevorsteht.“

kath.net

In der Erzdiözese Hamburg steht es um die Finanzen offensichtlich schlimmer als befürchtet. Dies berichtet der ORF unter Berufung auf die KNA. Laut einem Bericht der Unternehmensberatung Ernst & Young soll die Überschuldung bis 2021 auf 353 Millionen Euro steigen. Derzeit fehlen bereits 79 Millionen Euro. In der offiziellen Begründung wird auf finanzielle Belastung durch Schulen sowie Sanierungen von Kirchen und Gebäude verwiesen. Laut Kirchenrechtler Thomas Schüller sollen auch Magdeburg, Essen, Hildesheim und Mainz finanzielle Probleme haben. Laut Schüller ist besonders im Bistum Mainz die Lage schlimm. Dort fehlten 2016 fast 19 Millionen Euro, auch 2017 gibt es ein Minus. Schüller wird dann mit folgenden Worten zitiert: „Das ist ein erster Geschmack auf das, was allen Diözesen in den nächsten zehn Jahren bevorsteht.“

Kein taugliches Modell für Europa

Unruhige Zeiten. Die Muslime in Indien unterhöhlen die Säkularität des Landes. Bild: Keystone
Die Sonderstellung der islamischen Minderheit in Indien als warnendes Beispiel. Wenn zugewanderte Muslime in ihren Parallelgesellschaften nach Scharia-Recht leben, kann man das Projekt Integration vergessen.

Von Bassam Tibi | Basler Zeitung

Das indische Modell eines Pluralismus der Religionen in einem säkularen Staat ist gefährdet. Indien ist die grösste Demokratie ausserhalb des Westens; dort ist auch die islamische Minderheit mit 217 Millionen Menschen die grösste dieser Art in der Welt. Seit einigen Monaten gibt es in Indien Unruhe- und Gewalttaten zwischen Hindus und Muslimen.

Dies weckt Ängste in Bezug auf frühere Zeiten, die bis 1947 zurückgehen, als Grossindien geteilt wurde in einen islamisch-konservativen Staat, Pakistan, und ein säkulares Kern-Indien. Pakistani und andere Muslime nennen das säkulare Indien ein Hindu-Indien, weil dort 60 Prozent der Wohnbevölkerung aus Hindus besteht. Das ist eine Verfemung, weil Indien per Verfassung ein säkularer Nationalstaat ist.

Ich habe diese Probleme in den vergangenen zwanzig Jahren durch mehrere Indien-Aufenthalte studieren können. Indien habe ich positiv erfahren als Hort des Friedens zwischen allen Religionen. Alle Weltreligionen sind dort repräsentiert. Können Europäer von Indien lernen? Bietet die islamische Minderheit in Indien ein Modell für Europa?

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Vor 75 Jahren besiegelte der „Auschwitz-Erlass“ den Mord an den Sinti und Roma

KZ Auschwitz, Einfahrt. Bundesarchiv, B 285 Bild-04413 / Stanislaw Mucha / CC-BY-SA 3.0
Seit 1994 wird am 16. Dezember der verfolgten und ermordeten Sinti und Roma gedacht. Heinrich Himmlers „Auschwitz-Erlass“ leitete vor 75 Jahren den Genozid im Vernichtungslager ein.

Von Dirk Baas | MiGAZIN

Sie kamen in Gaskammern ums Leben, verhungerten oder starben an Seuchen. Während der NS-Gewaltherrschaft wurden in Europa bis zu 500.000 Roma und Sinti ermordet. Am 16. Dezember 1942, vor 75 Jahren, besiegelte das NS-Regime den Völkermord formell: Im nicht erhalten gebliebenen „Auschwitz-Erlass“ ordnete SS-Führer Heinrich Himmler die Deportation aller noch im Reich lebenden Sinti und Roma an. Am 15. Dezember erinnert der Bundesrat in einer Gedenkstunde an die Opfer.

Der Befehl stellte eine Zäsur in der Verfolgung dar, betont Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas: „Die Einweisung in das eigens eingerichtete ‚Zigeunerfamilienlager‘ in Auschwitz-Birkenau bildete den Auftakt für ihre systematische Ermordung ab 1943.“

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Erdogans Erlösungsantisemitismus: „Kein Baum wird die Juden schützen“

Bild: Magazin „The Economist“
Auf Antrag des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan fand vorgestern ein Sondergipfel der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Istanbul statt, auf dem die Anerkennung des „besetzten Jerusalem“ als Hauptstadt eines Palästinenserstaates beschlossen und die Rolle des USA als Vermittler im Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern für beendet erklärt wurde.

Von Alexander Gruber | mena-watch

Bereits im Vorfeld hetzte Gastgeber Erdogan gegen den jüdischen Staat, den er als „Terroristen“ bezeichnete, der sich am „unschuldigen Opfer“ Palästina vergehe und Kinder töte.

Wer allerdings glaubte, dass damit der Höhepunkt erreicht war und Erdogan diese Neuauflage der antisemitischen Ritualmordlegende nicht mehr übertreffen könne, der hatte sich verschätzt. Denn in seiner Rede zum Abschluss des Gipfels erhob Erdogan Foltervorwürfe gegen Israel und erneuerte seinen Vorwurf des Kindermords, wobei die Blutschuldanklage noch deutlicher in den Vordergrund trat als zuvor schon:

„Das Schicksal Jerusalems kann nicht einem Land überlassen werden, das sich von Blut ernährt und seine Grenzen erweitert, indem es Kinder, Zivilisten und Frauen brutal ermordet.“ [Hervorhebung von Mena Watch.]

An den US-Präsidenten – den er in seiner Rede ebenfalls angriff und als „Partner beim Blutvergießen“ bezeichnete – gerichtet, fragte Erdogan schließlich: „Hey Trump! Stehst Du etwa hinter diesem Israel? Hier gibt es Besatzung, hier gibt es Folter, hier gibt es Terror. Verteidigst Du das etwa?“ Israel verwandle Jerusalem in ein „Gefängnis für Muslime“, so Erdogan in seiner Abschlussrede, in der er schließlich wenig verklausuliert die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Israels forderte: „Vor 1940“ habe es „keinen jüdischen Staat“ gegeben, führte der türkische Präsident aus und drohte dann, „jene, die meinen, die Stadt zu besitzen“ – also Israels Juden – würden zu gegebener Zeit „keinen Baum finden, hinter dem sie sich verstecken können“.

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„Keinen Inch weiter nach Osten“: Was den Russen zur Wiedervereinigung über die Nato versprochen wurde

US-Präsident Bush und UdSSR-Präsident Gorbatschow beim Gipfeltreffen am 31. Mai 1991 im Weißen Haus. Bild: George H.W. Bush Presidential Library, P13298-18
Jetzt frei gegebene Dokumente zeigen, dass die westlichen Regierungen den zu naiven Gorbatschow mit falschen Versprechungen hereingelegt haben

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Immer wieder wurde von Politikern der Nato-Mitgliedsstaaten beteuert, es habe bei den Verhandlungen zur Wiedervereinigung Deutschlands keine Zusicherungen an Russland gegeben, dass sich die Nato nicht über Ostdeutschland hinaus nach Osten erweitert. An den Verhandlungen zum Zwei-plus-Vier-Vertrag haben neben der Sowjetunion, die USA, Frankreich, Großbritannien, BRD und DDR teilgenommen.

Der damalige US-Präsident George H.W. Bush hatte zur Bedingung gemacht, dass das vereinte Deutschland Nato-Mitgliedsstaat wird bzw. bleibt. Obgleich nach dem Vertrag Deutschland „auf Herstellung und Besitz von und auf Verfügungsgewalt über atomare, biologische und chemische Waffen“ verzichtet, gab es weiterhin das Schlupfloch mit der sogenannten „nuklearen Teilhabe“ an US-Atomwaffen, mit denen im Konfliktfall deutsche Flugzeuge ausgerüstet werden können. Die ostdeutschen Bundesländer müssen atomwaffenfrei bleiben: „Ausländische Streitkräfte und Atomwaffen oder deren Träger werden in diesem Teil Deutschlands weder stationiert noch dorthin verlegt.“

Ursprünglich hatte die Sowjetunion den Austritt Deutschlands aus der Nato gefordert, Gorbatschew stimmte schließlich zu, dass Deutschland frei über eine Bündniszugehörigkeit entscheiden kann. Man muss vermuten, dass es hier weitere Vereinbarungen gegeben haben muss, schließlich sind die Vorkehrungen für Ostdeutschland klar genug, dass hier weder ausländische Truppen noch Atomwaffen stationiert werden dürfen. Ohne eine gewisse Garantie, dass sich die Nato nicht weiter nach Osten ausdehnt, wird Gorbatschew dem Nato-Beitritt des vereinten Deutschlands wohl sonst nicht zugestimmt haben.

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Erdogan will bestimmen, mit welchen Kurden verhandelt wird

Bild: YPG-Press-Office, nach deren Angaben die Öffentlichkeit über die Angriffe der türkischen Armee in Afrin irregeführt wird
Die Türkei fungiert im Moment als Brandbeschleuniger in der Region mit ungewissem Ausgang. Sie provoziert militärisch nicht nur in Afrin

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Letzte Woche trafen sich der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Ankara. Wieder einmal ging es auch darum, ob „die Kurden“ an den Verhandlungen zur Syrienfrage in Genf, Astana und Sotschi beteiligt werden.

Dass es in den Verhandlungen um Minderheitenrechte in Syrien allgemein geht, wird ignoriert und mit dem falschen Argument, „die Kurden wollen einen eigenen Staat“ von der Türkei, dem Iran, Syrien, aber auch den westlichen Staaten unter den Teppich gekehrt. Russland hingegen scheint verstanden zu haben, wie sich das in den Handlungen seiner Vertreter zeigt.

Es werden im Moment viele Gespräche über Syrien geführt: Putin spricht mit Erdogan und Assad; der türkische Generalstabschef Hulusi Akar will in der kommenden Woche mit dem Leiter des US-Zentralkommandos, General Joseph Votel, und dem Leiter des europäischen Generalstabs, Curtis Scaparrotti, sprechen. Mit Sicherheit wird es auch da um die amerikanische Unterstützung der Syrian Democratic Forces (SDF) gehen.

Die SDF sind ein Zusammenschluss von kurdischen, arabischen, turkmenischen, sowie christlichen und ezidischen militärischen Einheiten. Die kurdischen Einheiten YPG/YPJ sind die führende Kraft in den SDF. Die führende Partei ist die Partei der Demokratischen Union (PYD), die sich in Nordsyrien für eine demokratische Autonomie einsetzt.

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Streit um Homöopathie bei Krankenkassen

Die Wirksamkeit von homöopathischen Globuli sind umstritten. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Obwohl homöopathische Therapien laut großen Studien keine Wirkung besitzen, zahlen viele Krankenkassen sie. Damit müsse Schluss sein, fordern Kritiker.

Von Hinnerk Feldwisch-Drentrup | Frankfurter Rundschau/dpa

Quecksilber, Pflanzenteile, Hundekot: Hochverdünnte Stoffe sollen Krankheiten heilen oder zumindest lindern können, glauben Anhänger der Homöopathie. Kaum eine Therapieform ist derart umstritten.

Viele Patienten versprechen sich eine sanfte Heilung durch die Zuckerkügelchen oder Tropfen, während Wissenschaftler warnen: Globuli besitzen keine Wirkung, sondern stellen nur eine Schein-Behandlung dar.

Kassen dürfen eigentlich nur die Kosten von anerkannt wirksamen Therapien erstatten, doch für Homöopathie und ähnliche Verfahren hat der Gesetzgeber Sonderregeln geschaffen. Sie müssen nicht in aufwendigen Studien ihre Wirksamkeit unter Beweis stellen.

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Schweizer Diamantbestattung für Deutschland

Ein wunderschöner Erinnerungsdiamant in einem Ring verarbeitet. © Lonité AG
Auch Hinterbliebene in Deutschland können von dem einzigartigen Verfahren der Diamantbestattung in der Schweiz profitieren. Dabei wird ein Teil der Asche aus dem Vorgang des Einäscherns in einem sechs bis zwölf Monate dauernden Vorgang in einen Diamanten verwandelt. Auch Haar kann hierfür verwendet werden. Wer eine Diamantbestattung plant, sollte sich zuvor mit dem zuständigen Bestatter absprechen.

scinexx

Wie werden Erinnerungsdiamanten hergestellt?

Natürlich entstandene Diamanten bestehen aus Kohlenstoff [C], der mit 18% ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Körpers ist. Erinnerungsdiamanten sind echte Diamanten, die unter Zuhilfenahme des Kohlenstoffs in der Kremationsasche oder in den Haaren eines Verstorbenen, gezüchtet werden. Dieser Vorgang dauert sechs bis zehn Monate.

Da der menschliche Körper auch Stickstoff [N], entstehen durch den Vorgang gelbe bzw. orangefarbene Diamanten. Sollen farblose Diamanten gezüchtet werden, muss der Stickstoff entfernt werden. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, rote, blaue oder grüne Erinnerungsdiamanten zu züchten.

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„Osmanen“: Anklage gegen acht mutmaßliche Mitglieder

Ein Treffen der Rockergruppe „Osmanen Germania“. Foto: Dieter Staniek/Archiv
Nach einer Razzia gegen die türkische Straßengang „Osmanen Germania BC“ in drei Bundesländern im Sommer hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart acht Anklagen erhoben.

Frankfurter Rundschau

Den mutmaßlichen Mitgliedern der rockerähnlichen Bande wird unter anderem versuchter Mord, versuchter Totschlag, räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung, Zwangsprostitution und Zuhälterei vorgehalten, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Drei der Beschuldigten gehörten zur weltweit höchsten Führungsebene der Organisation. Mitglieder, die versuchten, die „Osmanen“ zu verlassen, sollen sie erpresst, beraubt und zusammengeschlagen haben.

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Umweltverband: Viele Weihnachtsbäume mit Pestiziden belastet

Weihnachtsbäume sind nach Angaben von Umweltschützern häufig mit giftigen Pestiziden belastet.

evangelisch.de

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat nach eigenen Angaben die Nadeln von 17 Weihnachtsbäumen von einem unabhängigen Labor auf Rückstände von knapp 140 Pestiziden untersuchen lassen: Bei 13 der analysierten Bäume sei das Labor fündig geworden, teilte der Umweltverband am Donnerstag in Berlin mit.

Insgesamt hätten die Labore bei dem Test neun verschiedene Pestizide nachgewiesen, sagte BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel. Fünf davon zählten „zu den gefährlichsten, die derzeit in der EU eingesetzt werden“. Am häufigsten wurde demnach das Insektizid Lambda-Cyhalothrin festgestellt.

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El Salvador: Frau erleidet Totgeburt – und wird wegen Mordes zu 30 Jahren Haft verurteilt

Teodora de Carmen Vásquez mit Justizbeamtinnen nach der Anhörung über eine Revision ihres Urteils in San Salvador. (Foto: AFP)
  • Direkt nach ihrer Niederkunft 2008 wurde Teodora del Carmen Vásquez in El Salvador verhaftet.
  • Ein Gericht verurteilte sie wegen Mordes an dem Kind – sie selbst sagt, sie habe eine Fehlgeburt erlitten.
  • Ihr Berufungsantrag nach zehn Jahren Haft wurde jetzt abgeschmettert – Vásquez muss wohl weitere 20 Jahre hinter Gittern bleiben.

Süddeutsche Zeitung

„Teodora del Carmen Vásquez war bei der Arbeit, als sie plötzlich starke Schmerzen spürte. Sie konnte noch den Notarzt rufen, dann verlor sie das Bewusstsein und erlitt eine Fehlgeburt. Während sie blutüberströmt dalag, kam die Polizei, legte ihr Handschellen an und nahm sie wegen Mordverdachtes fest.“

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Historians Are Calling Out Trump Online Whenever He Misreads the Past

Trump under a portrait of populist President Andrew Jackson in the Oval Office, February 1, 2017. Image: Michael Reynolds-Pool/Getty
Engaging with new media is no longer a dalliance for the history profession in the misinformation age.

By Daniel Crown | MOTHERBOARD

A new wrinkle seems to have developed this year in the relentless news cycle. It usually plays out something like this:

To explain away a gaffe or to justify controversial policy, someone in Trump world, an administration notorious for its anti-academic tilt, plumbs the depths of history for precedent. In doing so, he or she often contrives or repeats something historically unsound. Talking heads then react on television, as print journalists tweet while firing up their laptops to meet evening deadlines. And, finally, in the days to follow, web editors commission articles from historians, in hopes of putting said comments into greater historical context.

A good example of this came in late October, after White House Chief of Staff John Kelly made controversial remarks regarding the origins of the Civil War. Repeating a talking point once commonly taught in southern classrooms, Kelly blamed the war on “the lack of the ability to compromise.” Within days, The Atlantic, the Washington Post, TIME, and several other institutions responded with articles from working historians, which broached such fraught topics as the Fugitive Slave Act, the racism of Robert E. Lee, and the fallacy of the “Lost Cause of the Confederacy” myth.

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