Erdogan will bestimmen, mit welchen Kurden verhandelt wird


Bild: YPG-Press-Office, nach deren Angaben die Öffentlichkeit über die Angriffe der türkischen Armee in Afrin irregeführt wird
Die Türkei fungiert im Moment als Brandbeschleuniger in der Region mit ungewissem Ausgang. Sie provoziert militärisch nicht nur in Afrin

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Letzte Woche trafen sich der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Ankara. Wieder einmal ging es auch darum, ob „die Kurden“ an den Verhandlungen zur Syrienfrage in Genf, Astana und Sotschi beteiligt werden.

Dass es in den Verhandlungen um Minderheitenrechte in Syrien allgemein geht, wird ignoriert und mit dem falschen Argument, „die Kurden wollen einen eigenen Staat“ von der Türkei, dem Iran, Syrien, aber auch den westlichen Staaten unter den Teppich gekehrt. Russland hingegen scheint verstanden zu haben, wie sich das in den Handlungen seiner Vertreter zeigt.

Es werden im Moment viele Gespräche über Syrien geführt: Putin spricht mit Erdogan und Assad; der türkische Generalstabschef Hulusi Akar will in der kommenden Woche mit dem Leiter des US-Zentralkommandos, General Joseph Votel, und dem Leiter des europäischen Generalstabs, Curtis Scaparrotti, sprechen. Mit Sicherheit wird es auch da um die amerikanische Unterstützung der Syrian Democratic Forces (SDF) gehen.

Die SDF sind ein Zusammenschluss von kurdischen, arabischen, turkmenischen, sowie christlichen und ezidischen militärischen Einheiten. Die kurdischen Einheiten YPG/YPJ sind die führende Kraft in den SDF. Die führende Partei ist die Partei der Demokratischen Union (PYD), die sich in Nordsyrien für eine demokratische Autonomie einsetzt.

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