Erdogans Erlösungsantisemitismus: „Kein Baum wird die Juden schützen“


Bild: Magazin „The Economist“
Auf Antrag des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan fand vorgestern ein Sondergipfel der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Istanbul statt, auf dem die Anerkennung des „besetzten Jerusalem“ als Hauptstadt eines Palästinenserstaates beschlossen und die Rolle des USA als Vermittler im Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern für beendet erklärt wurde.

Von Alexander Gruber | mena-watch

Bereits im Vorfeld hetzte Gastgeber Erdogan gegen den jüdischen Staat, den er als „Terroristen“ bezeichnete, der sich am „unschuldigen Opfer“ Palästina vergehe und Kinder töte.

Wer allerdings glaubte, dass damit der Höhepunkt erreicht war und Erdogan diese Neuauflage der antisemitischen Ritualmordlegende nicht mehr übertreffen könne, der hatte sich verschätzt. Denn in seiner Rede zum Abschluss des Gipfels erhob Erdogan Foltervorwürfe gegen Israel und erneuerte seinen Vorwurf des Kindermords, wobei die Blutschuldanklage noch deutlicher in den Vordergrund trat als zuvor schon:

„Das Schicksal Jerusalems kann nicht einem Land überlassen werden, das sich von Blut ernährt und seine Grenzen erweitert, indem es Kinder, Zivilisten und Frauen brutal ermordet.“ [Hervorhebung von Mena Watch.]

An den US-Präsidenten – den er in seiner Rede ebenfalls angriff und als „Partner beim Blutvergießen“ bezeichnete – gerichtet, fragte Erdogan schließlich: „Hey Trump! Stehst Du etwa hinter diesem Israel? Hier gibt es Besatzung, hier gibt es Folter, hier gibt es Terror. Verteidigst Du das etwa?“ Israel verwandle Jerusalem in ein „Gefängnis für Muslime“, so Erdogan in seiner Abschlussrede, in der er schließlich wenig verklausuliert die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Israels forderte: „Vor 1940“ habe es „keinen jüdischen Staat“ gegeben, führte der türkische Präsident aus und drohte dann, „jene, die meinen, die Stadt zu besitzen“ – also Israels Juden – würden zu gegebener Zeit „keinen Baum finden, hinter dem sie sich verstecken können“.

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