„Rennt nicht sofort zum Therapeuten!“


© NV/EPA-EFE/REX/Shutterstock Wirklich so schlimm? Nein! Der Psychiater Christian Dogs sagt, die Deutschen sind nicht so krank, wie seine Zunft es ihnen einreden möchte.
Wie krank sind die Deutschen? Auf jeden Fall weniger krank, als Therapeuten es ihnen einreden wollen. Ein Gespräch mit dem Psychiater Christian Dogs über das Geschäft mit der eingebildeten Depression, die tristen Ehen von Managern und die lahme Generation Y.

Von Bettina Weiguny | Frankfurter Allgemeine

Herr Dogs, Sie sind der „Psycho-Doc“ der Reichen und Erfolgreichen . . .

Ich bin Arzt für alle, darunter sind auch Reiche.

Wie krank sind die Deutschen?

Auf jeden Fall viel weniger krank, als die Therapeuten es ihnen einreden.

Warum sollten die das tun?

Das ist ihr Geschäftsmodell. Sie leben hervorragend davon, andere krank zu reden.

Wie meinen Sie das?

Jeder, der sich schlecht fühlt, ist heute krank. Wer traurig ist, hat eine Depression. Wer schüchtern ist, hat eine soziale Phobie. Wer Angst hat, bekommt eine generalisierte Angststörung attestiert. Für jedes Gefühl haben wir den passenden Titel.

Die Menschen bilden sich Burnout oder Depressionen nur ein?

Es gibt schwerkranke Menschen, denen geholfen werden muss. Die Praxen aber sind vollgestopft mit Menschen, die da nicht hingehören. 40 Prozent von denen sind nicht krank.

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